Sinkender Optimismus bei mittelständischen Unternehmen

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Konjunkturumfrage zeigt Anzeichen einer Rezession

Mehr als die Hälfte der Unternehmen (52 Prozent) in Deutschland geht davon aus, dass sich ihre eigenen Geschäfte in den nächsten zwölf Monaten verschlechtern werden. Das ist das Ergebnis einer Konjunkturumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) unter mehr als 24.000 Betrieben verschiedener Branchen und Regionen (s. Grafik). Lediglich 8 Prozent rechnen mit einer Besserung. Laut DIHK ist das der schlechteste Wert seit Beginn der Messungen 1982. 82 Prozent der befragten Unternehmen stufen die Energie- und Rohstoffpreise als Geschäftsrisiko ein. Durch eine befürchtete Rezession schränken energieintensive Produzenten von Vorleistungsgütern bereits die Produktion ein. 

Ergebnisse DIHK-Konjunkturumfrage, Herbst 22, weisen auf eine Rezession hin

Diese Zahlen zeigen: Der Optimismus im Mittelstand nimmt ab. Und für einige Betriebe wird die Energiekrise zur Gefahr: Laut ifo-Institut ist das Geschäftsklima für Kleinstunternehmen und Solo-Selbstständige noch einmal deutlich gesunken. Rund 20 Prozent von ihnen sehen ihre Existenz bedroht.

Zahlen aus dem Haus

Diese Daten bilden zunächst einmal vor allem Prognosen und Stimmungen ab. Aktuell sehen wir in der Förde Sparkasse keine derart düsteren Zahlen, die die Ergebnisse bestätigen. Werfen wir einen genaueren Blick darauf:  

  • Kreditnachfrage: Hier gab es im ersten Halbjahr noch Zuwächse von fast 20 Prozent gegenüber den Vorjahresquartalen. Im dritten Quartal hingegen lagen die Darlehenszusagen um rund 4 Prozent unter dem Wert aus dem Vorjahr. Kurz gesagt: Erst ein starkes Wachstum, dann ein Minus.
  • Jedoch sehen wir eine Zweiteilung: Auch im dritten Quartal sind die Zusagen für Investitions- oder Betriebsmittelkredite noch einmal gestiegen (fast 5 Prozent), jedoch sind die gewerblichen Wohnungsbaukredite sehr deutlich gesunken (minus 21 Prozent). Kurz gesagt: Die Firmen richten ihren Blick trotz der schwierigen Rahmenbedingungen weiterhin auf die Zukunft.
  • Eine Zunahme von Unternehmensinsolvenzen ist bei den Sparkassen derzeit noch nicht zu sehen, die Zahlen liegen ungefähr auf dem Stand von vor der Corona-Pandemie Anfang 2020.

Gesetzliche Maßnahmen

Der Gesetzgeber hat bereits verschiedene Maßnahmen in die Wege geleitet, damit die düsteren Prognosen möglichst nicht eintreten und Unternehmen nicht wegen der Energiekrise in die Insolvenz gezwungen werden:

  • Das Insolvenz- und Sanierungsrecht wurde befristet bis zum 31.12.2023 angepasst. Dabei wurden der Prognosezeitraum für Überschuldung sowie die Zeiträume für Eigenverwaltungs- und Restrukturierungspläne verkürzt.
  • Die Höchstfrist für die Stellung eines Insolvenzantrages wegen Überschuldung wurde hingegen verlängert.
  • Für kleine und mittelständische Betriebe wurden bereits Unterstützungsfonds eingerichtet, um die explodierenden Energiekosten abfedern zu können. KMU in Schleswig-Holstein können z.B. über die Sparkasse Mittel aus dem Mittelstandssicherungsfonds Energie der IB.SH beantragen.

Rezession-Abwehr

Mittlerweile gibt es immer mehr Stimmen, die für die nächsten Monate eine Rezession voraussagen. Für Unternehmen sind daher folgende Maßnahmen wichtig:

  • Kreditportfolio im Blick behalten: Unter schwierigen Rahmenbedingungen sollte man gemeinsam mit der Ansprechpartnerin bzw. dem Ansprechpartner bei der Bank oder Sparkasse mögliche Kreditrisiken im Blick behalten, um ggf. rechtzeitig Lösungen zu finden. 
  • Flexibilität sichern: Die richtige Balance zu finden, um einerseits Liquidität zu sichern, andererseits aber auch Wachstumswege zu beschreiten, ist derzeit nicht immer einfach. Die Förde Sparkasse unterstützt gerne dabei, gemeinsam Wege zu finden, um das eigene Geschäftsmodell weiterzuentwickeln oder neue Geschäftsfelder zu erschließen.
  • Unabhängigkeit ausbauen: Viele Unternehmen verstehen die aktuelle Krise als Weckruf, um ihre eigene Energieunabhängigkeit zu vergrößern. Wer zum Beispiel vor Jahren in eine eigene Photovoltaik-Anlage investiert hat, profitiert jetzt von einem strategischen Vorteil. Nachhaltigkeit rechnet sich.

Um eine möglicherweise anstehende Rezession als Unternehmen überstehen zu können, ist eine gute Vorbereitung das A und O. Wir helfen Ihnen gerne dabei!

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