Der Coronavirus im Ticker

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Der Coronavirus breitet sich auch in Europa weiter aus. An den Börsen herrscht bereits große Verunsicherung, der DAX hatte zuletzt deutlich nachgegeben. Wir halten Sie an dieser Stelle täglich über die aktuellen Entwicklungen zur Ausbreitung des Coronavirus und den Reaktionen der Wirtschaft auf dem Laufenden.

Wichtige Informationen auf einen Blick

Das Coronavirus hat mittlerweile gravierende Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Jeden Tag kommen neue Informationen, neue Erlasse und neue Regelungen dazu. Es ist schwer, hier nicht den Überblick zu verlieren. Ein guter Anhaltspunkt ist aber die Erklärungsseite der Landesregierung, auf der die wichtigsten Informationen zusammengefasst sind.
Die nachfolgenden Informationen stammen von der DEKA und der LBBW.

03. April

++++++ Diskussionen um Vergemeinschaftung von Schulden hält an ++++++

Die Bundesregierung erwartet eine Schrumpfung des Bruttoinlandsproduktes in diesem Jahr um etwa 5 %. Unter Berücksichtigung des Nachtragshaushalts von etwa 150 Milliarden Euro würde dies die Schuldenquote in Deutschland von etwa 60 % auf über 67 % ansteigen lassen. In Italien erscheint die Erwartung plausibel, dass die Schuldenquote Ende 2020 bei 150 % vom BIP stehen wird. Letzteres unterstreicht, dass ohne eine Gemeinschaftsfinanzierung der Notprogramme eine Rückkehr der Schuldenkrise in der Eurozone recht wahrscheinlich ist. Der nächste wichtige Termin bei der Frage der begrenzten Vergemeinschaftung von Schulden wird das Eurogruppentreffen am Dienstag. EU-Vizekommissionspräsident Dombrowski äußerte sich heute Morgen erneut positiv, was die Einführung von Corona- Bonds anbelangt.

++++++ Wirtschaftliche Erholungstendenzen wohl erst ab Mai sichtbar ++++++

Konjunkturbeobachter, Regierungen und Zentralbanken agieren wie auch die Marktteilnehmer aktuell unter erhöhter Unsicherheit. Die Stilllegung des öffentlichen Lebens in weiten Teilen der Welt in so kurzer Zeit ist in der Geschichte ohne Beispiel und noch ist nicht klar, inwieweit es gelingen kann, hunderttausende Selbständige, Kleinunternehmen und Großkonzerne vor der Pleite zu bewahren. Die Verantwortlichen haben zwar schnell und umfassend reagiert und den Rahmen für eine ausreichende Liquiditätsversorgung und Kreditgewährung geschaffen sowie Soforthilfen in Gang gesetzt, das Ergebnis ist aber offen. Zudem ist der Erfolg abhängig von der Dauer der Corona-Pandemie. Die Entwicklung in China zeigt, dass die Wiederbelebung der Wirtschaft gelingen kann. Da die westlichen Industrienationen jedoch mindestens vier bis sechs Wochen hinter der Entwicklung in China herhinken, dauert es vermutlich bis Mai, bis Erholungstendenzen sichtbar werden. Und dies gilt auch nur dann, wenn bis dahin die Ausgans- und Kontaktbeschränkungen gelockert oder aufgehoben werden.

++++++ Arbeitsmarktlage in vielen Ländern dramatisch ++++++

Deutschland droht laut Wirtschaftsminister Altmaier wegen der Corona-Pandemie die schwerste Rezession der Nachkriegszeit. In den USA ist die Arbeitsmarktlage als katastrophal zu bezeichnen. Dort breitet sich das Virus mit hoher Geschwindigkeit weiter aus. Mittlerweile sind dort mehr als 200.000 Menschen infiziert. In Spanien kletterte die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 300.000 auf über 3,5 Millionen. Der europäische Einzelhandel zeichnete einen düsteren Ausblick. Seitens der EZB war zu hören, dass die Überprüfung der geldpolitischen Strategie bis Mitte 2021 verlängert wird. Auch unternehmensseitig kommt es zu weiteren Eintrübungen. Beispielsweise verhandelt die Lufthansa laut Insidern mit der Bundesregierung nicht nur über Finanzhilfen in Form von Krediten, sondern auch über eine Staatsbeteiligung. Dabei könnte es um mehrere Milliarden Euro gehen. In Italien will man Sondervollmachten nutzen, um in der Krise strategisch wichtige Unternehmen zu schützen. Das Verhältnis von Gewinnern zu Verlierern (bezogen auf den Gesamtmarkt) fiel mit 433/402 ausgewogen aus.

02. April

+++++ Arbeitslosenzahlen in USA mit größtem Anstieg seit 50 Jahren ++++++

Mit Spannung wird die Veröffentlichung der Zahl derjenigen sein, die in der vergangenen Woche in den USA einen Erstantrag auf Arbeitslosenunterstützung gestellt haben. Über weite Strecken der letzten Monate lag die Zahl knapp oberhalb der 200.000er-Marke. In der vorvergangenen Woche sprangen die Neuanträge jedoch um mehr als das Zehnfache auf 3,3 Millionen in die Höhe – ein Anstieg, wie es ihn in den letzten 50 Jahren seit Erfassung dieser Daten noch nie gegeben hat. Einige US Bundesstaaten haben in den vergangenen Wochen die Voraussetzungen für einen Antrag auf Arbeitslosenunterstützung gelockert. In immer mehr Regionen kommt, wie bei uns, das öffentliche Leben weitgehend zum Stillstand. Und so wird für die heutige Veröffentlichung ein weiterer Anstieg auf gut 3,7 Millionen erwartet. Die Anleger an den Finanzmärkten sind es mittlerweile gewohnt, Hiobsbotschaften zur aktuellen volkswirtschaftlichen Entwicklung zu hören. Dennoch erscheint es eher unwahrscheinlich, dass eine solch dramatische Entwicklung am amerikanischen Arbeitsmarkt an den Finanzmärkten keinen Eindruck hinterlassen würde.

+++++ Kontaktbeschränkungen bis mindestens 19. April +++++

Die Kontaktbeschränkungen in Deutschland werden bis mindestens 19. April fortgeführt. Bund und Länder beraten am 14. April dann erneut, wie es danach weitergehen soll. Einen kleinen Hoffnungsschimmer gibt es: In Italien und der Schweiz kann man nach der Veröffentlichung der letzten Daten von einer Stabilisierung ausgehen. Demnach erreichte die Zahl der Neuinfektionen in Italien am 21. März ihren Höchststand.

++++++ Druck auf Deutschland für gemeinsame EU-Hilfen wächst ++++++

Der Druck auf Deutschland, Zugeständnisse bei der Vergemeinschaftung von Corona-Nothilfepaketen zu machen, nimmt zu. Das gilt insbesondere, nachdem auch in den Niederlanden der Widerstand gegen die strikte Opposition von Ministerpräsident Rutte gegen Corona-Bonds wächst. Unsere Experten der Deka teilen die Sicht, dass ohne solche Zugeständnisse das Risiko einer neuen Schuldenkrise in der Eurozone zunimmt. Diese könnte z. B. von Ratingherabstufungen in der Peripherie oder einer Zunahme der populistischen Strömungen vor allem in Italien ausgelöst werden. Die Pläne für gemeinschaftliche EU-Hilfen in der aktuellen Krise konkretisieren sich mit dem Vorschlag der EU-Kommission zur Schaffung eines Fonds zur Finanzierung von Kurzarbeitergeld. Dabei soll der Fonds mit einem Volumen von bis zu 100 Milliarden Euro direkt von der EU oder dem ESM am Kapitalmarkt refinanziert werden, wobei die Mitgliedstaaten entsprechend ihrer Wirtschaftskraft Kreditgarantien aussprechen. Heute will die EU Details bekanntgeben. Der französische Finanzminister schlägt zudem die Schaffung eines auf fünf bis zehn Jahre begrenzten Krisenbewältigungsfonds vor, dessen Finanzierung aus dem mittelfristigen Finanzrahmen der EU erfolgen soll.

++++++ Viele Unternehmen gehen in Kurzarbeit ++++++

Am Mittwoch geriet der DAX erneut unter Abgabedruck. Auf der einen Seite drückten die Sorgen vor einer deutlichen Wirtschaftseintrübung auf die Stimmung, andererseits rücken immer mehr Unternehmen von ihren bisherigen Prognosen ab. Meldungen über Kurzarbeit nehmen unterdessen kontinuierlich zu. Gestern kündigte beispielsweise Continental an, dass davon 30.000 Mitarbeiter – dies entspricht rund der Hälfte der hiesigen Mitarbeiter – betroffen sind. Weltweit stünden mehr als 40 Prozent der Produktionsstandorte vorübergehend still, hieß es weiter. Die Lufthansa bestätigte, für 87.000 Beschäftigte Kurzarbeit beantragt zu haben. Die Aktie rutschte gestern auf das tiefste Kursniveau seit dem Jahr 2012. In Hessen haben insgesamt rund 32.000 Betriebe (Stand: Dienstag) bereits Kurzarbeitergeld beantragt. Damit wurden die Zahlen von 2008/2009 deutlich übertroffen.

01. April

++++++ Hohe Anzahl von Kurzarbeitsanträgen ++++++

470.000 Unternehmen kündigten im März Kurzarbeit an. Das ist knapp jeder 5. Betrieb in Deutschland. In anderen Ländern sieht es ähnlich aus. So hat gestern die Investmentbank Goldmann Sachs in ihrer Schätzung die US-Arbeitslosenquote von 9% auf 15% gesenkt. Damit mehren sich die Anzeichen, dass die Gesundheitskrise mittlerweile auch eine Wirtschaftskrise ausgelöst hat. Wichtig ist jetzt, dass sich daraus nicht auch noch eine Finanzkrise entwickelt.

++++++ Schwieriger Start in das 2. Quartal ++++++

Die Entwicklung der Assetpreise im 1. Quartal zeigt die Auswirkungen der Krise sehr deutlich. DAX –25 %, S&P 500 -20 %, Euro Hochzinsanleihen -14,6 %, Rohstoffe -23,0 %, Emerging Markets Fremdwährungsanleihen -13,3 %. Diesen heftigen Einbußen stehen nur wenige Assets mit Pluszeichen in den Depots: So legte Gold 6,6 % zu, und auch Bundesanleihen weisen mit +0,98 % trotz zwischenzeitlicher Verluste noch ein leichtes Plus auf. Gegenüber den kumulierten Aktienmarktverlusten von 12.000 Mrd. US-Dollar im ersten Quartal ist dies für die meisten Anleger aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Unter diesen Voraussetzungen ist absolut verständlich, dass die Marktteilnehmer nervös sind. Zwar sind leichte Erholungstendenzen zu beobachten, aber der DAX war gestern nicht imstande, die psychologisch wichtige 10.000er Marke zu überspringen. Positiv und stabilisierend wirken die leicht hoffnungsvollen Berichte aus China, die Aussagen zur Ausweitung der Vorsorgemaßnahmen in den USA und die unterstützenden Maßnahmen der Notenbanken. Dem entgegen hat gestern beispielsweise BMW angekündigt, 20.000 Mitarbeiter in Kurzarbeit zu schicken, Fielmann streicht die Dividende und Zalando gab bekannt, in die roten Zahlen abgerutscht zu sein. In den nächsten Wochen werden zunehmend Unternehmensnachrichten für die zukünftige Marktentwicklung eine wichtige Rolle spielen.

