Ehrenamt – so engagieren sich Mitarbeiter der Förde Sparkasse

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Ehrenamt

Ungefähr eine Million Menschen in Schleswig-Holstein (ca. 43%) engagieren sich in einem Ehrenamt. Auch viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Förde Sparkasse führen neben ihrem Beruf noch eine ehrenamtliche Tätigkeit aus. Wir haben mit einigen von ihnen gesprochen und nachgefragt, wie sie zu ihrem Ehrenamt gekommen sind, was sie motiviert und warum sie dieses freiwillige, bürgerliche Engagement jedem ans Herz legen können.

1Ingo Lage

arbeitet bei der Förde Sparkasse in der Filiale Lütjenburg im Kundenservice.

Für welchen Verein/welche Organisation sind Sie ehrenamtlich tätig?

Ich bin in der Gemeindevertretung meines Heimatortes Bendfeld/Probstei als Bürgermeister tätig. Weiterhin bin ich in der Arbeiterwohlfahrt OV Schönberg aktiv. In der AWO mache ich freie Theaterprojekte (Niederdeutsches Theater) und schreibe mit meinem Bruder Hans-Ulrich zusammen Stücke mit historischem Hintergrund für unsere Theatergruppe „Lampenfewer“.

Wie lange machen Sie das schon und wie sind Sie dazu gekommen?

Das mache ich schon 35 Jahre und wurde vom damaligen AWO Vorsitzenden shangheit (Anm. d. Red.: Seemannssprache = rekrutiert). Ein jugendlicher Liebhaber wurde gesucht.

Wie viel Zeit investieren Sie monatlich ca. für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit und wie vereinbaren Sie das mit Ihrem Beruf bei der Förde Sparkasse?

Die Zeit, die ich dafür aufwende, kann ich gar nicht einschätzen. Die Vereinbarung mit dem Beruf gelingt nur mit Delegation und Zeitmanagement. Da ich nicht verheiratet bin, muss ich das nur mit mir selbst abmachen. In einer Partnerschaft mit Familie wäre es denkbar schwieriger.

Ehrenamt
Die Theatergruppe der AWO Schönberg, „Lampenfewer“, führt jährlich einen Gerichtstag (DING-DAG) nach historischen Motiven auf.
Was motiviert Sie an Ihrer Tätigkeit?

Als Bürgermeister und Theatermann stehe ich für die Region und die Plattdeutsche Sprache. Wir haben eine eigene Sprache und pflegen sie nicht. Ich gestalte gern und identifiziere mich mit meiner Heimat und Geschichte. Es wird von Leitkultur gefaselt, doch auf Nachfrage weiß niemand, was das für ihn bedeutet. Das muss anders werden!

Warum würden Sie anderen empfehlen, ebenfalls ein Ehrenamt auszuüben?

„Meine ehrenamtliche Tätigkeit ist bereichernd und erfüllend.“

Ich komme mit Menschen unterschiedlichster Stellung und Herkunft zusammen. Ich verarbeite Vergangenheit und gestalte Zukunft. Meine Hobbys haben mir geholfen, die freie Rede zu beherrschen, das ist in der Demokratie und im Leben sowie in der Arbeitswelt von großem Vorteil.

2Dirk Peters

…arbeitet bei der Förde Sparkasse als Agrarkundenbetreuer.

Für welchen Verein/welche Organisation sind Sie ehrenamtlich tätig?

Ich engagiere mich ehrenamtlich im Sportverein Schellhorner Gilde e.V.. Dort bin ich Schatzmeister im Wirtschaftsbetrieb und führe das Unternehmen mit sechs Mitarbeitern. Zu meinen Aufgaben zählt die Erstellung der kompletten Buchführung, inklusive der Gehälter, der Abrechnung mit den Krankenkassen, die Steuern sowie der Jahresabschluss. Zudem bin ich Abteilungsleiter der Schützenabteilung mit rund 30 Mitgliedern.

