Unberechtigte Abbuchungen auf meinem Konto! Was ist zu tun?

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Abbuchung

Mal ehrlich, überprüfen Sie regelmäßig Ihre Kontobewegungen? Hauptsache das Gehalt geht ein und die Miete wird abgebucht. Und dann zahlen Sie noch für Strom, den ein oder anderen Einkauf und vielleicht den Monatsbeitrag für’s Fitness-Studio. Diese ständig wiederkehrenden Zahlungen hat man meistens irgendwie im Blick. Doch was ist zu tun, wenn eine unberechtigte Abbuchung auf Ihrem Kontoauszug auftaucht? Ist das Geld dann weg? Wer hilft Ihnen? Kein Grund zur Panik!

Erstens: Widerspruch einlegen!

Als aller erstes teilen Sie Ihrer Bank mit, dass ein Betrag offenbar ohne Ihre Zustimmung von Ihrem Konto abgebucht wurde. Das geht natürlich in der Filiale, über das Telefon oder das Online-Banking. Doch handeln Sie schnell. Es gibt gewisse Meldefristen:

  • Wenn Sie dem Abbuchenden eine Einzugsermächtigung erteilt haben:
    Eine fehlerhafte, beispielsweise zu hohe oder doppelte Abbuchung, können Sie innerhalb von acht Wochen beanstanden.
  • Wenn keine Einzugsermächtigung vorlag:
    In diesem Fall haben Sie 13 Monate Zeit.

Natürlich kann es sich um eine versehentliche Fehlbuchung z. B. von Ihrem Sportverein handeln. Bei fragwürdigen Abbuchungen aus dem Ausland, wo Sie sich definitiv nicht aufgehalten haben, kann es sich jedoch durchaus um Datenmissbrauch handeln. Hier müssen Sie unbedingt eine Anzeige bei der Polizei erstatten!

In jedem Fall sollten Sie also zeitnah reagieren, um Wiederholungen oder schlimmere Konsequenzen zu verhindern.

So bekommen Sie ihr Geld zurück

Erkennen und melden Sie die unautorisierte Abbuchung innerhalb der genannten Fristen, bekommen Sie den Betrag von Ihrer Sparkasse gut geschrieben. Das ist der Schutz, den Sie als Kunde genießen.abbuchungen

Achtung: Ausnahme!

Haben Sie fahrlässig gehandelt und etwa Ihre PIN auf der Rückseite Ihrer Sparkassen-Card notiert, gilt dieser Schutz nicht. Dann haften Sie und erhalten keine Erstattung. Also machen Sie es möglichen Betrügern nicht unnötig leicht!

Unser Tipp: Kontrollieren Sie Ihre Kontobewegungen regelmäßig! Dazu müssen Sie nicht unbedingt an den Kontoauszugsdrucker – es gibt komfortablere Alternativen: Nutzen Sie z. B. das Elektronische Postfach, welches Ihre Kontoauszüge digital in Ihrem Online Banking für Sie bereitstellt.
Und kennen Sie eigentlich unseren Kontowecker? Dieser ermöglicht die automatische Kontrolle von Konto­­ständen und Umsätzen. Es gibt außerdem Weck­funktionen für Ihr Depot. Sie entscheiden selbst, worüber Sie informiert werden möchten.
Auch die Sparkassen-App, Deutschlands meist­genutzte Banking-App, ist ein nützliches Helferlein. Mit dieser haben Sie Ihre Konten über das Smartphone oder Tablet immer mit dabei.