31. März

++++++ China fährt Produktion langsam wieder hoch +++++

China vermeldet mittlerweile auf den ersten Blick hoffnungsvolle Wirtschaftsdaten. Der Einkaufsmanagerindex der nationalen Statistikbehörde stieg von seinem Corona-Absturz im Februar von 35,7 Punkten auf 52 Zähler im März und signalisiert damit augenscheinlich Expansion. Allerdings wird hier der Nettosaldo der befragten Unternehmen gemessen. Nimmt ein Unternehmen nach dem erzwungenen Shutdown die Produktion wieder auf, meldet es Expansion und fließt damit positiv in die Wertung ein. Dies sagt jedoch noch nicht viel über das tatsächliche Aktivitätsniveau der Wirtschaft aus. Was man aber sagen kann: Der chinesische Weg der Pandemiebekämpfung mit einer Mischung aus drakonischer Abriegelung und digitalem Kontroll- und Sanktionszwang scheint erste Früchte zu tragen. Viele Unternehmen fahren die Produktion wieder hoch. Allerdings nur langsam, um der Gefahr einer zweiten Infektionswelle Rechnung zu tragen. Verbraucher werden mit üppigen Konsumgutscheinen in die Malls gelockt, um den Einzelhandel wiederzubeleben. Dennoch ist China eine Exportnation und die Bestellungen der arg gebeutelten Europäer und Amerikaner sind eingebrochen. Dies dürfte Millionen von Jobs in der Exportwirtschaft kosten und weitere fiskalische Stützung nach sich ziehen. Unterm Strich sind die chinesischen Zahlen ein Hoffnungsschimmer, aber auch nicht mehr. Die Pandemie ist auch in Südostasien längst nicht vorbei.

++++ Wie lange dauert der Stillstand? +++++

In der vergangenen Woche kamen von den Corona-Krisen-geplagten Finanzmärkten Entspannungssignale. Die erste Schockwelle nach dem Überschwappen der Infektionen auf Europa und die USA wurden von den Finanzmärkten ohne dramatischere Krisensymptome verkraftet. Am Markt scheint man sich einig zu sein, dass die massiven geld- und finanzpolitischen Maßnahmen am Ende ihre gewünschte Wirkung zeigen werden. Doch wird dieser Konsens in den kommenden Wochen immer wieder auf die Probe gestellt werden. Entscheidend bleibt die Entwicklung der Neuinfektionen und damit die Dauer des verordneten Stillstands. Die Gretchenfrage für die Finanzmärkte lautet: Wie lange wird sich die Phase der weitreichenden Einschränkungen für Wirtschaft und Gesellschaft hinziehen? Aus dem Bundeskanzleramt heißt es nun, dass die aktuellen Regelungen mindestens bis zum 20. April aufrechterhalten werden. Je länger der Stillstand anhält, umso tiefer wird der wirtschaftliche Einbruch in den Wirtschaftsdaten für März und April und damit für das Bruttoinlandsprodukt. Entsprechend verlängert sich auch die Aufholphase in Richtung normaler Produktionstätigkeit bei sukzessiven Lockerungen der aktuellen Einschränkungen. Die Abschätzungen für Deutschland reichen bis zu einem Minus von rund 20 % des Bruttoinlandsprodukts für das Gesamtjahr 2020 für den Fall, dass die Beschränkungen bis nahezu Ende des zweiten Quartals unverändert fortgesetzt werden.

++++++ DAX derzeit sehr schwankungsanfällig ++++++

Der DAX präsentierte sich zu Wochenbeginn schwankungsanfällig. Letztendlich ging er gestern mit einem Plus in Höhe von 1,90 Prozent bei 9.815,97 Zählern aus dem Handel. Bei der Bewertung des Kursgewinns gilt es zu beachten, dass dieser sicherlich vom nahen Quartalsende beeinflusst wurde. Positiv wurde auch die Aussage von Präsident Trump, dass in den USA die Vorsorgemaßnahmen mit Blick auf das Coronavirus ausgeweitet werden sollen, aufgenommen. Weiterhin wird die Entwicklung an den Märkten wesentlich von der Corona-Epidemie abhängen. Bemerkenswert ist, dass sich zuletzt aufkommende Konjunktursorgen – beispielsweise ging es gestern für den Öl- und Aluminiumpreis weiter deutlich nach unten – nicht mehr direkt in der Kursentwicklung des hiesigen Marktes widerspiegelten. Der Aluminiumpreis ist sogar auf ein neues Vier-Jahres-Tief abgerutscht. Auch steht weiterhin die Frage im Raum, ob die bisher beschlossenen Konjunkturpakete ausreichend sein werden.

30. März

++++++ Diskussion um Vergemeinschaftung von Schulden in der EU entbrannt ++++++

Weil sich neben anderen fiskalkonservativen Ländern auch Deutschland dagegen aussprach, konnten sich die EU-Regierungschefs auf ihrem Videogipfel letzte Woche nicht auf die von Frankreich, Italien und Spanien ins Spiel gebrachten Corona-Bonds einigen. Die Diskussion um eine mögliche Vergemeinschaftung von Schulden in der Europäischen Union ist aber damit voll entbrannt. Schon vor der Pandemie lasteten immense Schuldensummen, schwaches Wachstum und hohe Arbeitslosigkeit schwer auf den Volkswirtschaften Südeuropas. Experten fragen sich daher, ob das Virus möglicherweise eine zweite Euro-Krise auslösen könnte. Deshalb ist Eile geboten. Die EU-Regierungschefs beauftragten bereits ihre jeweiligen Finanzminister, innerhalb der nächsten 14 Tage Alternativen zu den Corona-Bonds auf den Tisch zu legen.

++++++ Kreditrating von Großbritannien herabgestuft ++++++

Die massiven Anstiege der öffentlichen Verschuldung aufgrund von Steuerausfällen sowie expansiven fiskalpolitischen Programmen führen zu ersten Herabstufungen der Kreditratings von Staaten. So stufte Fitch Großbritannien am Freitag um eine Stufe auf AA- mit negativem Ausblick herab. 2008 wurde Großbritannien noch mit AAA eingestuft. Moody’s senkte als letzte der drei großen Ratingagenturen die Einschätzung für Südafrika am Freitag auf Ramsch ab. Die USA hingegen wurden von Fitch trotz der massiven Auswirkungen der Coronakrise weiterhin mit AAA eingestuft. Als Begründung hieß es, die Wirtschaft weise strukturelle Stärken auf, z.B. ein dynamisches Unternehmensumfeld und ein hohes Pro-Kopf-Einkommen.

++++++ Experten befürchten US-Arbeitslosenquote von 30 % ++++++

Die Coronakrise setzt sich fort. Während die Zahl der Neuinfektionen und der Todesfälle in den USA dramatisch steigt, ist in Europa eine Stabilisierung erkennbar. Das Epizentrum der Virusausbreitung ist mittlerweile in den USA. Dort wird der Einfluss der Krise und das Herunterfahren des öffentlichen Lebens in den Konjunkturzahlen sichtbar. Nachdem die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe den historisch stärksten Anstieg seit Bestehen der Zeitreihe verzeichnet haben, sind die Vorgaben für den ADP-Beschäftigungsreport am Mittwoch und dem Arbeitsmarktbericht am Freitag extrem schwach. US-Notenbankvertreter Bullard hält kurzfristig einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf mehr als 30 % für denkbar. Dies scheint vor dem Hintergrund der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe nicht übertrieben zu sein. Zudem ist davon auszugehen, dass der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes massiv nachgeben wird. Die Situation dürfte sich erst bessern, wenn die Zahl der Neuinfektionen sinkt. Erst dann kann über eine allmähliche Lockerung des Lockdowns gesprochen werden und erst dann kann abgeschätzt werden, wie groß der wirtschaftliche Einfluss der Covid-19-Pandemie ist.

++++++ DAX mit bester Wochenperformance seit 2011 ++++++

Die 10.000er Marke scheint beim DAX eine gewisse Anziehungskraft zu haben. Diese wurde zuletzt zweimal einem Test unterzogen, ein nachhaltiger Sprung über diese psychologisch wichtige Marke gelang jedoch nicht. Angesichts einer zuletzt unterdurchschnittlichen Volumenentwicklung bei steigenden Kursen und einer noch immer ausgeprägten Stärke des übergeordneten Abwärtstrends überrascht diese Entwicklung nicht. Immerhin ist es dem DAX auf Wochensicht trotz der Kursverluste am Freitag (-3,68 Prozent) gelungen, 7,9 Prozent zuzulegen. Dies entsprach der besten Wochenbilanz seit dem Dezember 2011. Der Dow kletterte während der letzten fünf Handelstage um 12,8 Prozent und verbuchte damit die beste Wochenbilanz seit dem Jahr 1938. Natürlich bleiben die Entwicklungen rund um das Coronavirus am Markt tonangebend. Heute wird der DAX mit Kursverlusten in den Handel starten.

27. März

++++++ Europäische „Corona-Bonds“ bleiben umstritten ++++++

Die EU-Regierungschefs konnten sich beim gestrigen Gipfel auf keine konkrete Vorgehensweise zur Begrenzung der wirtschaftlichen Folgen der Coronakrise einigen. Die von Frankreich, Italien und Spanien ins Spiel gebrachten „Corona-Bonds“ – eine Art von Eurobonds mit gemeinschaftlicher Haftung – finden wenig Gegenliebe in Deutschland und anderen fiskalkonservativeren Ländern. Unterdessen gab die EZB bekannt, dass bei neuen Hilfsprogrammen („PEPP“ – Pandemic Emergency Purchase Programme) die selbstgesteckten Kaufobergrenzen bei Staatsanleihen fallen gelassen werden. Sie begann gestern bereits mit aggressiven Käufen im Rahmen des PEP-Programms. Angesichts der zeitlichen Begrenzung des PEP-Programms auf Ende 2020 dürften die monatlichen Nettokäufe der EZB in den kommenden Monaten über 100 Milliarden Euro liegen und damit die des AP-Programms in den aggressivsten Zeiten (April 2016 – März 2017) deutlich übertreffen. Hinzu kommen noch die Reinvestitionen der Fälligkeiten, die in den kommenden neun Monaten bei durchschnittlich etwa 22 Milliarden Euro pro Monat liegen werden. D. h. die Bruttokäufe der EZB können monatlich bei bis zu 125 Milliarden Euro liegen, was trotz der anstehenden Emissionswelle von Staaten und Förderbanken einen nachhaltigen Anstieg der Renditen schwierig macht, selbst wenn die Inflationserwartungen beginnen, sich nach oben zu bewegen.

++++++ Corona-Schnelltest soll nächsten Monat verfügbar sein ++++++

Der deutsche Traditionskonzern Bosch gab bekannt, einen Covid-19-Schnelltest entwickelt zu haben, der in weniger als 2,5 Stunden eine Corona-Infektion verlässlich feststellt. In Deutschland soll der Test bereits im April verfügbar sein. Das sind gute Nachrichten. Mit einem in der breiten Masse verfügbaren Schnelltest, dürfte nach der aktuellen Phase harter Quarantänemaßnahmen die erneute Ausbreitung besser verhindert werden. Aus Italien war zu hören, dass mittlerweile über 7.500 Personen in Folge des Virus gestorben sind. Positiv kann hervorgehoben werden, dass dort die Neuinfektionsrate bereits den vierten Tag in Folge gefallen ist. Chinas Präsident Xi Jinping berichtete, dass sich die Lage mit Blick auf Corona in seinem Land weiter verbessere.

++++++ USA nun das Land mit den meisten Corona-Infizierten ++++++

Die Coronavirus-Epidemie breitet sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen weltweit weiter aus. Die USA haben gestern mit 17.000 neuen Fällen an einem Tag Italien und China überholt und sind nun mit über 85.000 Corona-Fällen das Land mit den meisten Infizierten. In den USA schlägt sich die Epidemie bereits dramatisch auf den Arbeitsmarkt nieder. Die gestern veröffentlichten Anträge auf Arbeitslosenhilfe verzehnfachten sich im Vergleich zur Vorwoche. Wurden in der vergangenen Woche noch rund 280.000 Anträge gestellt, sind es diese Woche bereits über 3,2 Millionen. Der bisher höchste wöchentliche Anstieg datierte mit 695.000 aus dem Jahr 1982. Mit voller Breitseite wirkt sich die Coronakrise auf das wirtschaftliche Leben aus. Trotz des dramatischen Anstiegs reagierten die Aktienmärkte positiv auf die Veröffentlichung, die Marktteilnehmer hatten einen noch extremeren Anstieg erwartet und hoffen zudem auf noch größere staatliche Stützungsmaßnahmen.

