Zinsen, Rezession und Wertpapiere – das sollten Sie jetzt wissen

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Prozentzeichen und Verwaltungsgebäude

Wer hätte das gedacht? Im ersten Quartal 2023 haben die Deutschen zusammengenommen an Vermögen gewonnen. In diesem Zeitraum stieg das Geldvermögen privater Haushalte um 146 Mrd. Euro im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf knapp 7,4 Billionen, so die Deutsche Bundesbank. Mit 41,9 Prozent steckt der Großteil des Geldvermögens in Bargeld und Einlagen mit sehr niedrigen Renditen.

Die Zinsen sind zurück, aber …

Um Renditen richtig einzuordnen, gibt es eine Messlatte, die objektiv und allgemeingültig ist: Die Geldanlage sollte zumindest die Inflation schlagen, die aktuell bei 3,8 Prozent liegt (Stand Ende Oktober 2023). Die erfreuliche Nachricht: Es gibt bei den Banken und Sparkassen für Festgeld wieder Zinsen. Aber Achtung. Es besteht derzeit eine besondere Gemengelage am Zinsmarkt, die sogenannte inverse Zinsstruktur.

Verkehrte Welt

Üblicherweise liegen die Renditen länger laufender Geldanlagen über denen mit kürzerer Laufzeit. Schließlich haben Sie Ihr Geld längerfristig verliehen. Dafür wollen Sie mit Recht für Ihre angelegte Summe während der Laufzeit einen höheren Zins. Invers bedeutet umgekehrt. Bei einer inversen Zinsstruktur sind die Renditen der kurzfristigen Anleihen höher als die der langfristigen. Dies ist dann der Fall, wenn die Kapitalmärkte einen zukünftigen Rückgang der von der Zentralbank gesteuerten kurzfristigen Zinsen erwarten, weil z. B. eine Rezession droht und die Zentralbanken dann voraussichtlich mit einer Zinssenkung reagieren könnten.  

Auch die Förde Sparkasse nimmt sich diesem Thema mit dem Anlagekonto an. Ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen, bietet unser Anlagekonto für eine Laufzeit von einem Jahr 3,8 Prozent p. a. Zinsen. Im Marktvergleich sind das überaus interessante Angebote, weil es bereits mit einem Anlagebetrag von 2.500 Euro losgeht und die Anleger:innen darüber hinaus mit dem Zinseszins-Effekt rechnen können. Auf diese Weise lässt sich mit Finanzprodukten wie dem Anlagekonto die Wirkung der Inflation deutlich abmildern oder ausgleichen, weil man aktuell davon ausgeht, dass die Inflation im nächsten Quartal weiterhin leicht sinken wird.

Wichtig ist hierbei ein Blick in die Vergangenheit. Es war rückbetrachtet immer besser während einer inversen Zinsstrukturphase sich mittel- bis langfristig zu binden, da die nächste Zinssenkung kommen wird und kurzfristig orientierte Anleger:innen i. d. R. dann nur zu schlechteren Konditionen die fälligen Gelder wieder investieren kann.

Wertpapiere: Mehr Licht als Schatten?

Falls Ihnen nun eine Abmilderung oder ein knapper Sieg über die Inflation unbefriedigend erscheint, könnten und sollten Sie eher über Wertpapieranlagen nachdenken und hier insbesondere über Fonds und Fondssparverträge. Bisher sind laut einer Studie der DekaBank in Deutschland nur 26,8 Prozent des Geldvermögens in Wertpapieren angelegt. Viele Menschen verpassen es also, an der Börsenentwicklung teilzuhaben. Dabei können Wertpapiere deutlich höhere Renditen als Zinsprodukte erzielen. Sie können aber mit einer falsch gewählten Wertpapier-Strategie auch Schiffsbruch erleiden und wenn es ganz schlimm kommt sogar alles verlieren. Das passiert insbesondere dann, wenn Anleger:innen auf Einzelwerte setzen und zu ungeduldig Anteile kaufen und wieder verkaufen. Darum empfehlen Expert:innen in dieser Anlageklasse immer eine langfristige Strategie mit hoher Ausdauer und einem gut diversifizierten Depot-Portfolio. Eine professionelle Beratung ist daher unausweichlich, weil es im Wertpapiergeschäft zahllose Fallsticke gibt, die Sie kennen müssen. Wer ein gut aufgestelltes Wertpapier-Depot jedoch sein Eigen nennt und zumindest einmal im Jahr seinen Depot-Bestand in einem Depotjahresgespräch überprüfen lässt, muss sich weniger Sorgen über die Inflation machen als Menschen, die ihr Geld einfach auf dem Girokonto liegen lassen.

Rezession und die Folgen

Und was hat überhaupt die Rezession mit Ihrer Geldanlage zu tun? Die Rezession ist der konjunkturelle Abschwung einer Volkswirtschaft. Sie wird von Ökonomen angenommen, wenn das BIP, also das Bruttoinlandsprodukt, zwei Quartale hintereinander schrumpft. Dies hat spürbare Folgen auf den Konsum. Entsprechend werden weniger Waren und Dienstleistungen abgesetzt, was mittelfristig wiederum die Arbeitslosenquote erhöht. Zentralbanken senken in solchen Phasen die Leitzinsen, um die Investitionskraft der Unternehmen zu verbessern. Die EZB und die Fed hatten so im Jahr 2008 die Abwärtsspirale der Weltwirtschaft aufhalten können. In Deutschland haben wir bereits im ersten und zweiten Quartal 2023 eine sogenannte technische Rezession erlebt. Allerdings blieb der Arbeitsmarkt stabil. Da in den USA ebenfalls eine Rezession im Raum steht, erwarten die Finanzexpert:innen auch Zinssenkungen seitens der Fed. Niedrigere Zinsen machen wiederum die Aktienmärkte interessanter für Ihre Geldanlage. Aber so weit ist es wohl noch nicht.

2 Kommentare

  1. ich würde gerne 10000€ von meinem Sparkonto verzinst anlegen mit dem Novemberangebot. Ich bin bei der Förde Sparkasse in Friedrichsort Kiel. Was muss ich da machen?

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