Nahost-Krise: Auswirkungen auf Ihr Geld?!

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Krisenzeiten an der Börse

Der Konflikt zwischen den USA und Iran sorgt für Unruhe an den Börsen. Der DAX fiel zwischenzeitlich unter 13.000 Punkte. Die Preise für Öl stiegen an. Darunter litten vor allem die Aktienkurse von Fluggesellschaften. Angesichts des Risikos einer weiteren Eskalation des Konflikts verharrt die Risikowahrnehmung zum Wochenstart auf hohem Niveau.

Droht jetzt ein Börsencrash?

Nein. Eine generelle und anhaltende Stimmungsverschlechterung bei Aktien und Credits bleibt aus Sicht der Deka-Experten so lange unwahrscheinlich, wie der Konflikt nicht zu ernsthaften Konjunktursorgen für die Weltwirtschaft führt. Vor allem ein scharfer und anhaltender Anstieg des Ölpreises über 80 USD pro Fass dürfte hierfür notwendig sein, was selbst für den Fall von US-Sanktionen gegenüber dem Irak aufgrund dessen Forderung nach einem Abzug der US-Truppen unwahrscheinlich bleibt.

Über einen mit dem Krisenszenario Nahost verbundenen Ölpreisanstieg kann auch schnell die Gewinnsituation der Unternehmen in Mitleidenschaft gezogen werden. Eine Mäßigung im diplomatischen Sprachgebrauch und eine damit verbundene Entspannung bei Öl-, Gold- und Anleihekursen könnte daher die Aktienmärkte auf neue Höchstkurse laufen lassen.

Goldpreis auf neuem Euro-Allzeithoch

Krisenzeiten: Goldpreis steigtEine einfache Methode, um Kapital abzusichern, ist Gold. Denn das Edelmetall gilt bei Investoren in Krisenzeiten als sicherer Hafen. Doch die Geschichte zeigt: Eine wachsende Kriegsgefahr bedeutet nicht automatisch einen hohen Goldpreis. In der Golfkrise 1990 hatte Gold beispielsweise nur ein kurzes Aufflackern zu verzeichnen, ehe der Preis wieder in den Keller ging. Wichtiger für den Goldpreis ist jedoch der Realzins.

Nichtsdestotrotz handelt Gold derzeit auf dem höchsten Level seit April 2013. Seit Anfang Dezember hat der Goldpreis knapp neun Prozent zugelegt. Zum Wochenbeginn stieg der Preis für das Edelmetall um 1,7 Prozent auf 1415 Euro pro Feinunze (rund 31 Gramm) und markierte damit ein neues Allzeithoch. Der Euro-Goldpreis steigt dabei aktuell stärker als der Dollar-Goldpreis, weil in Krisenzeiten sowohl Gold als auch die US-Währung gefragt sind.

Investitionen in Aktien und Immobilien

Anleger sollten trotz der aktuellen Krisenzeiten und Risiken weiterhin in Aktien investieren, da diese mittel- bis langfristig immer noch am chancenreichsten sind. Die Volatilität ist der „Preis“ für die attraktive Renditechance. In der Historie waren politisch bedingte Kurseinbrüche immer gute Einstiegschancen.

Auch der Kauf von Immobilien über offene Immobilienfonds ist überdies attraktiv. Allerdings sollte auf die ausgewogene Gewichtung im Gesamtportfolio geachtet werden.

Gewinnmitnahme oder drin bleiben?

Ihnen bleibt als Anleger zuletzt immer die Möglichkeit, Gewinne einfach mitzunehmen. Wenn Sie sich jedoch von einigen Papieren trennen und den Aktienanteil des Portfolios reduzieren wollen, sollten Sie sich überlegen, welche Aktien auf mittel- und langfristige Sicht weniger Potenzial haben.

Sie können Kurseinbrüche allerdings auch positiv sehen, denn dann lassen sich Papiere billiger nachkaufen. Es könnte sich also beispielsweise lohnen, Dividendenaktien nun etwas günstiger einzukaufen, denn bei diesen zählen vor allem die Ausschüttungen über Jahre und nicht die eventuellen Kursgewinne. Wer langfristig investiert, braucht sich über den derzeitigen Fall des DAX keine großen Gedanken machen. Auch hier zählt die langfristige Perspektive, d.h. wo steht der DAX nicht in einem, sondern eher in 10 Jahren? In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass der DAX über einen langen Zeitraum betrachtet Kursverluste, die zwischenzeitlich aufgetreten sind, immer wieder ausgeglichen hat. Wenn Sie also regelmäßig investieren und sich breit aufstellen, z.B. über einen Sparplan in ETFs oder Fonds, können Sie sich über Turbulenzen wie aktuell sogar freuen. Denn dann bekommen Sie für Ihre monatlichen Zahlungen mehr Anteile (Cost-Average-Effekt).

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