++++++ Märkte stabilisieren sich etwas ++++++

Die internationalen Aktienmärkte setzten ihren Stabilisierungstrend gestern fort. Der DAX konnte zum Handelsschluss die 10.000-Marke zurückerobern. Auch am Markt für Unternehmensanleihen kam es zu einer leichten Entspannung. Die Risikoprämien gingen nach den sehr starken Anstiegen der vergangenen Wochen wieder etwas zurück. Die asiatischen Börsen starteten mehrheitlich freundlich in den Tag. US-Aktien-Futures liegen allerdings im negativen Bereich. In den USA steht heute die Abstimmung über das 2 Billionen US-Dollar Fiskalpaket im Repräsentantenhaus an. Eine Zustimmung gilt als sicher.

26. März

++++++ USA werden zum neuen Epizentrum der Corona-Pandemie ++++++

Während in China das Schlimmste überstanden zu sein scheint, hat Spanien inzwischen bereits mehr Todesopfer als China zu verzeichnen. In den USA stieg die Anzahl der Corona-Infizierten laut Bloomberg aktuell auf über 69.000. Bei diesem Tempo dürfte bereits in den nächsten Tagen die Infiziertenzahl von China (ca. 81.000) übertroffen werden. Präsident Trump sprach zwar davon, dass Corona in den USA bis Ostern erledigt sein soll – allerdings nur mit der simplen Begründung, dass Ostern ein schöner Zeitraum wäre („beautiful timeline“). Die gestern in Indien verhängte Ausgangssperre zeigt dagegen ungeschönt auf, dass auch den Schwellenländern noch schwierige Zeiten bevorstehen. Die Risiken für Marktrückschläge bleiben. Heute Morgen zeigten sich die Märkte in Asien uneinheitlich und die Euro Stoxx 50 Futures starteten im Minus.

++++++ Schuldenbremse wird ausgesetzt ++++++

Nach der Verabschiedung des US-Hilfspakets (2.000 Milliarden US-Dollar) im Senat dürfte am Freitag auch das Repräsentantenhaus zustimmen. In den Märkten ist dies jedoch schon eingepreist und angesichts der stark steigenden Ansteckungszahlen in den USA, aber auch in Tokio nimmt die Risikowahrnehmung zu und Gewinnmitnahmen dominieren. Erwartungsgemäß hat der Bundestag den Nachtragshaushalt genehmigt. Final wird am Freitag die Zustimmung vom Bundesrat erfolgen. Die Schuldenbremse wurde ausgesetzt. Die Ausgaben des Bundes nehmen um 33 % gegenüber der ursprünglichen Planung auf 484 Milliarden Euro zu. Die 600 Milliarden Euro des Wirtschaftsstabilisierungsfonds sind in der Haushaltsplanung nur zu einem kleinen Teil enthalten, da dieser über die KfW abgewickelt wird, und zu etwa 80 % aus Kreditgarantien besteht.

++++++ DAX: Stimmung bleibt angespannt ++++++

Der DAX baute gestern seine am 19. März begonnene Erholungsbewegung weiter aus. Das Tageshoch wurde bei 10.137 Punkten markiert. Schlussendlich konnte ein Zugewinn in Höhe von 1,79 Prozent auf 9.874,26 Punkte verbucht werden. Einmal mehr sorgte das von der Fed angekündigte Ankaufsprogramm, die Einigung zwischen der US-Regierung und den Demokraten auf ein Konjunkturpaket und die Pläne anderer Staaten, ebenfalls mit Hilfsprogrammen aktiv zu werden, für Rückenwind. Erfreut zeigten sich die Anleger auch über das Zahlenwerk von E.ON. Die Aktie legte deutlich um 6,5 Prozent auf 8,86 Euro zu, nachdem der Konzern nach der Übernahme von Innogy seinen Gewinn im laufenden Jahr steigern will. Zudem wurde der bereits bekannte Dividendenvorschlag (46 Cent) je Aktie bestätigt. Im weiteren Verlauf kristallisierte sich der ifo-Geschäftsklimaindex als Stimmungsbremse heraus. Dieser fiel auf 86,1 Punkte nach 96 im Februar zurück. Nicht zuletzt deshalb kletterte der V-DAX von 54,07 auf 57,40. Heute wird der DAX mit Kursverlusten in den Handel starten.

25. März

++++++ Stimmung an den Aktienmärkten steigt ++++++

Entgegen der Entwicklungen in den vergangenen Tagen und Wochen kletterten die Aktienkurse gestern kräftig nach oben. Der DAX schloss mit knapp 11 % im Plus. Der Dow Jones verbuchte mit 11,4 % gar den stärksten prozentualen Tagesgewinn seit dem Jahr 1933. Die schlechten Konjunkturdaten waren wohl schon zur Genüge eingepreist und konnten die gute Stimmung an den Aktienmärkten nicht trüben. Die Hoffnung auf eine baldige Erholung der Weltwirtschaft stützte auch die Notierungen für Rohöl.

++++++ Negativrekorde bei Einkaufsmanagerindizes ++++++

Die Veröffentlichung der Markit-Einkaufsmanagerindizes (EMI) für März lieferte gestern Einblicke in die konjunkturellen Auswirkungen der Zuspitzung der Corona-Krise. Im Euroraum hatte der Gesamtindex im Februar noch bei 51,6 Zählern und damit über der Expansionsschwelle gelegen. Im März stürzte der Indikator auf 31,4 Punkte ab. Damit wird sogar der bisherige Tiefstwert von 36,2 Zählern aus dem Februar 2009 unterboten. Besonders schwer traf es den Dienstleistungssektor. Der entsprechende Teilindex fiel wie ein Stein auf 28,4 Punkte (Februar: 52,6), was ebenfalls dem tiefsten Stand seit Beginn der Umfrage im Jahr 1998 entspricht. Der EMI für die Industrie ging deutlich, aber weitaus weniger drastisch von 49,2 auf 44,8 zurück.

24. März

++++++ Einbruch am Aktienmarkt nimmt historische Dimension an ++++++

Die Geschwindigkeit des Einbruchs am Aktienmarkt nimmt mittlerweile historische Dimensionen an. Innerhalb von nur fünf Wochen hat der S&P 500 35% an Wert verloren, während der DAX in der Spitze sogar um 40% korrigierte. Unweigerlich werden Erinnerungen an die Finanzmarktkrise 2008/09 oder das Platzen der Bewertungsblase im Jahr 2000 wach, als deutsche Aktien insgesamt sogar 56% bzw. 73% einbüßten. Da der DAX im Zuge der Abwärtsbewegung sämtliche Unterstützungsmarken gebrochen hat, richtet sich der Blick mittlerweile auf die lange Zeitebene. Die Tiefs der vergangenen Tage bei 8.250 Punkten entsprechen in etwa den früheren Allzeithochs von 2000 und 2007. Ein Bruch dieser Unterstützung würde das technische Bild nochmal zusätzlich belasten. Der DAX handelt nur wenige Prozentpunkte oberhalb der letzten ernsthaften Unterstützungsmarke. Zumindest konnte zuletzt der Abwärtsdruck etwas gestoppt werden und die Tiefs bei 8.250 Punkten von Anfang letzter Woche wurden bisher nicht mehr unterschritten. Voraussetzung für eine zumindest temporäre Stabilisierung wäre ein Sprung über die Marke von 10.000 Punkten.

++++++ Diskussion über Schuldenunion innerhalb der EU ++++++

Radikale Hilfsmaßnahmen wie in Deutschland sind in anderen Teilen der EU, wie z.B. in Südeuropa oder in Frankreich kaum umsetzbar. Hintergrund ist die ohnehin schon hohe Staatsverschuldung in diesen Ländern. Damit dürfte die Stabilität der Eurozone zu einem Teil davon abhängen, dass Deutschland und andere Staaten der Kernunion bereit sind, Schritte in Richtung einer Schuldenunion mitzutragen. Die Einführung von zunächst zeitlich befristeten Gemeinschaftsanleihen, Garantien Deutschlands für eine Kreditlinie Italiens mit dem ESM oder die Aktivierung des OMT-Programms der EZB (mit geänderten Konditionen) wären mögliche Schritte.

++++++ Bundesregierung rechnet mit Wirtschaftsminus von 5% ++++++

Die Entwicklungen rund um die Corona-Krise geben weiterhin den Ton an den Märkten an. Typisch für ausgeprägte Abwärtstrends ist, dass Zwischenerholungen meist von kurzer Dauer sind. Mittlerweile werden im Zusammenhang mit der Corona-Krise zunehmend Zahlen bekannt. So geht eine Schätzung des ifo-Instituts davon aus, dass die Corona-Krise Deutschland 729 Milliarden Euro kosten könnte. Die Bundesregierung rechnet mit einem Wirtschaftsminus in Höhe von fünf Prozent. Auch die Kauflaune der Verbraucher im Euro-Raum hat sich im März verschlechtert, jedoch nicht so stark wie befürchtet. Unterdessen hat das Bundeskabinett ein beispielloses Hilfspaket beschlossen. Der Bund wird sich dafür in diesem Jahr mit der Rekordsumme von rund 156 Milliarden Euro neu verschulden. Darüber hinaus stehen die Notenbanken im Fokus. Gestern betonte ein EZB-Ratsmitglied, dass die EZB die Maßnahmen zur Bekämpfung der Folgen durch Corona noch ausweiten könnte. Beispielsweise könnte die Größe des Anleiheprogramms erhöht oder die Zusammensetzung und Dauer geändert werden.

23. März

++++++ Bundesregierung plant Nachtragshaushalt i.H.v. 150 Milliarden Euro ++++++

Der Sprung der Anzahl von Infizierten über 300.000 und mehr als 13.000 Toten am Wochenende hat die Abschottungsmaßnahmen weltweit forciert. In Italien wurden die meisten Industriebetriebe stillgelegt, in Deutschland wurde hiervon bisher noch abgesehen. Trotzdem bedroht der Stillstand des öffentlichen Lebens eine Vielzahl von Betrieben, hauptsächlich kleine Unternehmer und Selbständige ohne große Rücklagen. Daher hat die Regierung ein Hilfsprogramm über 600 Milliarden Euro auf den Weg gebracht, das über einen Wirtschaftsstabilitätsfonds (WSF) Soforthilfen und Kredite bereitstellen soll. Diese Maßnahmen dürften den Bundeshaushalt um etwa 120 Milliarden Euro belasten. Finanzminister Scholz rechnet zusätzlich mit etwa 33 Milliarden Euro Steuerausfällen in diesem Jahr. Daher soll ein Nachtragshaushalt über 150 Milliarden Euro beschlossen werden.

++++++ Zahl der Neuinfektionen in den USA nimmt stark zu ++++++

Mittelstand und Großunternehmen in Deutschland schalten in einem beeindruckenden Akt von Solidarität und Kreativität auf Pandemiebekämpfung um. Autobauer wie VW stellen Atemmasken her, Kosmetikkonzerne wie Beiersdorf und Mittelständler stellen auf Desinfektionsmittelproduktion um. Der Maschinenbau will sich in der Herstellung von Schutzkleidung wie Brillen, Anzügen und Kitteln sowie Beatmungsgeräten engagieren. Derweil plant die Bundesregierung die Haftungsfreistellung für Betriebsmittel bei KMUs von 80% auf 90% zu erhöhen, um die Bonität zu verbessern. Die Märkte werden trotz der jüngsten fiskalischen und geldpolitischen Hilfsprogramme weiterhin hochvolatil bleiben. Vor allem die USA sind im Pandemiezyklus 1-2 Wochen hintendran und verzeichnen eine starke Neuinfektionsdynamik. Die ökonomischen Verwerfungen eines Shutdowns jenseits des Atlantiks dürften noch nicht eskomptiert sein. 100 Millionen Amerikaner wurden gestern dazu aufgerufen, zu Hause zu bleiben.