Wie lange machen Sie das schon und wie sind Sie dazu gekommen?

In den Sportverein bin ich 1998 eingetreten. Die Tätigkeit als Schatzmeister führe ich seit 2000 aus, da sich der ehemalige Schatzmeister altersbedingt zurückziehen wollte.

Wie viel Zeit investieren Sie monatlich ca. für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit und wie vereinbaren Sie das mit Ihrem Beruf bei der Förde Sparkasse?

Als Schatzmeister habe ich monatlich etwa einen Zeitaufwand von zehn Stunden. Die Buchhaltung mache ich zweimal im Monat, in der Regel am Wochenende. Die Vorstandsitzung findet einmal im Monat abends statt. Als Abteilungsleiter arbeite ich nur ca. eine Stunde monatlich neben dem „normalen Training“.

Was motiviert Sie an Ihrer Tätigkeit?

Die Unternehmensführung macht mir einfach Spaß und das Unternehmen läuft gut. Meine Kunden sind auch Unternehmer und es tut gut, diesen zu sagen: „Wer nicht in seinen eigenen Zahlen steckt, der ist kein Unternehmer und kann nichts steuern sowie entscheiden.“

Warum würden Sie anderen empfehlen, ebenfalls ein Ehrenamt auszuüben?

Alle können immer über Dinge meckern, die sie angeblich besser machen können. Aber dann sollen diese Leute auch mal an die vorderste Front und selbst aktiv werden.

„ohne das Ehrenamt würde vieles zusammenbrechen oder müsste teuer bezahlt werden.“

3Matthias Gnauck

…arbeitet bei der Förde Sparkasse als Sachbearbeiter im Kreditservice in Eckernförde.

Für welchen Verein/welche Organisation sind Sie ehrenamtlich tätig?

Seit rund 20 Jahren bin ich kommunalpolitisch tätig, davon knapp 13 Jahre als ehrenamtlicher Bürgermeister meiner Heimatgemeinde Prasdorf. Dort habe ich im Grunde genommen die gleichen Aufgaben wie der Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer und muss deshalb auch genauso viel wissen. Im Unterschied zu ihm muss ich in meiner Gemeinde allerdings alles irgendwie selbst planen, organisieren und delegieren. Die Verwaltungsarbeit macht natürlich unsere Amtsverwaltung Probstei in Schönberg, aber viele Dinge sind dann doch beim Bürgermeister platziert.

Wie lange machen Sie das schon und wie sind Sie dazu gekommen?

Für Politik habe ich mich schon in der Jugend interessiert. Das „Parteiengedöns“ war mir aber damals schon irgendwie suspekt. Ich denke, es geht in vielen Fällen weniger um die Sache und um die Problemlösung, sondern viel zu oft um persönliche Machterfüllung und Postengeschacher. Der eigene Einfluss durch die Stimmenabgabe bei Bundes- und Landtagswahlen ist meiner Ansicht nach eher beschränkt. Wirklich etwas beeinflussen kann man meiner Meinung nach nur auf kommunaler Ebene. Dann aber ganz massiv und auch direkt. Ich bin irgendwann als Zuhörer zu Gemeinderats- und Ausschusssitzungen gegangen und nach einiger Zeit habe ich mir gedacht: Das kriegst du wohl auch hin.

Mein Ansatz war damals:

„Wo ich lebe, möchte ich auch mitgestalten.“

Wie viel Zeit investieren Sie monatlich ca. für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit und wie vereinbaren Sie das mit Ihrem Beruf bei der Förde Sparkasse?

Neben dem Bürgermeisteramt habe ich noch einen ganz Sack voll anderer Ehrenämter. Manche fallen einem durch die Position als Bürgermeister kraft Amtes zu, manche lassen sich nicht wirklich vermeiden. Alles in allem komme ich so auf durchschnittlich ca. 35 bis 40 Stunden ehrenamtlicher Tätigkeit im Monat, in manchen Monaten etwas weniger, in anderen etwas mehr. Die meisten Termine finden entweder am Abend oder auch am Wochenende statt. Bei Terminen während der „Sparkassen-Dienstzeit“ habe ich das Glück, in einer sehr toleranten sowie verständnisvollen Gruppe arbeiten zu dürfen, die meine frühen „Feierabende“ oder auch mal einen späteren Dienstbeginn akzeptiert. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön!