10 KOMMENTARE

  1. Ich versuche seit einiger Zeit herauszufinden, wie die Haftung beim Phishing genau liegt. Im Internet findet sich dazu vieles:

    https://www.recht-freundlich.de/phishing-online-banking/rechtsanwalt-phishing

    https://das.de/de/rechtsportal/aktuelles-recht/gewerbeinformation/phishing–wer-haftet.aspx

    Soweit ich es verstehe, haftet der gehackte Bankkunde nur, wenn ihm grobe Fahrlässigkeit zur Last gelegt werden kann? Wenn nicht, muss die Bank alles erstatten. Ist das so in etwa richtig? Dazu wäre mal ein ordentlicher beitrag nötig…

    • Moin Herr Seilert,
      zunächst einmal vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihr Interesse an unserem Blog. Wir freuen uns, wenn wir mit unseren Beiträgen an der einen oder anderen Stelle Licht ins Dunkel bringen, Fragen beantworten und/oder spannende Informationen vermitteln können.
      Phishing ist in der Tat ein besonderes Thema. In unseren AGB zum Online-Banking (https://www.foerde-sparkasse.de/content/dam/myif/foerde-spk/work/dokumente/pdf/vertragsbedingungen/bedingungen-online-banking.pdf) finden Sie unter Punkt 10 ‚Haftung‘ die detaillierten Formulierungen zu der Thematik.
      Konkrete, fallbezogene Aussagen zu der Haftung bei Phishingbetrug können jedoch nicht getroffen werden, da jeder Fall für sich betrachtet wird. Daher finden Sie auch keine Szenarien im Sinne von „Wenn dies passiert, erstattet die Bank den Schaden.“ oder „Wenn jenes passiert, kann keine Erstattung erfolgen.“. Jeder Fall ist anders und auch die Vorgehensweisen der Betrüger sind so unterschiedlich und mitunter neuartig, dass man diese nicht ausformulieren kann. Demnach muss jede Situation ganz individuell bewertet werden. Hinzu kommt, dass auch die „Kulanzschwellen“ der Finanzdienstleister unterschiedlich sind.
      Wir hoffen, dass Sie bisher und natürlich auch in Zukunft kein Opfer von Online-Banking-Betrug waren/werden und wünschen Ihnen noch eine schöne Woche.

  2. Ich habe heute versucht diese Tipps zu befolgen, in Ihrer tollen Filiale wurde mir dann gesagt ich kann den Betrag (für den ich keine Einzugsermächtigung erteilt habe) nur im Nachhinein zurückholen. Ich muss also monatlich das Geld auf dem Konto haben, es abbuchen lassen und wieder zurückholen? Ich kann auch nicht vor der ersten Abbuchung handeln? Ich kann ebenso den Abbuchenden nicht auf die „Blacklist“ setzen obwohl es ja eigentlich geht?
    Danke für den tollen Service!

    • Hallo L. L
      sollte es mal zu einer unberechtigten SEPA-Basis-Lastschrift am Konto kommen, kann diese ohne Probleme und Kosten binnen 8 Wochen nach Belastung retourniert werden. Sollte der Zahlungspflichtige dem Lastschrifteinreicher kein SEPA-Lastschrift-Mandat erteilt haben, ist die Rückgabe der Lastschrift sogar bis zu 13 Monate lang, ohne Zusatzkosten möglich.
      Wenn man befürchtet, dass dieser Lastschrifteinreicher weitere Lastschriften generieren will, kann man vermittels der Lastschriftdaten eine Lastschriftsperre am Konto hinterlegen, so dass dieser Lastschrifteinreicher keine Lastschriften mehr vom Konto einziehen kann.
      Wenn allerdings erst eine Lastschriftvormerkung am Konto zu sehen ist, kann hier vor der wirklichen Belastung am Fälligkeitstag, eine Lastschriftsperre für den einzelnen Lastschrifteinreichenden nur generiert werden, wenn die Daten der Lastschrift aus der Vormerkung hervorgehen. Dies ist nicht bei allen Vormerkungen der Fall.
      Hier müsste man dann daher erst die tatsächliche Belastung des Kontos abwarten, die Lastschrift dann retournieren und kann dann erst die Lastschriftsperre einrichten.

      Wir hoffen das hilft Ihnen weiter.
      Viele Grüße,
      Ihre Förde Sparkasse

    • Ich hätte ne frage. Ich hab einem Kollegen meine kontodaten gegeben weil ich ihm vertraut habe, ich hab aber einen Verdacht das wenn er was übers internet bestellt das er dann von meinen Kontdaten die rechnungen zahlt. Kann ich mir das Geld irgendwie wieder zurückbuchen lassen.