++++++ Kampf gegen Corona: Vorbild Südkorea ++++++

Die am Sonntag verhängten Maßnahmen der Bundesregierung setzen auf massive Reduzierung sozialer Kontakte. Nur noch alleine oder zu zweit in der Öffentlichkeit, mehr geht nur im engsten Familienkreis, am besten ganz zu Hause bleiben. Ziel der neuen Regeln ist erstens Zeitgewinn, um die derzeit 28.000 Intensivbetten zügig um mindestens ein Drittel aufzustocken und zweitens die derzeit noch exponentiell steigende Kurve der Neuinfektionen abzuflachen. Das Vorbild hierbei ist Südkorea: ähnlich industrialisiert, noch höhere Bevölkerungsdichte und ebenfalls eine Demokratie. Die Südkoreaner haben es geschafft, die Kurve abzuflachen, genau wie die Chinesen, allerdings ohne drastische Abriegelungsmaßnahmen oder Ausgehbeschränkungen. Wie? Sie testen viel mehr und viel schneller. Bis Samstag waren es 327.509 Tests, davon 8.799 positiv. Getestet wird in Drive-Through-Stationen, zügige Veröffentlichung der Testergebnisse auf der Website der Seuchenbehörde, Quarantäne, Kontaktverbot und Verfolgung der Infektionsketten. Wie? Durch konsequente Auswertung der Mobilfunkdaten. Die Südkoreaner bekommen per App einen Hinweis, wenn sie sich in der Nähe eines Infizierten aufgehalten haben. Durch diese Vorgehensweise sinkt auch die Gefahr einer sogenannten zweiten Welle, wenn Maßnahmen wieder gelockert werden. Hierzulande erfolgt der Eindämmungsversuch aufgrund begrenzter Laborkapazitäten für die Testauswertung sowie des unzureichenden Digitalisierungsgrades nun über einen Shutdown des sozialen Lebens und Teilen der Wirtschaft. Wenn sich genug BürgerInnen an die Auflagen halten, kann dies zumindest kurzfristig ebenfalls zu einem Abflachen der Kurve in den kommenden 2-3 Wochen führen. Danach droht jedoch eine zweite Welle, sofern Tests und Vernetzung nicht ausgebaut werden können. Folglich könnten die Maßnahmen auch so lange in Kraft bleiben, bis das RKI der Bevölkerung einen ausreichenden Immunisierungsgrad bescheinigt. Dagegen spricht allerdings die ökonomisch kritische Dreimonatsmarke, ab der eine Vielzahl der Unternehmen und Gewerbetreibenden fiskalisch kaum noch zu stützen ist. Mit nachhaltigem Erfolg ist wohl erst bei Anwendung eines Impfstoffes zu rechnen. Bestenfalls liegt dieser ab Herbst vor, laut RKI ist Frühjahr 2021 wahrscheinlicher.

++++++ Parketthandel an der New Yorker Börse eingestellt ++++++

Am Freitag gelang es dem DAX (+3,7 Prozent) eindrucksvoll, seine am Tag zu vor begonnene Erholungsbewegung auszubauen. In der Folge wurde die psychologisch wichtige 9.000er-Marke zeitweise überwunden. Kurz darauf wurden aber Teile der Kursgewinne wieder abgegeben. Derartige Kursverzerrungen sind am Verfalltag typisch, insofern müssten die kommenden Tage zeigen, wie nachhaltig der kurzfristige Aufwärtsimpuls tatsächlich war. Für etwas mehr Zuversicht bei den Anlegern sorgten die verschiedenen Maßnahmen der Notenbanken. Zuletzt hatte die EZB ein Notkaufprogramm für Anleihen beschlossen. Die britische Notenbank senkte den geldpolitischen Schlüsselsatz von zuvor 0,25 Prozent auf das Rekordtief von 0,1 Prozent, und hat gleichzeitig weitere Anleihekäufe im Volumen von 200 Milliarden Pfund bekannt gegeben. Die norwegische Notenbank senkte am Freitag zum zweiten Mal innerhalb einer Woche den Leitzins auf ein Rekordtief von 0,25 Prozent. Heute wird der DAX mit Kursverlusten in den Handel starten, nachdem der Dow Jones am Freitag abermals unter die Räder kam und über 900 Punkte verlor. Mit einem Kursabschlag von mehr als 17 Prozent verbuchte der Dow die schwächste Woche seit der Finanzkrise im Jahr 2008. Die Monatsbilanz könnte die schlechteste Performance seit dem Crash im Oktober 1987 erreichen. Ab heute wird der Parketthandel an der NYSE eingestellt. Nur noch elektronische Orders können platziert werden, was die Gefahr größerer Kursausschläge birgt.

20. März

++++++ DAX zeigt Stabilisierungsanzeichen ++++++

Sowohl der DAX als auch die weltweiten Aktienmärkte zeigen auch weiterhin nicht überraschend hohe Tageschwankungen. Negative Wirtschaftsmeldungen und eine ausgeprägte Risikoaversion unterstützen dies. Allerdings versuchen die Notenbanken mit umfangreichen Maßnahmen gegenzusteuern. So hat die EZB über Nacht ein Notkaufprogramm für Anleihen mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro beschlossen. Dieses bezieht sich auf Wertpapiere der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft. Die britische Notenbank senkte gestern den geldpolitischen Schlüsselsatz von zuvor 0,25 Prozent auf das Rekordtief von 0,1 Prozent. Auch werden die Anleihenkäufe um 200 Milliarden auf 645 Milliarden Pfund ausgeweitet. Mittlerweile wurden zudem die Eckdaten des geplanten US-Konjunkturprogramms konkretisiert. Laut der republikanischen Regierung sollen alle Steuerzahler unter anderem einen Scheck über 1.200 Dollar und zusätzlich pro Kind 500 Dollar bekommen. Die Risikoaversion ging gestern etwas von 82,22 auf 76,85 zurück, allerdings wurde im Tagesverlauf ein Hoch bei 84,47 markiert. Damit wird deutlich, dass es sich häufig nur um Momentaufnahmen handelt. Der DAX wird heute, angesichts positiver Vorgaben von den Überseebörsen, mit moderaten Kursgewinnen in den Handel starten.

++++++ ifo-Geschäftsklimaindex stürzt ab ++++++

Das ifo Geschäftsklima stürzte um 8,4 Punkte auf einen Stand von 87,7 Punkten. Der bislang größte Rückgang ging nicht einmal halb so tief! Der Kollaps zeigt sich in nahezu allen Wirtschaftsbereichen, lediglich die Bauwirtschaft verzeichnete einen vergleichsweise moderaten Rückgang des Saldos um 5,4 Punkte. Die Geschäfts-erwartungen wurden mit einem Rückgang um 11,4 Punkte geradezu pulverisiert. Angesichts der Entwicklung der Ansteckungszahlen fehlt den Unternehmen jegliche Phantasie für eine Besserung. Aktuell erscheint uns eine kräftige Beeinträchtigung, die bis in den Mai hineinreicht, und ein Aufholprozess, der sich gleichmäßig auf das dritte und vierte Quartal verteilt, als plausibelste Annahme. Dies würde zu einer Schrumpfung des deutschen BIP im Jahr 2020 um 4,5 % führen.

++++++ Dynamischer Anstieg der Infizierten +++++

Die Anzahl der Infizierten steigtweiter dynamisch. Allein seit gestern, nahm die Anzahl weltweit um knapp 26 Tsd. zu (Vortag: 20 Tsd., zuvor unter 15 Tsd. pro Tag). Aktuell steht insbesonder Europa im Zentrum der Epidemie, nachdem China, Japan und Südkorea Erfolge bei der Eindämmung aufweisen können. Mit rückläufigen Ansteckungszahlen ist erst in ca. 2-3 Wochen nach Einführung harter Quarantänemaßnahmen zu rechnen. Also für Italien in ca. einer Woche – in Deutschland in ca. zwei Wochen.

19. März

++++++ Europa überlegt Einführung gemeinsamer Anleihen ++++++

Die USA denken darüber nach, ähnlich wie Hongkong jedem Bürger des Landes einen Scheck zur Verfügung zu stellen. Dabei steht eine Summe von 1.000 US-Dollar im Raum. In der Eurozone wird über die Einführung von gemeinsamen Anleihen nachgedacht, auch um der zunehmenden Fragmentierung des EWU-Bondmarktes entgegenzuwirken. So hat Italiens Premier Conte die Idee von „Coronavirus-Bonds“ ins Gespräch gebracht, um eine drohende Krise der Staatsfinanzen seines Landes zu lindern. Die Peripheriespreads sind in den vergangenen Handelstagen dramatisch gestiegen. Vor allem italienische Bonds weisen massive Renditeanstiege auf. Auch Bundesanleihen stehen unter Druck. Dennoch hat sich der Spread zu Italien auf über 300 Basispunkte ausgeweitet – das höchste Niveau seit November 2018. Zur Erinnerung: Während der Eurokrise lag der Spread teilweise oberhalb von 550 Bp. und die BTP-Rendite stieg auf 7,30 %. Problematisch an der derzeitigen Situation ist aber die Geschwindigkeit des Renditeanstiegs, wodurch das krisengeschüttelte Land in Bedrängnis gerät. Entscheidend ist, dass Vertrauen der Marktteilnehmer in die Stabilität der Eurozone nicht erschüttert wird. Die Bank von Italien hat bereits reagiert und am Bondmarkt interveniert.

++++++ Erneute Verkaufswelle bei US-Aktien ++++++

In den USA gibt es noch keine Einigung über das erhoffte Rettungspaket. Da die Meldungen über teils dramatische Anstiege von Infektionen zunahmen – auch in den USA – setzte am Abend eine erneute Verkaufswelle ein, die US-Aktienindizes um bis zu 10 % nach unten getrieben hat. Ein erneuter Absturz des Ölpreises um bis zu 20 % auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren hat zusätzlich verunsichert. Heute Morgen hat sich der S&P Future leicht erholt, die meisten asiatischen Aktienmärkte handeln aber trotzdem im Minus. Das neue EZB-Notfallprogramm („PEPP – Pandemic Emergency Purchase Programme“) wird unsere Rentenmärkte unterstützen und auch bei Aktien für etwas mehr Zuversicht sorgen. Die Notenbanksitzungen in Japan, Norwegen und der Türkei sind bereits vorgezogen worden, die Schweiz und Südafrika stehen noch im Kalender.

++++++ EZB beschließt Notkaufprogramm ++++++

„Fester Dienstag, schwache Woche“ lautet eine alte Börsenweisheit. Diese könnte sich aktuell bewahrheiten, nachdem der DAX am Dienstag mit einem Plus aus dem Handel ging und bereits gestern wieder deutlich nachgab. Die Erwartung des RKI, dass mit einer schnellen Ausweitung der Epidemie zu rechnen ist, trug ebenso dazu bei wie die in verschiedenen Bereichen deutlich sichtbaren Spuren. Gute Beispiele sind die Entwicklung bei den Airlines oder die Autoproduktion in Europa, die mittlerweile weitgehend stillsteht. Seitens der EZB war zu hören, dass die Geldpolitik die Krise nicht allein beheben kann. Eine starke fiskalische Antwort, idealerweise auf europäischer Ebene, würde benötigt. Die EZB selbst tritt entschlossen auf. In der Nacht auf Donnerstag wurde ein massives Notkaufprogramm für Anleihen beschlossen. Dieses hat ein Volumen von 750 Milliarden Euro und soll sich auf Wertpapiere der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft beziehen. Die EZB stehe bereit, wenn nötig das Programm auszuweiten. Beendet werde es erst, wenn der EZB-Rat die Corona-Krise für bewältigt halte.

18. März

++++++ RKI stuft Gesundheitsrisiko mittlerweile als „hoch“ ein ++++++

Die Einschränkungen durch die Ausbreitung des Coronavirus nehmen zu. Im Rahmen einer Videokonferenz beschlossen die EU Staats- und Regierungschefs die Außengrenzen der Union für Nicht-EU-Bürger für 30 Tage dicht zu machen. In Frankreich gilt seit gestern eine Ausgangssperre, zunächst für die nächsten 14 Tage. Die Autobauer Daimler und VW kündigten unterdessen an, einen Großteil ihrer Produktion in Europa vorübergehend zu stoppen. Die UEFA verschiebt die Fußball-Europameisterschaft, die im Juni beginnen sollte, auf 2021. Das Robert Koch-Institut (RKI) hebt aufgrund des starken Anstiegs der Fallzahlen seine Einstufung des Gesundheitsrisikos von „mäßig“ auf „hoch“ an. Hinsichtlich der Ausbreitung der Corona-Pandemie gibt es zumindest einen ersten kleinen Hoffnungsschimmer: In Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien fiel die Zahl der Neuerkrankungen gestern jeweils niedriger aus als am Tag zuvor.