Was motiviert Sie an Ihrer Tätigkeit?
Ehrenamt
Matthias Gnauck (links) mit Stephanie Ladwig (Mitte), Landrätin des Kreises Plön, und dem Kieler Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (rechts).

Es ist nicht das „Helfersyndrom“, das mich motiviert. Natürlich ist man schon glücklich oder ein wenig stolz, wenn man eine Sache zu einem positiven Abschluss gebracht hat und eine Angelegenheit im Interesse und zum Wohle aller erledigt wurde. Bei mir kam aber in erster Linie dazu, dass ich nicht als „Couchpotato“ enden, sondern irgendetwas machen wollte. Da ich kein großer Bastler oder Handwerker bin, blieb nur ein zweiter „Schreibtisch-Job“. Irgendwie faszinierend ist die Vielfalt, mit der man sich als Kommunalpolitiker beschäftigt: Natur, dörflicher Lebensraum, Umwelt, Kindertagesstätten, Schulen, Brandschutz – die Liste könnte beliebig fortgesetzt werden. Das Gute daran: Man wird nicht dümmer…  😉

Warum würden Sie anderen empfehlen, ebenfalls ein Ehrenamt auszuüben?

Nun, ich denke, dass wir in unserem Staat nicht nur Rechte haben, sondern uns auch mancher Pflichten bewusst sein sollten. Ich finde, dass es auch zu diesen Pflichten gehört, dem Staat und der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Es gibt unendliche Möglichkeiten, sich einzubringen.

„Man gibt etwas, man bekommt aber auch unheimlich viel zurück.“

Und diese Gefühle, die daraus erwachsen, kann ich nicht beschreiben, die sollte jeder erleben. Ich kann nur jeden ermuntern, sich in irgendeiner Weise für seine Mitmenschen zu engagieren. Ich bin davon überzeugt, dass unser Staat und unsere Gesellschaft überhaupt nur durch die vielen Ehrenamtler/innen funktioniert. Und wenn man selbst ein Stück weit dazu beitragen kann, umso besser.

4Sigrid Schröter

…arbeitet bei der Förde Sparkasse als Sachbearbeiterin im Kreditservice.

Für welchen Verein/welche Organisation sind Sie ehrenamtlich tätig?

Ich bin Mitglied der CDU Kiel und als Kommunalpolitikerin tätig (Mitglied der Kieler Ratsversammlung). Ich vertrete meinen Wahlkreis Dietrichsdorf und sitze im Wirtschafts- und im Bauausschuss. Als Vorsitzende des Bauausschusses leite ich die Sitzungen. Als wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU Ratsfraktion treffe ich die Entscheidungen, ob wir den einzelnen Beschlussvorlagen und Anträgen zustimmen, sie ablehnen oder uns enthalten. Einmal im Monat findet die Ratsversammlung statt. Es ist eine öffentliche Sitzung im Rathaus, zu der jeder kommen kann.

Wie lange machen Sie das schon und wie sind Sie dazu gekommen?

In der CDU bin ich seit 21 Jahren. Zur Ratsfrau wurde ich im Mai 2008 gewählt und 2013 wiedergewählt. Am 6. Mai 2018 trete ich erneut an. Ich habe mich schon als Schülerin für Politik interessiert und zwei Landtagsabgeordnete sowie einen Landrat als Kunden in einer Filiale kennengelernt.

Wie viel Zeit investieren Sie monatlich ca. für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit und wie vereinbaren Sie das mit Ihrem Beruf bei der Förde Sparkasse?

