China, die zukünftige Nummer 1 in der Welt?

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Die Führung in China hat sich dazu entschlossen, bis zum Jahr 2030 weltweit führend im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) zu werden. Der Staat unternimmt erhebliche Anstrengungen, um sehr gut ausgebildete Chinesen zurück in das eigene Land zu holen und jungen Nachwuchskräften optimale Forschungsbedingungen zu bieten. Zudem erhalten ausländische Spitzenkräfte sehr attraktive Vergütungsangebote und ein Dauervisum stellt kein Problem mehr dar. Die Vorteile liegen eindeutig bei China, wo die Entwicklung von Zukunftstechnologien faktisch staatlich verordnet ist. Daher stellt sich auch nicht mehr die Frage, ob die Chinesen es schaffen aufzuholen, sondern nur noch, ob die Amerikaner es schaffen auf Augenhöhe zu bleiben.

Schulterschluss von Staat und chinesischer New Economy

Unternehmensvertreter von Alibaba (chinesisches Amazon), Baidu (chinesisches Google), Tencent (chinesisches Facebook), iFlytek (chinesisches Siri) und von Horizon Robotics (Wettbewerber von Intel) haben Sitze in einer Kommission, die den Namen „strategische Beratungskommission der neuen Künstlichen-Intelligenz-Generation“ trägt. Im Jahr 2014 hatte China 129 Millionen US-Dollar in künstliche Intelligenz investiert,  2017 waren es schon über 500 Milliarden US-Dollar.

Massive Investitionen für Projekt Seidenstraße

Die neue Seidenstraße ist das größte Infrastrukturprojekt der Welt seit dem Bau der Chinesischen Mauer. Die sogenannte Belt&Road(B&R)-Initiative ist eine bedeutende Entwicklungsstrategie zur Förderung der Land- und Seeverbindungen zwischen Asien, Europa, dem Nahen Osten und Afrika. Wussten Sie, dass mehr als 57 % der Bevölkerung in den B&R-Ländern immer noch keinen Zugang zum Internet haben und diese Länder für 38 % des globalen Handels stehen? Es wird davon ausgegangen, dass China pro Jahr 150 bis 200 Mrd. USD in den B&R-Ländern investieren wird.

E-Mobilität ist in China längst gesetzt

Inzwischen hat China die besten Hochgeschwindigkeitszüge auf der Welt und die meisten Elektroautos sowie E-Busse weltweit fahren auf den Straßen des 1,4-Milliarden-Volkes. Somit sind allein im südchinesischen Shenzhen bereits über 16.000 E-Busse im Einsatz. Zum Vergleich: Von insgesamt circa 40.000 Bussen, die in Deutschland täglich im Einsatz sind, sind gerade einmal 608 mit elektrischer Antriebstechnik ausgestattet (Stand Januar 2019). Im Online-Handel, beim Bezahlen via Smartphone und bei der Gesichtserkennung sind die Chinesen sowieso Weltspitze. Peking baut Kraftwerke, Eisenbahnlinien sowie Staudämme mittlerweile in einer Qualität, die sogar die strenge Weltbank überzeugt und bei Start-ups sind die Investitionen schon höher als in den USA.

Pro-Kopf-Einkommen noch nicht auf Westniveau

Die größten Filmstudios der Welt findet man inzwischen in China vor. Denn heutzutage lässt sich kein Hollywood-Film mehr ohne die Einnahmen aus chinesischen Kinos kalkulieren. Kein großes Land in der Weltgeschichte hat seine Menschen so schnell aus der Armut befreit wie China. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen der Chinesen liegt erst bei etwa 9.000 US-Dollar. In den USA ist es über 60.000 US-Dollar. Das verfügbare Haushaltseinkommen wächst jedes Jahr im Schnitt um circa sechs Prozent. Es spricht nichts dagegen, dass China eines Tages dieses Niveau erreicht.

Nachhaltigkeit in China kein Fremdwort mehr

Selbst bei den erneuerbaren Energien hat China große Investitionen getätigt. Denn in der Volksrepublik sind Nachhaltigkeit und Umweltschutz längst keine Fremdwörter mehr. Die weltweit  größten Wasserkraftwerke und meisten Windkraftanlagen findet man inzwischen im Land der Mitte. Auch die Solarenergie hat in China einen enormen Aufschwung erlebt.  Mit JinkoSolar, JA Solar und Trina Solar kommen die aktuell größten Solarzellenhersteller der Welt aus China. Darüber hinaus setzen die chinesischen Firmen Maßstäbe in der Industrie 4.0 – mit voll automatisierten, selbstlernenden Fabriken. Technologieunternehmen wie Alibaba, Tencent und China Mobile zeugen von dieser Entwicklung. Sie nehmen auf ihren Gebieten bereits internationale Vorreiterrollen ein und gehören schon jetzt zu den weltgrößten Aktiengesellschaften. Chinas Aufstieg scheint also unaufhaltsam. Kaum ein anderes Land hat solche Ressourcen und Wachstumspotenziale zu bieten. Entsprechend interessant sind die diversen Investitionsmöglichkeiten für Privatanleger.

Florian Unrau

Zum Autor: Florian Unrau ist bei der Förde Sparkasse Leiter der Aktiven Depotbetreuung und berät mit seinem fünfköpfigen Team Kunden individuell bei der Suche nach der optimalen Anlagestrategie.

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