++++++ Dramatische Umsatzeinbußen für den Einzelhandel ++++++

Experten befürchten, dass der kommende ifo-Geschäftsklima-Index aufgrund der Corona-Krise dramatisch einbrechen wird. Der Virus hat Deutschland bereits jetzt voll im Griff, wobei die Infektionskurve gerade erst so richtig beginnt zu steigen. Laut Handelsverband HDE betragen die Kosten des Shutdowns in Deutschland für den Einzelhandel 1,15 Milliarden Euro pro Tag. Das entspricht einem BIP-Ausfall von 0,2 % pro Woche – und das nur vom Einzelhandel! Bis Ende April wären das 1,2 % BIP-Ausfall. Bei der KfW können ab Montag Notkredite beantragt werden, die Auszahlung wird aber zwei bis drei Wochen dauern.

++++++ DAX-Erholung nur von kurzer Dauer ++++++

Nach den deutlichen Kursverlusten zu Wochenbeginn gelang es dem DAX gestern, eine Erholungsbewegung zu vollziehen. Diese war besonders auf einen Kurssprung beim Dow Jones (dieser hatte zuvor den deutlichsten Tagesverlust seit dem Crash im Jahr 1987 und den drittgrößten in der Geschichte verbucht) zurückzuführen. US-Präsident Trump hatte via Twitter angekündigt, alle Industrien zu unterstützen, z.B. Airlines, die vom Virus besonders betroffen sind. Darüber hinaus steht ein Plan im Raum, wonach rechnerisch jeder US-Bürger im Schnitt bis zu 4.000 Dollar für Konsumzwecke erhalten könnte. Die Märkte zeigen sich von diesem Vorhaben jedoch unbeeindruckt. Der Dow Jones-Future verliert aktuell wieder über 800 Punkte, auch an den asiatischen Börsen geht es überwiegend abwärts. Insofern wird auch der DAX heute erneut zur Schwäche tendieren. Unterdessen nehmen Spekulationen um mögliche Börsenschließungen zu. Auf den Philippinen wurde dieser Schritt bereits vollzogen, an den US-Börsen wird über eine mögliche Verkürzung der Handelszeiten diskutiert. Die Deutsche Börse sah zuletzt keinen Grund für ein Aussetzen des Handels.

17. März

++++++ DAX mit größerer Korrektur als zur Eurokrise ++++++

Die Furcht vor einer weltweiten Rezession durch die Coronavirus-Pandemie ließ den DAX gestern mit -5,31 % auf einem Fünfeinhalb-Jahres-Tief von 8.742 Punkten aus dem Handel gehen, womit er sich auf dem Niveau seines 12-Monat-Forward-Buchwerts von ca. 8.700 Punkten befindet. Kursverluste in ähnlicher Größenordnung verbuchten auch die Handelsplätze in London, Paris, Madrid und Mailand. Seit dem 19. Februar ist der DAX-Kurs um rund 36 % eingebrochen und übertrifft damit nicht nur den Mittelwert aller bisherigen DAX-Korrekturen (-23 %) weit, sondern verläuft auch stärker als in den beiden vorausgegangenen Einbrüchen mit China-Bezug (2015: -29 % und 2018: -23 %). Sogar der Einbruch während der Eurokrise (-33 %) wurde übertroffen. Falls sich die Pandemie nicht zu einer unendlichen Geschichte ausweiten sollte, dürfte damit bereits viel Negatives in den Kursen verarbeitet sein. Unterdessen verkauften Anleger die Krisenwährung Gold, um Verluste in anderen Bereichen auszugleichen, womit sich das Edelmetall auf 1.514 Dollar je Feinunze verbilligte. Das digitale Pendant schlechthin, Bitcoin, büßte seit Dienstag letzter Woche gar 34% ein. Getreu dem Kredo „Cash ist King“ ist derzeit Bares der ultimative Fluchtpunkt.

++++++ Deutschland vor dem Shutdown ++++++

Bund und Länder hatten sich gestern im Kampf gegen den Coronavirus auf einen drastischen Maßnahmen-Katalog verständigt. Sobald die Beschlüsse in den Kabinetten der Länder umgesetzt sind, wird das öffentliche Leben stillstehen. Museen, Messen, Bars, Veranstaltungsräume, Sportanlagen, Schwimmhallen, Sportstudios, Spielplätze und vieles mehr wird geschlossen. Treffen von mehreren Menschen wie z.B. in Gottesdiensten werden untersagt, genauso wie Übernachtungen von Touristen. Die drastischen Maßnahmen, die in ähnlicher Form in mehreren Ländern umgesetzt werden, verschärfen die Unterbrechung vieler Waren-Lieferketten, sodass sich die schon lange grassierende Industrierezession noch verschärft. Mit den Einschränkungen des normalen Lebensstils wird nun zusätzlich noch der Dienstleistungssektor brutal an die Wand gefahren. Experten passen ihre Konjunkturprognosen daher nochmals nach unten an. Der katastrophale Einbruch in der ersten Jahreshälfte stürzt Deutschland für das Gesamtjahr voraussichtlich auf ein negatives Wirtschaftswachstum von -1,5 %, in der zweiten Jahreshälfte sollten aber Aufholungseffekte einsetzen.

++++++ Zunächst keine weiteren Hilfsprogramme der EU ++++++

Auf dem Sondergipfel der EU-Finanzminister wurden keine weiteren Hilfsprogramme auf den Weg gebracht. Eher das Gegenteil davon war der Fall, nämlich Reisebeschränkungen. In den nächsten 30 Tagen sollen nicht dringend notwendige Reisen unterlassen werden, der Warenverkehr hingegen ungestört betrieben werden können. Da der EU keine Möglichkeit der massiven Schuldenaufnahme zur Verfügung steht, sind ihre Mittel arg begrenzt. Dafür verkündeten aber viele Regierungen massive Hilfs- und Kreditprogramme: In Frankreich werden 300 Milliarden Euro für Steuerstundungen und Unternehmenskredite bereitgestellt, zudem wird die gerade erst hart erkämpfte Rentenreform zunächst ausgesetzt. Noch größer geht der IWF ran, er stellt Kreditkapazitäten in Höhe von 1.000 Milliarden US-Dollar zur Verfügung.

++++++ Weltweite Leitindizes mit historisch großen Kursabschlägen ++++++

An den Aktienmärkten schien es gestern kein Halten mehr zu geben. Der DAX verlor phasenweise sehr deutlich. Im Zuge dessen wurden weitere, beachtenswerte Supports, beispielsweise bei 9.168, 8.989, 8.744 und 8.714 Zählern durchbrochen. Eine Projektions-Unterstützung (8.412) konnte letztendlich verteidigt werden. Neben dem Blick auf den DAX gilt es auch andere Indizes zu beachten. So fiel der Europäische Bankenindex teilweise um über zehn Prozent auf ein neues 32-Jahres-Tief. Seitens der EZB war zu hören, dass man weitere Maßnahmen ergreifen werde, sofern eine Intervention bei Staatsanleihen erforderlich sein sollte. Der EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton rechnet inzwischen damit, dass die EU in diesem Jahr in eine Rezession abgleiten wird. In den USA verbuchte der Dow Jones gestern die größten Kursabschläge seit 1987 und den drittgrößten Tagesverlust seiner Geschichte. Die Reihe von Superlativen könnte beliebig fortgeschrieben werden. Heute wird der DAX mit moderarten Kursgewinnen in den Handel starten. Die Überseebörsen und der Dow Jones-Future erholen sich etwas.

16. März

++++++ Dramatische Konjunkturdaten aus China ++++++

Die Industrieproduktion in China hat schon mal einen ersten Eindruck vermittelt, wie dramatisch der Coronavirus die Wirtschaftskreisläufe unterbrochen hat. Der Einbruch um 20 auf -13,5 Punkte ist noch dadurch verzerrt, dass dies wegen des chinesischen Neujahrsfests aggregierte Zahlen von Januar (kein Corona-Einfluss, aber Rückgang durch Handelskrieg) und Februar sind. Dasselbe gilt für den Einzelhandelsumsatz, der in beiden Monaten um 28 Punkte auf minus 20 Punkte eingebrochen ist. Der Virus hat gerade im vergangenen Monat im Reich der Mitte sowohl den privaten Konsum als auch die Produktion schwer belastet. Immerhin steigt nun – mit der allmählichen Rückkehr der Belegschaften an den Arbeitsplatz – auch die Kapazitätsauslastung der chinesischen Industrie wieder an. Die Epidemie dürfte Chinas Wirtschaft weiterhin beschäftigen, die stark rückläufigen Zahlen neuinfizierter Personen lassen aber hoffen, dass vielleicht ab April wieder bessere Daten aus China vermeldet werden können.

++++++ In nur 77 Tagen vom ersten Verdacht bis zum Notstand ++++++

Am 30.12.2019 informierte der chinesische Arzt Li Wenliang seine Arztkollegen über sieben Patienten, die im Verdacht auf eine Infektion mit einem SARS-Virus im Zentralkrankenhaus in Wuhan behandelt werden. 11 Wochen später hat dieses Virus dazu geführt, dass in Europa Landesgrenzen geschlossen wurden und dass das öffentliche Leben nicht nur in Fernost, sondern auch in Europa und vermutlich bald auch in den USA deutlichen Beschränkungen unterliegt. Auch in Spanien und den USA wurde der nationalen Notstand ausgerufen. In Österreich gelten seit gestern strenge Ausgangsbeschränkungen. Und als erstes Bundesland hat Bayern den Katastrophenfall ausgerufen. Ab Mittwoch dürfen nur bestimmte Einrichtungen geöffnet bleiben, die eine besondere Bedeutung für die öffentliche Versorgung haben wie z.B. Supermärkte, Apotheken, Tankstellen und Banken.

++++++ Maßnahmen von Politik und Notenbanken sollen Corona-Folgen abmildern ++++++

Alles dicht – Schulen, Unis und sogar die Grenzen. Aber die Kapitalmärkte sind noch offen und spielen verschiedene wechselnde Lageeinschätzungen durch. Am Freitag ging es mächtig rauf und runter. Am Ende hatten die US-Märkte jedoch wieder massiv um bis zu 10 % zugelegt, als spät am Abend endlich das lang erwartete Hilfsprogramm in den USA verkündet wurde. Wie die Fed – nur in kleinerem Maßstab – hatten am Freitag bereits verschiedene Notenbanken in Asien ihre Banken mit zusätzlichen Liquiditätsmaßnahmen unterstützt. Und zusätzlich kam auch endlich Hilfe durch die Politik. Die Maßnahmen der Bundesregierungen sind zielgenau und geeignet, die aus der Corona-Krise resultierenden Folgen abzufedern: Die Kurzarbeitsregelung erleichtert es den Unternehmen, ihre Beschäftigten auch in einer wirtschaftlich schwierigen Situation zu halten. Steuerstundungen vermeiden Mittelabflüsse der Unternehmen. Unbegrenzte KfW-Kredite für Unternehmen helfen Insolvenzen zu vermeiden.

++++++ Fed senkt Leitzinsen auf nahezu 0% ++++++

Jetzt also die Super-Vitaminbombe! Die US-Notenbank Fed hat in einer erneuten Notfallsitzung die Leitzinsen um 100 Basispunkte auf nahezu Null gesenkt. Der Korridor steht nun zwischen 0,00 und 0,25 %. Außerdem können Banken in einem 90-Tage-Discount-Fenster auf Liquidität zugreifen und gemeinsam mit fünf anderen Notenbanken werden Dollar-Swap-Linien rund um die Welt zur Verfügung gestellt. Zur Stützung des Zinsniveaus wird die Fed US-Treasuries in Höhe von mindestens 700 Milliarden US-Dollar aufkaufen. Zumindest Treasuries profitieren von dem Maßnahmenpaket, die Renditen sind um 20 bis 30 Basispunkte gestürzt, am kurzen Ende auf neue Rekordtiefstände. Aktien hingegen ließen sich davon nicht beruhigen, der S&P 500-Future startete in Asien erneut mit Limit-down.