Ich investiere viel Zeit für meine Aufgaben in der Partei und im Rathaus. Es ist aber immer sehr unterschiedlich. In den Ferien finden beispielsweise gar keine Sitzungen statt. Die Arbeit in der Sparkasse und meine ehrenamtliche Tätigkeit lassen sich sehr gut miteinander vereinbaren.

Was motiviert Sie an Ihrer Tätigkeit?

Dass ich viele Dinge für Kiel mitentscheiden und meine Ideen einbringen kann.

Warum würden Sie anderen empfehlen, ebenfalls ein Ehrenamt auszuüben?

Durch meine Tätigkeit habe ich viele Erfahrungen sammeln können. Man lernt nicht nur viele Menschen kennen, sondern lernt auch sonst viel dazu. Dieses Wissen hilft einem im Beruf und in allen anderen Lebenslagen.

„Ohne das Ehrenamt würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren.“

5Jörg Zimmermann

…arbeitet bei der Förde Sparkasse als Regionaldirektor für die Filialen Fockbek, Jevenstedt, Hohn und Owschlag.

Für welchen Verein/welche Organisation sind Sie ehrenamtlich tätig?

Ich bin beim Verein für Handel, Handwerk und Gewerbe in Jevenstedt ehrenamtlich tätig. Zunächst war ich Beisitzer im Vorstand; seit ca. 10 Jahren bin ich Kassenwart – was soll ein Bänker auch sonst anderes machen? 😉 Neben dieser eigentlichen Tätigkeit werden anfallende Aufgaben für den VHHG verschiedenster Art von den sieben im Vorstand tätigen Menschen je nach Neigung und persönlichen Fähigkeiten erledigt. Das geht vom Ostereier verstecken für Kinder zu Ostern über die Moderation von Veranstaltungen (neben dem Kassenwart meine Kernkompetenz im VHHG – wenn es ein Mikro zu verteilen gibt, bekomme ich das) bis zum Kartenvorverkauf für die Besenwirtschaft.

Wie lange machen Sie das schon und wie sind Sie dazu gekommen?

Ich bin seit rund 15 Jahren im Vorstand des VHHG Jevenstedt tätig und wie beschrieben seit ca. 10 Jahren Kassenwart.

Wie viel Zeit investieren Sie monatlich ca. für Ihre ehrenamtliche Tätigkeit und wie vereinbaren Sie das mit Ihrem Beruf bei der Förde Sparkasse?

Das ist höchst unterschiedlich und hängt davon ab, welche Vorhaben der VHHG plant. Das geht von wenige Stunden im Monat (regelmäßige Vorstandssitzungen) bis in der Spitze zwei Wochen nahezu ohne Freizeit – das ist bei unserer größten Veranstaltung so: Der in diesem Jahr zum 5. Mal (alle zwei Jahre) stattfindenden Besenwirtschaft in Jevenstedt im Oktober.

Was motiviert Sie an Ihrer Tätigkeit?

Es bringt einfach Spaß, etwas für das Dorf zu tun. Man trifft neue Menschen und organisiert etwas mit ihnen. Kurzum: Man tut etwas, das ganz anders ist als der eigentliche Beruf.

„Und es ist auch typisch für die Sparkasse, dass deren Mitarbeiter sich ehrenamtlich engagieren.“

Warum würden Sie anderen empfehlen, ebenfalls ein Ehrenamt auszuüben?

Erfreulicherweise überwiegt die Anerkennung im Dorf für unser Engagement deutlich die Kritiker – das ist dann einfach ein gutes Gefühl. Wir haben nicht die Erwartung zur Perfektion. Unser jeweiliger Beruf geht vor, daher haben wir auch Mut zur Lücke und zur Improvisation. Das macht es mitunter leichter, wenn die Anforderungen im Beruf gerade mal wieder hoch sind. Nicht zuletzt lernt man neue Menschen kennen, zum Teil auch anders kennen, als wenn ich im Dienst der Sparkasse auf diese zugehe. Als Zugezogener integriert man sich auch im Dorfleben deutlich besser.

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