Female Finance endlich im Rampenlicht

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Unabhängigkeit, Übersicht und volle Kontrolle über die eigenen Finanzen, wenn es mal mit dem Partner hart auf hart kommt. Es gibt viele gute Gründe, warum Frauen ihre Finanzen selbst in die Hand nehmen sollten. Noch immer geben 60 Prozent der Frauen ihre finanzielle Verantwortung gänzlich an ihren Partner ab. Die Förde Sparkasse hatte daher gemeinsam mit der DekaBank am 19. September zum Themenabend „Female Finance“ eingeladen. 135 Kundinnen folgten der Einladung ins Kieler Restaurant Längengrad. Und sie sollten nicht enttäuscht werden.

Gender Gaps rütteln wach

Nachdem Elena Strecker, Bereichsleiterin der Regionaldirektion Süd-Ost der Förde Sparkasse, im schönsten Ambiente am Kieler Schwedenkai die zahlreichen Gäste begrüßte, musste sie zunächst in ihrem Fakten-Check alle Beteiligten wachrütteln. Strecker verwies auf zwei wichtige Lücken, den Gender Gaps, bei Verdienst und Rente zwischen Mann und Frau. Wussten Sie beispielsweise, dass Frauen laut Statista im Durchschnitt 18 % weniger Lohn erhalten und die Bruttorente der Frauen im Durchschnitt sogar um 37 % niedriger liegt als die der Männer? Laut vielen Studien liegen diese Pay Gaps sogar noch höher. Eine zu starke Abhängigkeit vom Partner und die Gefahr der Altersarmut hängt somit den Frauen wie ein Damoklesschwert über ihren Köpfen.

Der große Blick auf die Märkte

zwei Frauen lächeln in die Kamera
Elena Strecker von der Förde Sparkasse und Referentin Dr. Gabriele Widmann von der DekaBank

Frauen sollten also ihren Vermögensaufbau selbst in die Hand nehmen. Genau das ist auch eine wichtige Mission der Hauptreferentin Dr. Gabriele Widmann von der DekaBank, die Fondsgesellschaft der Sparkassen. In ihrem bemerkenswerten Vortrag gab die erfahrene Volkswirtin zunächst einmal einen Überblick zur Situation an den Finanzmärkten anhand des sogenannten Einkaufsmanagerindex. Schließlich könnte eine drohende Rezession viele Versuche im Vermögensaufbau gefährden. Dieser Index stellt eine Art Fieberkurve über die letzten Jahrzehnte dar und lässt aktuell vermuten, dass eine Rezession insbesondere Investitionen an den Kapitalmärkten gefährden könnte. Die Chefanalystin der DekaBank, verantwortlich für den Makro Research und den Bereich Rohstoffe, beruhigte zunächst die Gemüter, was die aktuelle Entwicklung der Weltwirtschaft betrifft. Diese befinden sich nämlich in einem fortwährenden Zyklus, der auch 2023 nicht wesentlich von den bisherigen Jahrzehnten abweicht. In nahezu allen Regionen gab es inzwischen Stimmungsaufhellungen. Am ausgeprägtesten waren diese in Lateinamerika, gefolgt von Nordamerika und Asien. In Westeuropa stieg der Einkaufsmanagerindex hingegen nur leicht an. Besonders Deutschland zeigt sich als Problemkind. Aber immerhin wurde auch hier eine Serie von sechs Rückgängen in Folge durchbrochen.

Motivationsrede

Es steht also gar nicht so schlecht um die globale Wirtschaft, wie es viele Auguren behaupten. Wer über die Jahre sein Geld für später beispielsweise über Wertpapier-Sparpläne anlegt, wird wohl auch zukünftig, allen aktuellen Schwierigkeiten zum Trotz, langfristig Rendite erwirtschaften können. Nachdem Widmann länger auf die Inflation und auch die Zusammenhänge von den Leitzinsen der Zentralbanken und den Zinsentwicklungen bei den Banken eingegangen war, richtete sie ihr Wort direkt an die Zuhörerinnen. Frauen, die noch kein eigenes Girokonto und kein eigenes Wertpapierdepot haben, sollten dies unbedingt ändern. „Machen“ ist die Devise, sagte Widmann. Dabei käme es vor allem auf die richtige Streuung an. Eine ausgewogene Mischung der Anlagen, den Assets. Dies sei wichtig, um das sogenannte Klumpenrisiko zu vermeiden. Dies liegt immer dann vor, wenn das Vermögen nur in einem oder zwei Assets investiert ist. Besser sei eine ausgewogene Verteilung aus Rentenanlagen, Wertpapiere, Immobilien und Liquidität. Die Frauen, die bereits in Wertpapiere investiert sind, lobte sie ausdrücklich. Denn die meisten Frauen investieren – anders als die Männer – eher in Fonds als in Aktien. Dies würden zahlreiche Studien belegen und zeigt, dass Frauen im Grunde genommen, die besseren Anlegerinnen seien.

„Ich muss mehr machen“

Am Ende der Veranstaltung sah man nur glückliche Gesichter, was sicherlich auch dem kulinarischen Angebot im Restaurant Längengrad geschuldet sein mag. Aber was nehmen die Teilnehmerinnen nun inhaltlich nach der ersten Female Finance Veranstaltung der Förde Sparkasse mit nach Hause? „Ich muss wieder mehr für meinen Vermögensaufbau machen. Das wurde mir heute Abend klar“, so eine Teilnehmerin. Eine andere Gästin ergänzte: „Insbesondere das Fondssparen möchte ich jetzt für mich vorantreiben. Die Veranstaltung hat mir richtig viel Spaß gemacht. Die Rednerinnen fand ich richtig klasse. Ich habe viel Bestätigung erhalten, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Es lohnt sich einfach, am Ball zu bleiben und sich um die eigenen Finanzen zu kümmern.“

Übrigens: Mehr zum Thema Female Finance finden Sie auch hier.

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