13. März

++++++ Auch Schulen und Kitas in Schleswig-Holstein bleiben zu ++++++

Auch in Schleswig-Holstein bleiben alle Schulen und Kindergärten ab Montag geschlossen. Das wurde heute von Bildungs- und Gesundheitsministerium in Kiel bekanntgegeben. Die Maßnahme gilt bis zum 19. April.

++++++ Erste Schulen und Kindergärten in Deutschland bleiben geschlossen ++++++

Die Zahl der Neuinfektionen in China ist weiter rückläufig und lag zuletzt nur noch im einstelligen Bereich. Außerhalb der Volksrepublik breitet sich der Virus jedoch weiter rasant aus. In Frankreich und Belgien werden landesweit Schulen und Kindergärten geschlossen, auch in Deutschland wird bereits in einigen Bundesländern vorsorglich ein solcher Schritt gegangen. Die Regelung gilt zunächst bis Ostern. Für Schleswig-Holstein wird es heute Nachmittag eine Entscheidung der Landesregierung geben.

++++++ Leichte Gegenreaktion an den Börsen +++++++

Nach Kursverlusten der US-Aktienindizes von bis zu 10 % kommt es heute Morgen zu einer kleinen Gegenreaktion. Dadurch fallen auch die nachzuholenden Verluste an den asiatischen Börsen etwas geringer aus. Unterstützung bieten teils massive Liquiditätshilfen verschiedener Notenbanken sowie die Hoffnung auf weitere Maßnahmen wie Wertpapierankäufe beispielsweise durch die Bank of Japan. Auffällig ist jedoch, dass trotz der verheerenden Verluste an den Aktienbörsen sichere Assets wie US-Treasuries, Bunds und Gold nicht mehr hinzugewinnen können. Unsere Märkte dürften mit einer kleinen Erleichterung starten, doch die Angst um dramatische Entwicklungen über das Wochenende wird die Märkte vermutlich weiter beherrschen.

++++++ EZB-Maßnahmenpaket konnte DAX-Sinkflug nicht stoppen ++++++

Die Corona-Krise hat die Aktienmärkte fest im Griff. Rund um den Globus werden Maßnahmen gegen eine schnelle Ausbreitung des Virus ergriffen, z.B. Grenzschließungen, Reisebeschränkungen oder an vielen Orten auch die Einstellung des Schulbetriebs sowie Absagen von Großveranstaltungen und Messen. Das öffentliche Leben wird eingeschränkt. Massive Nachfrageausfälle sind zu befürchten und mit dem Anstieg der Rezessionssorgen wird zunehmend an der Kreditwürdigkeit vieler Unternehmen gezweifelt. Die Creditspreads steigen. Die Europäische Zentralbank bringt ein Maßnahmenpaket auf den Weg, zu einer Marktberuhigung ist es aber nicht gekommen. Nach den Beschlüssen setzte eine neue Verkaufswelle ein. Am Tagesende stand ein Minus von 12% zu Buche und der DAX ging bei 9.161 Punkten aus dem Handel. Auch die US-Notenbank konnte mit Liquiditätszuführungen in Höhe von 1,5 Billionen US-Dollar die Lage an den dortigen Börsen nicht beruhigen. Die asiatischen Indizes stehen ebenfalls erneut im Minus.

12. März

+++++ DAX fällt unter die 10.000 Punkte-Marke ++++++

Die US-Aktienmärkte gaben am Donnerstag erneut deutlich nach. Der S&P 500 verlor knapp 5%, der Dow Jones fast 6%. Um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen, kündigte US-Präsident Trump nach Börsenschluss in den USA zudem an, den Flugverkehr von Europa in die USA für 30 Tage auszusetzen. Trump warf in seiner Ansprache den Europäern Versäumnisse bei der Virus-Bekämpfung vor. US-Aktienfutures gaben infolge der Erklärung Trumps nochmal massiv nach, weil der US-Präsident zunächst fälschlicherweise auch eine Einschränkung des Güterverkehrs zwischen Europa und den USA angedeutet hatte. Dies wurde jedoch durch einen Sprecher der US-Regierung anschließend korrigiert. Der Güterverkehr zwischen Europa und den USA soll nicht beeinträchtigt werden. Die Märkte belastete zudem, dass nach den vollmundigen Ankündigungen Trumps zu Wochenbeginn nur wenig Konkretes von einem fiskalischen Stützungsprogramm in den USA zu hören ist. Die asiatischen Aktienmärkte haben aufgrund der negativen US-Vorgaben heute Morgen tief im Minus eröffnet. Auch der DAX befindet sich weiter im freien Fall und hat die psychologisch wichtige Marke von 10.000 Punkten am Donnerstagmorgen unterschritten.

++++++ EZB unter Druck ++++++

Die Europäische Zentralbank steht unter Druck. Der Coronavirus trübt die konjunkturellen Perspektiven und sorgt für Verunsicherung, teilweise sogar für Panik. Wirtschaftspolitisches Handeln ist jetzt gefordert, um der Konjunktur angesichts des teilweise zum Stillstand kommenden öffentlichen Lebens unter die Arme zu greifen. Koordinierte Maßnahmen im gemeinsamen Währungsraum sind erforderlich und werden auch von EZB-Präsidentin Christine Lagarde eingefordert. Kurzarbeitergeldregelungen sind hierzulande auf den Weg gebracht. Auch andere Länder haben Pläne. Sogar auf EU-Ebene gibt es Diskussionen über weitergehende Maßnahmen. Mögliche Instrumente der EZB sind allerdings nicht für einen punktuell genauen Einsatz in besonders betroffenen Regionen, Branchen und Unternehmen konzipiert. Christine Lagarde hat dennoch das volle Spektrum der geldpolitischen Instrumente ins Gespräch gebracht. Es ist davon auszugehen, dass die EZB den Einlagenzins um weitere 10 Basispunkte auf -0,60 % senken wird.

++++++ Alle Augen auf Italien ++++++

Im Zuge der Corona-Krise konnten Anleger italienische Staatsanleihen mit 7 % Rendite kaufen. Dank „whatever it takes“, einigen Reformen und dem Anlagenotstand sind die Renditen seitdem massiv gesunken. Nun ist Italien in Europa das Zentrum der Corona-Krise und steht damit vor neuen Herausforderungen. Die starken Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, das Verbot von Großveranstaltungen und weitere Maßnahmen werden die wirtschaftliche Entwicklung belasten. Die Märkte haben deutlich reagiert. Die zuvor negative Rendite für 2-jährige Staatsanleihen ist wieder positiv und liegt rund 50 Basispunkte höher als vor der verstärkten Ausbreitung des Virus vor zweieinhalb Wochen. Die 10-jährigen bieten etwa 30 Basispunkte mehr, so dass die Kurve ihren seit gut einem Jahr laufenden Trend zur Verflachung fortgesetzt hat. Um den Rezessionsrisiken entgegenzuwirken, plant die italienische Regierung ein Fiskalprogramm mit einem Volumen von 25 Milliarden Euro.

++++++ Coronavirus mittlerweile als Pandemie eingestuft ++++++

Die Dramatik steigt! Die Welt befindet sich laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer Pandemie. Die Abschottungsmaßnahmen werden verschärft: In Europa werden zunehmend Grenzen geschlossen und das öffentliche Leben lahmgelegt. In Italien werden gar fast sämtliche Geschäfte geschlossen. Präsident Trump verhängt ein vierwöchiges Einreiseverbot für Europäer, ausgenommen Briten. Immerhin rollen so langsam die Konjunktur-Rettungsmaßnahmen auch in Europa an. Richtig stark legte gestern Morgen die Bank of England vor: Die Leitzinsen wurden um 50 Basispunkte auf 0,25% gesenkt, ein neues Term Funding Scheme für Unternehmen wurde aufgelegt und der antizyklische Kapitalpuffer für Banken ausgesetzt. Zudem stellte der neue Schatzkanzler Sunak in seinem Budget 30 Milliarden Pfund an Notfallmitteln zur Verfügung, um die Wirtschaft zu unterstützen. In der Folge wird sich die Staatsverschuldung deutlich ausweiten. Die Zinskurve wurde daraufhin steiler, allerdings nicht sonderlich stark, denn als weitere Maßnahmen könnten später noch mehr Zinssenkungen und vor allem eine Aufstockung der Anleihekäufe folgen. In Italien hat Ministerpräsident Conte den Freibrief der EU-Kommission zur Defizitausweitung gerne aufgegriffen und das Konjunkturprogramm gleich auf 25 Milliarden Euro aufgebohrt. Bundeskanzlerin Merkel versprach endlich: „Wir tun, was notwendig ist“ und hält damit nicht mehr zwanghaft an der schwarzen Null fest. Am Freitag soll Wirtschaftsminister Altmaier die geplanten Maßnahmen vorstellen.

11. März

++++++ Erste Konjunkturpakete beschlossen, um die Wirtschaft zu unterstützen ++++++

Die Verunsicherung an den Kapitalmärkten sitzt tief. Gerüchte oder vereinzelte Meldungen über konjunkturelle Hilfspakete oder Unterstützungsmaßnahmen sowie deren Dementis reichen aus, um die Aktienmärkte im Prozentbereich nach oben oder unten zu bewegen. In der Hoffnung auf ein „großartiges“ Konjunkturpaket in den USA hatten europäische und US-Aktienmärkte gestern bis zu 4% Kurserholungen aufgebaut, diese im Tagesverlauf dann jedoch wieder verloren. Trump versprach nun entsprechende Verhandlungen mit dem Kongress für den heutigen Mittwoch. Dabei wurde angedeutet, dass die Maßnahmen neben kleinen Unternehmen auch die am stärksten betroffenen Arbeitnehmer ansprechen würden. Japan hat gestern bereits ein Konjunkturpaket über 8,5 Milliarden Euro beschlossen, mit dem vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen finanzielle Unterstützung eingeräumt wird. Auch betroffene Arbeitnehmer sollen Hilfen erhalten. Italien will heute ein Hilfspaket beschließen und hat dafür die Zusage der EU-Kommission erhalten, dass dies bei der Berechnung des Defizits ausgenommen würde. In Deutschland lassen Wirtschaftshilfen weiter auf sich warten. Lediglich ein kleines Päckchen zur Unterstützung der Gesundheitsmaßnahmen ist auf dem Weg. Die EU-Kommission schließlich bereitet einen Krisenfonds über 25 Milliarden Euro vor. Details über die damit geplanten Maßnahmen gibt es aber noch nicht.

10. März

++++++ Schleswig-Holstein untersagt Großveranstaltungen ++++++

Die Landesregierung Schleswig-Holsteins wird Veranstaltungen mit mehr als 1000 Menschen wegen des Coronavirus untersagen. Dies hat das Kabinett am Dienstag beschlossen. Der Erlass wurde heute auf den Weg gebracht und gilt bis zum 10. April (Karfreitag). „Es ist eine vorübergehende Maßnahme“, sagte Ministerpräsident Daniel Günther in einer Pressekonferenz. „Das ist ohne Zweifel eine Einschränkung. Sie ist aber wichtig. Wir schützen damit Menschen – insbesondere ältere Menschen, die ein höheres Infektionsrisiko haben“, sagte er.

++++++ Österreich stoppt Einreisen aus Italien ++++++

Österreich verhängt ab sofort einen Einreisestopp für aus Italien kommende Personen. Bundeskanzler Sebastian Kurz teilte mit, dass es oberstes Ziel sei, die Einschleppung der Erkrankung zu verhindern. Ausnahmen seien nur für Menschen mit ärztlichem Attest möglich.