      • Hallo Ali,
        definieren Sie in diesem Fall „Kontodaten“. Wenn Sie Ihre persönlichen Daten wie zB Online-Banking-Zugangsdaten, PINs o. ä. weitergeben, werden die so entstandenen Schäden nicht erstattet, weil das ein grob fahrlässiges Verhalten wäre. Zahlungen, die von Ihrem Konto getätigt wurden, die von Ihnen jedoch nicht veranlasst und autorisiert wurden, werden im Einzelfall geprüft.
        Ganz wichtig: Geben Sie niemals persönliche Daten an Dritte weiter!

    • Vermutlich handelt es sich in so einem Fall bei dem Guthaben um Zahlungseingänge, die nur vermerkt aber noch nicht final gutgeschrieben sind. Über vorgemerkte Umsätze kann nicht verfügt werden.

  3. Wie ist es mit online Glücksspiel ? Dieses ist bekannter Maßen illegal in Deutschland. Wie verhält sich die Bank in diesem Punkt? Kann das abgebuchte Geld zurück geholt werden ?

    Mit freundlichen Grüßen

    • Moin Andreas,
      die Beantwortung dieser Frage ist tatsächlich sehr komplex:
      Online Glücksspiele sind nicht gänzlich illegal in Deutschland. Die Rahmenbedingungen für das Anbieten öffentlicher Glücksspiele regelt der Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens in Deutschland (Glücksspielvertrag 2021) vom 29. Oktober 2020, welcher am 1. Juli 2021 in Kraft getreten ist. Grundsätzlich ist maßgebend, ob ein Spielanbieter eine Lizenz nach dem geltenden Glücksspielstaatsvertrag besitzt oder nicht. Eine Whitelist der zugelassenen Glücksspielanbieter ist auf der Seite der Bezirksregierung Darmstadt in laufend aktualisierter Form abrufbar:
      https://rp-darmstadt.hessen.de/sicherheit/gl%C3%BCcksspiel/spielersperrshysystem-oasis/gl%C3%BCcksspielstaatsvertrag
      In Schleswig-Holstein gelten daneben noch besondere Bestimmungen. Das zugehörige schleswig-holsteinische Ausführungsgesetz zum neuen Glücksspielvertrag 2021 befindet sich derzeit noch im Gesetzgebungsverfahren. Das schleswig-holsteinische Ausführungsgesetz zum Glücksspielstaatsvertrag vom 15. Dezember 2011 bleibt bis zu dessen Abschluss weiter in Kraft (s. https://www.schleswig-holstein.de/DE/Landesregierung/Themen/InneresSicherheit/Gluecksspielwesen/gluecksspiel.html).
      Eine Übersicht über die hiernach zugelassenen Glücksspielanbieter befindet sich hier:
      https://www.schleswig-holstein.de/DE/Fachinhalte/G/gluecksspiel/genehmigungsinhaber.html
      Sofern die Förde Sparkasse feststellt, dass ein/e Spieler/in Gewinne aus einem unerlaubten Glücksspiel auf seinem/ihrem bei uns geführten Konto erhält und damit nach § 261 StGB einen Gegenstand aus einer rechtswidrigen Tat (ob aus § 284 oder § 285 StGB spielt dabei keine Rolle) erlangt hat, kann die Folge eine Meldepflicht nach § 43 Abs. 1 GwG sein.
      Die Frage, ob das abgebuchte Geld zurück geholt werden kann, richtet sich nach der jeweils für die Zahlung genutzten Methode, z. B. nach den Bedingungen für Zahlungen mittels Lastschrift im SEPA-Basis-Lastschriftverfahren.
      Ein weiterer Aspekt, der juristisch jedoch sehr komplex ist und den Rahmen eines Blog-Kommentars sprengen würde, betrifft das Verbot, an Zahlungen im Zusammenhang mit unerlaubtem Glücksspiel mitzuwirken.

      Wir hoffen diese Ausführungen helfen Ihnen weiter. Sollten Sie hierzu weitere Fragen haben, melden Sie sich gerne per E-Mail: info@foerde-sparkasse.de

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