++++++ Inflationsraten dürften weiter sinken ++++++

Die Sorgen vor einer globalen Rezession infolge der Corona-Pandemie und der Einbruch der Ölpreise sorgen für einen kräftigen Rückgang der Inflationserwartungen. Auch hier wurden historische Tiefs markiert. Das wiederum ruft nun die Zentralbanken auf den Plan. Mit Blick auf die EZB-Ratssitzung an diesem Donnerstag wird auf eine Reduzierung des Einlagensatzes um 10 Basispunkte auf -0,60 % spekuliert. Zudem könnte es gezielte Langfristtender geben, mit denen Geschäftsbanken klein- und mittelständische Unternehmen günstige Kredite verschaffen können. Die Möglichkeiten der EZB sind aber im Vergleich zu anderen Notenbanken begrenzt. Die amerikanische Notenbank Fed wird möglicherweise nicht auf die FOMC-Sitzung in der kommenden Woche warten, sondern erneut eine außerplanmäßige Zinssenkung vornehmen. Ob dies zu einer Beruhigung der Marktteilnehmer beitragen wird, bleibt abzuwarten. Zu groß sind derzeit die Sorgen vor den wirtschaftlichen Auswirkungen der Virus-Ausbreitung. Viele Unternehmen schränken ihre Produktion ein, es gibt Lieferengpässe, Angebotslücken sowie Nachfragerückgänge.

+++++ Reisebeschränkungen nun in ganz Italien ++++++

Heute Morgen gibt es leichte Erholungssignale an den Aktienmärkten in Asien. Auch der S&P 500-Future legt wieder um gut 3 % zu. Dementsprechend sind die Renditen von US-Treasuries wieder ein gutes Stück angestiegen. Während die Anzahl der Neuinfektionen in China weiter nachgeben, verschärft sich die Lage in Italien. Dort wurden die Reisebeschränkungen auf das ganze Land ausgeweitet. Schulen, Kindergärten und Universitäten bleiben dort bis mindestens Anfang April geschlossen, zusätzlich wurden alle Sportevents abgesagt. Das betrifft u.a. auch die Fußball-Spiele der italienischen Ersten Liga, der Serie A.

++++++ DAX mit höchstem Tagesverlust seit 2001 ++++++

Schwarzer Montag, Panik, Drama oder um es mit den Worten der jüngeren Generation zu sagen: „Epic Fail“. Mit diesen Begriffen wird versucht, die gestrigen Marktbewegungen zu beschreiben. Es ist zu einem regelrechten Börsenbeben gekommen. Die internationalen Aktienmärkte haben massive Kursverluste erlitten, ebenso der US-Dollar. Der Dax weist mit -7,8 % den höchsten Fall seit September 2001 aus, der S&P 500 Index musste sogar kurz nach Eröffnung wegen zu hoher Verluste jenseits von 7 % eine Handelspause einlegen. Am Ende schloss er mit -7,6 %. Gefragt waren hingegen sichere Anlagehäfen, z.B. US-Treasuries oder Bundesanleihen. Die Rendite 10-jähriger US-Anleihen ist kurzzeitig auf ein neues Allzeittief bei 0,31 % gefallen, konnte sich später aber wieder oberhalb der Marke von 0,50 % stabilisieren. Zehnjährige Bundesrenditen haben bei -0,91 % ein neues historisches Tief markiert. Panik-Profiteure sind unter anderem der Schweizer Franken, der Yen und auch der Euro, der mit knapp 1,15 USD das höchste Niveau seit gut einem Jahr erreicht hat.

09. März

++++++ Märkte bleiben von Verunsicherung geprägt ++++++

Die Angst vor dem Coronavirus beherrscht das Geschehen an den Finanzmärkten weiter. Das führt zu einem Abverkauf bei Aktien und einer hohen Nachfrage nach Safe-Haven-Assets. Die Rendite 10-jähriger Treasuries sinkt auf ein historisches Tief unterhalb von 0,50 %, Bundesanleihen rentieren tief im negativen Bereich. Auch Gold und Euro profitieren, noch mehr aber Yen und Franken. Die Verunsicherung ist hoch. Die Perspektiven für Konjunktur und Märkte sind schwer abzuschätzen, zumal jetzt noch die Ölpreise kräftig fallen, nachdem sich die Opec und Russland nicht auf eine Förderkürzung einigen konnten. Vor allem besteht Unsicherheit darüber, welche Folgen die seit Februar unterbrochenen Lieferketten aus China haben werden.

++++++ Dramatische Entwicklung in Italien ++++++

Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen, hat die italienische Regierung zu drastischen Maßnahmen gegriffen: In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde über große Gebiete im Norden eine Quarantäne verhängt. Dazu gehört unter anderem die Lombardei mit der Metropole Mailand sowie die Touristenhochburg Venedig. Insgesamt sind 16 Millionen Menschen betroffen. Die Regionen sind die wirtschaftliche Herzkammer Italiens. Betreten und Verlassen der Regionen ist nur noch aus wichtigen Gründen erlaubt. Das öffentliche Leben ruht.

06. März

++++++ Goldpreis auf Rekordhoch ++++++

Im Zuge der Auswirkungen durch den Coronavirus ist der Goldpreis auf den höchsten Stand seit 2013 geklettert. Aufgrund des Einbruchs an den Aktienmärkten und dem starken Rückgang der Renditen an vielen Anleihemärkten setzen Anleger verstärkt auf das Edelmetall. Am Freitagmorgen schoss der Goldpreis auf 1.690 US-Dollar je Feinzunze.

++++++ Hohe Umsatzeinbußen bei Fluggesellschaften durch Corona ++++++

Die International Air Transport Association (IATA) rechnet damit, dass die die internationalen Fluggesellschaften aufgrund der Flugausfälle durch den Coronavirus in diesem Jahr zwischen 63 Mrd. US-Dollar und 110 Mrd. US-Dollar an Umsatzausfällen erleiden werden, abhängig vom Ausmaß der Krankheitsentwicklung. Im letzten Fall wären das ca. 19 % der Umsätze von 2019 und entspräche in etwa dem Einbruch von 2009. Vor zwei Wochen lagen die Schätzungen der Umsatzeinbußen noch bei 30 Mrd. US-Dollar. Zusammen mit dem gestrigen Bankrott der britischen Fluglinie Flybe nehmen die Kreditsorgen deutlich zu. Experten der Deka halten es für sehr wahrscheinlich, dass die Regierungen den wichtigen Fluggesellschaften (Lufthansa, Air France KLM etc.) gezielt zu Hilfe kommen, um deren Liquidität aufrechtzuerhalten.

++++++ Sinkende Neuinfektionen in China, steigende in Südkorea und Italien ++++++

Noch immer ist der Coronavirus das Top-Thema an den Finanzmärkten. Während in China die Neuinfektionszahlen auf niedrigem Niveau angekommen sind – zuletzt wurden nur 100 bis 200 Neuinfizierte pro Tag gemeldet – steigen die Zahlen in Südkorea, in Italien und im Iran kräftig an. Das hat massive Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Italien: Alle Schulen und Universitäten im Land wurden geschlossen. Der US-Bundesstaat Kalifornien hat unterdessen den Notstand ausgerufen. Demgegenüber gibt es Berichte in China, wonach die Produktionen allmählich wieder angefahren werden. Bis zur Rückkehr zur Normalität dürfte aber noch einige Zeit vergehen. Angesichts dessen verwundert es, dass der CSI300 (chinesischer A-Aktienindex) ein Zweijahreshoch markieren konnte, wohingegen die Indizes in Europa und den USA ungeachtet der jüngsten Erholungen auf niedrigen Niveaus liegen und Zinssenkungserwartungen sehr weit gediehen sind. Die Notenbanken stehen unter Druck.

05. März

++++++ USA und IWF stellen Notfallkredite bereit ++++++

Nach der Entscheidung des US-Repräsentantenhauses, 7,8 Mrd. US-Dollar Notfallfinanzierung für Ausgaben, die mit dem Coronavirus zusammenhängen, bereitzustellen, dürften andere Länder diesem Beispiel folgen. Der IWF spricht von einem Kreditpaket in Höhe von 50 Mrd. US-Dollar, aus dem 10 Mrd. Entwicklungsländer zu 0 % erhalten können. Auch wenn unklar ist, ob diese Schritte helfen, die wirtschaftlichen Folgen von Covid-19 abzumildern, dürften sie zusammen mit den geldpolitischen Schritten die Risikomärkte zunächst unterstützen. Obwohl mit der Schließung der Schulen in Italien inzwischen auch in Europa drastische Maßnahmen ergriffen werden, geht die Risikowahrnehmung zurück.

++++++ Hohe Erwartungen an die Zentralbanken ++++++

Die Europäische Zentralbank steht aktuell im Mittelpunkt des Interesses. Mit Spannung wird die Sitzung des Zentralbankrates in der nächsten Woche erwartet. Von einer Notfall-Aktivität ist allerdings nicht auszugehen, der ideale Zeitpunkt dafür wäre bereits am Dienstag nach der G7-Telefonkonferenz gewesen. Marktseitig wird mit weiteren Zinssenkungen der Fed und einem Schritt der EZB im Verlauf des Monats gerechnet. Zudem spekulieren Marktteilnehmer darauf, dass das monatliche Anleihekaufvolumen um 20 auf 40 Mrd. EUR ausgeweitet wird. Zusätzlich wird darauf gesetzt, dass günstige Langfristtender eingesetzt werden, mit denen Banken ihre Kreditvergabe an kleine und mittlere Unternehmen ausweiten können, die mit den Folgen des Coronavirus zu kämpfen haben. Die Erwartungen an die Zentralbanken sind hoch und es dürfte immer schwerer fallen, diese zu erfüllen.

04. März

++++++ EU aktiviert Krisenmodus ++++++

Aufgrund der sich weiterhin ausbreitenden Corona-Epidemie hat die EU gestern den Krisen-Modus, die sogenannte „integrierte politische Krisenreaktion“, aktiviert. Damit sollen Entscheidungen zur Bekämpfung des Virus deutlich schneller umgesetzt werden können. Auch Dritte wie z.B. Großbritannien, das vor kurzem die EU verlassen hat, aber auch Institutionen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) können leichter eingebunden werden.

++++++ Trotz Zinssenkung der Fed angespannte Stimmung an den Aktienmärkten ++++++

Die Reaktion von Aktien auf die Zinssenkung der Fed war verhalten. US-Indizes schlossen sogar im Minus, was einem Misstrauensvotum gegen die Fed gleichkommt. Offensichtlich zweifeln die Märkte an, dass mittels Zinssenkungen die wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus bekämpft werden können. Gleichzeitig erweckt der Schritt den Eindruck, dass die Fed politischem Druck nachgibt. Neben der Fed zeigten sich die Märkte auch vom G7-Statement enttäuscht, denn es ist offensichtlich, dass die G20 und nicht die G7 das richtige Forum bei der Bekämpfung einer globalen Krise sind. Weiter steigende Ansteckungszahlen und Todesfälle lassen die Stimmung an den Aktienmärkten auch weiterhin fragil erscheinen. Der scharfe Rückgang des chinesischen Caixin- Dienstleistungs-PMI (Feb.) heute Morgen unterstreicht, dass der Weg der chinesischen Wirtschaft zurück in die Normalität lang und steinig ist und dass in den USA und der Eurozone Einbrüche der Stimmungsindikatoren folgen dürften.

++++++ Amerikanische Notenbank senkt Leitzins ++++++

Der Coronavirus und seine wirtschaftlichen Folgen ist weiterhin das bestimmende Thema an den Finanzmärkten. Gestern waren sich die G7-Finanzminister und -Notenbankchefs nach ihrer Tagung einig, bei Bedarf mit fiskalischen Stimuli dem Konjunkturabschwung entgegenzuwirken. Konkrete Beschlüsse wurden jedoch nicht gefasst. Die amerikanische Notenbank Fed zeigte sich dagegen entschlossener und senkte in einer Notfall-Sitzung des Offenmarktausschusses das Leitzinsband um 50 Basispunkte auf 1,00 – 1,25 %. Die Entscheidung darüber fiel einstimmig. Gleichzeitig wurde darauf verwiesen, dass weitere Lockerungsmaßnahmen möglich sind. Somit steigt der Druck auf andere Notenbanken, ebenfalls geldpolitische Maßnahmen zu ergreifen. Entsprechend sind die Zinssenkungserwartungen bezüglich der EZB gestiegen, in der nächsten Woche den Einlagenzins zu senken.

03. März

++++++ OECD warnt vor Halbierung des weltweiten BIP-Wachstums ++++++

Die OECD warnt davor, dass sich das Wachstum des Welt-BIPs halbieren könnte, sollte es nicht zu einer Verlangsamung bei der Ausbreitung des Coronavirus kommen. Nach der bisherigen Wachstumsprognose in Höhe von 2,9% rechnen die Experten für diesen Fall nur noch mit 1,5%. Grund sind vor allem die gestörten Lieferketten, die Auswirkungen auf Rohstoffe und der Rückgang im Tourismus. Aktuell zeigt sich außerhalb von China noch keine deutliche Verlangsamung der Ansteckungszahlen. In China hat sich die Situation zuletzt weiter entspannt.

02. März

++++++ Unmittelbare Auswirkungen auf jedes dritte Unternehmen ++++++

Investoren dürften sich auf eine Flut an Gewinnwarnungen vorbereiten. Nach einer Blitzumfrage der IHK Arnsberg unter 750 Unternehmen meldete fast jeder dritte Betrieb unmittelbare Auswirkungen auf das Geschäft durch den Coronavirus. Die Unterbrechung der Lieferketten und die damit einhergehenden Zulieferengpässe sowie das Aufschieben nicht-dringender Ausgaben von Unternehmen und Konsumenten könnte im Jahresverlauf zu einer Rezession in Deutschland und im Euroraum führen.

++++++ DAX: Leichte Erholung in Sicht ++++++

Die immer deutlich zu Tage tretenden Sorgen um die wirtschaftlichen Folgen durch den Coronavirus sorgten in der vergangenen Woche zu einem sehr deutlich ausgeprägten Kursverlust an den weltweiten Aktienmärkten. Der DAX verbuchte mit einem Abschlag in Höhe von 12,44 Prozent auf 11.890,35 Zähler den größten Wochenverlust seit der Finanzkrise im Jahr 2009. Der Dow musste am Donnerstag den größten Intraday-Kursrutsch aller Zeiten hinnehmen. Angesichts der großen Dynamik, mit welcher die Kursabschläge vollzogen werden, liegt die Vermutung nahe, dass die Märkte wohl zu lange zu sorglos mit den Corona-Gefahren umgegangen sind. Auch sollten die Auswirkungen, welche im Zusammenhang mit dem Handelsstreit zwischen den USA und China bereits vor dem Virusausbruch augenscheinlich wurden, nicht vergessen werden. In dieser Woche wird Corona erneut den Ton angeben. Sollte sich der leichte Trend, dass sich die Infektions- und Todesfallzahlen in China abschwächen, fortsetzen und es auch außerhalb Chinas zu einer moderaten Entwicklung kommt, wäre die Basis für eine temporäre Erholung des Marktes vorhanden.

28. Februar

++++++ Schweiz sagt Großveranstaltungen ab ++++++

In der Schweiz sind aufgrund der Ausbreitung des Coronavirus alle Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Personen abgesagt worden. Das betrifft z.B. Fußballspiele, Konzerte, aber auch den Genfer Autosalon, der in der nächsten Woche beginnen sollte. Das Verbot gilt zunächst bis zum 15. März. In Deutschland berät der Krisenstab aktuell über ähnliche Maßnahmen. Möglicherweise könnte auch die weltweit größte Tourismusmesse, die Internationale Tourismus-Börse in Berlin, abgesagt werden.

++++++ Furcht vor globaler Rezession nimmt zu ++++++

Der scharfe Anstieg der Corona-Neuansteckungen in Korea, weitere Fälle in Europa sowie die Nachricht von Fällen in Afrika schüren die Sorgen vor einer globalen Pandemie. Die Erwartungen eines allgemeinen Angebotsschocks für die Weltwirtschaft aufgrund der gestörten Lieferketten in Kombination mit Konsumschwäche lassen Wachstumsprognosen einbrechen. Ähnlich wie 2009 wird an den Märkten das Thema „globale Rezession“ gespielt. Die deutsche Bundesregierung hält sich zwar mit ihren Plänen für Unternehmen weiter zurück, doch dürften angesichts des Angebotsschocks vor allem gezielte Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen in Frage kommen. Nur so kann ein Übergreifen der Krise auf die Kreditportfolios der Banken vermieden werden. Sollte dies nicht gelingen, würde sich der wirtschaftliche Schock signifikant verstärken.

++++++ DAX: Abwärtsspirale dreht sich immer schneller ++++++

Die Märkte stehen weiter im Zeichen des Coronavirus und dessen Auswirkungen. Zuletzt kletterten die Infektions- und Todesfallzahlen weiter, v.a. traten verstärkt Fälle außerhalb Chinas auf wie z.B. in den USA, Iran, Irak oder Neuseeland. Auch in Deutschland ist die Tendenz steigend. Entsprechend nimmt die Sorge vor den daraus entstehenden Folgen zu. Auch die EZB hat sich zu Corona geäußert. Dort ist man der Meinung, dass es noch zu früh sei, die wirtschaftlichen Folgen des Virus abzuschätzen, allerdings würden diese aber gravierender sein, als dies bei SARS der Fall war, hieß es. Nach Angaben der EZB stellt eine Coronavirus-Epidemie ein größeres Risiko für die Konjunktur dar, falls die Lungenkrankheit länger anhalten sollte. Chinas Zentralbank kündigte währenddessen weitere Unterstützung für die Wirtschaft an, um die Folgen des Coronavirus abzumildern. Jedoch zeigte man sich in China auch optimistisch, dass die Probleme, die ausländische Firmen bei der Wiederaufnahme der Produktion haben, bald gelöst sein könnten. Mit den Kursverlusten von gestern hat sich das Chartbild des DAX weiter eingetrübt, insbesondere nachdem die vielbeachtete 200-Tagelinie erstmals seit dem 23. August 2019 wieder auf Schlusskursbasis unterschritten wurde. In den USA verbuchte der Dow Jones gestern den historisch größten Tagesverlust.

27. Februar

++++++ Wirtschaftliche Folgen des Coronavirus schwer kalkulierbar ++++++

Die Sorgen um die Auswirkungen des Coronavirus haben die Börsen weltweit fest im Griff. Der DAX baute gestern seine am 20. Februar begonnene Verluststrecke aus und markierte bei 12.368 Zählern das Tagestief. Bezogen darauf gab der DAX in den letzten fünf Handelstagen über 1.400 Punkte ab. Anderen Aktienmärkten ergeht es kaum besser, der Dow Jones verbuchte den größten zwei-Tage-Abschlag seit August 2015. Etwas moderater ging es an den chinesischen Aktienmärkten zu. Das kann damit begründet werden, dass auf der einen Seite die Notenbank dem Markt weitere Liquidität zur Verfügung stellte und auf der anderen Seite Leerverkäufe verboten wurden. Der Verkauf größerer Aktienpakete muss bei den Behörden angemeldet werden.

Nachrichtenseitig scheint sich das Bild etwas aufzuhellen. So sieht z.B. der Luxushersteller Hermes in China Anzeichen für eine Rückkehr zur Normalität. Man sei in der Lage, Geschäfte wieder zu öffnen, hieß es zur Begründung. Für Unternehmen bleiben die Folgen des Coronavirus aber schwer kalkulierbar. So teilte die Lufthansa mit, dass die zu erwartende Ergebnisbelastung aktuell noch nicht abschätzbar wäre.

Heute wird der DAX mit deutlichen Kursverlusten in den Handel starten. Neue Coronavirus-Fälle, u.a. in den USA, sowie die schwachen Vorgaben von den asiatischen Börsen drücken auf die Stimmung.

++++++ Wirtschaftliche Stimmung trübt sich ein ++++++

Die Angst vor einer Corona-Pandemie dürfte die kommenden wirtschaftlichen Stimmungsbarometer beeinflussen. Am Wochenende sind bereits die chinesischen Einkaufsmanagerindizes des zu Ende gehenden Monats zu beachten. Aufgrund der wochenlangen Beeinträchtigung des Geschäftslebens ist mit kräftigen Abschlägen zu rechnen. Hierzulande sind mit den steigenden Renten- und fallenden Aktienkursen auch die Zins- und Inflationserwartungen weiter gesunken.

++++++ Stichwort Urlaub: Viele denken über Reiserücktritt nach ++++++

Sie haben eine Reise gebucht und möchten diese auf Grund der aktuellen Lage nicht mehr antreten? Haben Sie eigentlich Anspruch auf eine Erstattung? Grundsätzlich gilt: Nein! Der Coronavirus, bzw. eine Pandemie ist zunächst erstmal kein versichertes Ereignis. Wenn es Reisewarnungen für bestimmte Gebiete gibt, tritt maximal der Reiseveranstalter ein.
Eine Ausnahme könnte eine Quarantäneregelung sein. In jedem Fall sollten Sie zeitnah Kontakt zu Ihrer Versicherung und Ihrem Reiseveranstalter aufnehmen und Ihre individuelle Situation entsprechend schildern.

26. Februar

++++++ Umgang mit Epidemien: Singapur als Vorbild ++++++

Wie man auf die Ausbreitung eines solchen Virus reagiert, macht aktuell der Stadtstaat Singapur vor. Das Gesundheitssystem ist dort seit der letzten Sars-Epidemie im Jahr 2003 bestens gerüstet. Es gilt daher als Testfall, ob die Eindämmung eines solchen Virus überhaupt gelingen kann. Die Infektionsketten aller bislang bekannten 89 Corona-Fälle seit Ende Januar werden genauestens analysiert. An Orten des öffentlichen Lebens, wie Restaurants oder Cafés, müssen Gäste ihre Adressdaten hinterlassen. So können Kontaktpersonen von Infizierten direkt untersucht werden. Darüber hinaus stehen überall Körpertemperaturmessgeräte zur Frühwarnung. Mit diesen Maßnahmen konnte die Anzahl von Neuinfektionen bislang im Zaum gehalten werden.

++++++ Unternehmen ergreifen Vorsichtsmaßnahmen ++++++

Die von Seiten der Bevölkerung und von Unternehmen auch ohne Anordnung der Behörden ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen werden sich in jedem Fall negativ auf die Wirtschaftsaktivitäten in der Eurozone auswirken. Geld- und Fiskalpolitik haben kaum Möglichkeiten gegenzusteuern. In Hong Kong plant die Regierung beispielsweise, die Wirtschaft mit 15 Mrd. USD zusätzlichen Ausgaben zu stützen, wovon jeder Erwachsene 1.300 US-Dollar direkt erhält (eine Form von Helikoptergeld). Aufgrund der schon sehr niedrigen Zinsen sind die Möglichkeiten für weitere geldpolitische Lockerungen der EZB begrenzt.

++++++ Virus breitet sich weiter aus ++++++

Die Ausbreitung im Mittleren Osten beschleunigt sich. Die Beschränkungen im Flugverkehr mit dem Iran dürften daher leider zu spät kommen. Angesichts der zentralen Rolle der Golf-Airlines im globalen Reiseverkehr dürfte das Risiko einer weiteren Ausbreitung der Krankheit in Richtung Afrika, aber auch Indien und die Türkei zunehmen. Nach den neuen Ansteckungen in Europa warnt auch in den USA das Centers of Disease Control vor einer Ausbreitung. Eine Ansteckungswelle in den USA könnte Einfluss auf die Wahlen im November haben.

2 KOMMENTARE

  1. Frage: wie sieht es mit weniger Gebühren z.B. beim Konto, bei Zinsen/Überziehungszinsen oder bei Überweisungen und Krediten für Einzelhänler für Ihre Kunden aus? Gibt es da Ermäßigungen oder bleibt alles beim Alten im Rahmen von Corona-Pandemie?
    Mit freundlichen Grüßen und Bitte um Beantwortung.
    Katrin Steen

    • Hallo Frau Steen,
      danke für Ihren Kommentar. Natürlich stehen wir mit unseren Geschäftskunden in Kontakt und kennen die Ängste und Sorgen in dieser besonderen Situation. Derzeit laufen die angekündigten Hilfsprogramme wie das Kreditprogramm der KfW an. Wie betroffene Unternehmen an diese Hilfen kommen, darüber werden wir in Kürze hier im Blog informieren. Sollten Sie dringenden Gesprächsbedarf haben, wenden Sie sich gerne an Ihre/n Berater/in.

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