Diebstahl-Alarm: Alle 6 Minuten wird irgendwo in Deutschland eingebrochen. Allein 2025 wurden rund 100.000 versicherte Einbrüche gemeldet; die Schäden stiegen dabei auf die Summe von 380 Millionen Euro. Da jedoch fast die Hälfte aller Einbruchsversuche scheitert, lohnt sich Vorsorge. Wie Sie Einbrecher:innen das Leben mit einem gezielten Einbruchschutz schwer machen können, erfahren Sie hier.
Weiter hohe Einbruchszahlen – doch Prävention hilft
Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland hat sich auf hohem Niveau stabilisiert: 2025 wurden laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 100.000 versicherte Wohnungseinbrüche gemeldet. Das entspricht einem Anstieg um mehr als 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Schäden betrugen im Durchschnitt 3.850 Euro.
Die Entschädigungszahlungen der Versicherungen stiegen dem GDV zufolge auf insgesamt 380 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dabei scheitert mittlerweile fast die Hälfte der Versuche (ca. 45 Prozent) schon beim schon beim Einbruchsversuch, nicht zuletzt dank effektiver Sicherheitsmaßnahmen: insbesondere an einbruchhemmenden Türen, Fenstern und Alarmanlagen. Nach Angaben der Polizei geben Täter:innen häufig bereits nach ein bis zwei Minuten auf, wenn die mechanischen Sicherungen ausreichend Widerstand leisten oder sie Aufmerksamkeit befürchten. Prävention hilft.

Quelle: Gesamtverband der Versicherer (GDV), 2026
Sicherheitstipps für den Alltag
Einbruchschutz muss nicht viel kosten. Diese einfachen Verhaltenstipps helfen Ihnen, einem Diebstahl vorzubeugen:
- Auch wenn Sie nur kurz das Haus oder die Wohnung verlassen: Schließen Sie immer Ihre Eingangstür zweifach ab. Einfaches Zuziehen reicht nicht aus.
- Verstecken Sie Ihren Haustürschlüssel nicht draußen. Ob im Blumentopf, unter der Fußmatte oder zwischen den Ziersteinen: Einbrecher:innen kennen alle gängigen Außenverstecke und schauen dort zuerst nach.
- Kippen Sie Ihre Fenster niemals, wenn Sie nicht zu Hause sind. Mit dem richtigen Werkzeug ist das Fenster sekundenschnell geöffnet und Kriminelle gelangen ins Haus.
- Schließen Sie Rollläden nur zur Nachtzeit. Tagsüber signalisieren Sie damit: Hier ist gerade niemand zuhause.
- Bitte beachten Sie: Leitern, Mülltonnen oder Gartenmöbel bieten eine Kletterhilfe, um an höher gelegene Fenster oder auf Balkone zu kommen.
- Lassen Sie Geld und Wertgegenstände wie Schmuck nicht offen herumliegen.
- Stellen Sie sich mit Ihren Nachbar:innen gut: In einer aufmerksamen Nachbarschaft haben es Dieb:innen deutlich schwerer, unbemerkt zu bleiben. Achten Sie deshalb auf Fremde auf dem Grundstück nebenan oder im Hausflur.
- Öffnen Sie nicht jedem die Tür: Prüfen Sie über Ihre Gegensprechanlage oder Ihren Türspion, wer gerade klingelt. Das ist insbesondere in Mehrfamilienhäusern wichtig. Denn sind Kriminelle erstmal im Hausflur, haben sie oft leichtes Spiel.
Gelegenheit macht Diebe: die unterschätzten Gefahren
Die Polizei warnt: In der dunklen Jahreszeit, insbesondere immer ab dem Wochenende der Zeitumstellung Ende Oktober, schlagen Einbrecher:innen besonders häufig zu. Die früh einsetzende Dunkelheit bietet ideale Bedingungen – allerdings nicht mitten in der Nacht, sondern am späten Nachmittag und frühen Abend. Zu dieser Zeit ist es draußen bereits finster, während viele Bewohner:innen noch bei der Arbeit, in der Schule oder beim Einkaufen sind. Dadurch sehen Einbrecher:innen sofort, wo niemand zu Hause ist.
- Freitags und samstags steigt das Risiko, da dann oft niemand zuhause ist.
- Mehr als zwei Drittel der Einbrüche finden laut Gewerkschaft der Polizei tagsüber zwischen 8 und 22 Uhr statt. Meist zu Zeiten, in denen die Kriminellen sicher sind, niemanden anzutreffen.
Die meisten Dieb:innen sind Gelegenheitstäter: Ein gekipptes Fenster oder eine unverschlossene Tür reichen oft schon aus. Oft agieren sie in Gruppen, gezielt auf der Suche nach solchen Schwachstellen. Nur selten beobachten sie Häuser oder Wohnungen über längere Zeit hinweg.
Sicherheitstipps für den Urlaub:
- Veröffentlichen Sie keine Abwesenheitsinformationen auf Anrufbeantworter, Social Media oder öffentlich sichtbaren Reiseunterlagen.
- Lassen Sie Briefe und Pakete von einer Vertrauensperson annehmen; ein überquellender Briefkasten signalisiert Abwesenheit.
- Täuschen Sie Anwesenheit vor; etwa mit Zeitschaltuhren für Licht und Rollläden. Die Einstellungen sollten nicht nach einem starren Muster erfolgen
- Versehen Sie Ihre Kofferanhänger nicht sichtbar mit Kontaktinfos.
Schwachstellen absichern: 5 Dinge, auf die Sie achten sollten
Einfamilienhäuser im Visier: Kriminelle nutzen oft Balkontüren und Fenster
In Einfamilienhäuser dringen Einbrecher:innen meist durch Balkon- oder Terrassentüren und Fenster ein. Während sie Eingangstüren seltener als Zugangspunkte nutzen. Besonders im Fokus stehen dabei die vom Straßenbereich abgewandten Gebäudeseiten, die schwer einsehbar sind.

Quelle: GDV / Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN)
Einbruch in Mehrfamilienhäuser und Wohnungen: obere Stockwerke nicht sicher
In Mehrfamilienhäusern nutzen Kriminelle bevorzugt Wohnungstüren zum Einstieg. Doch auch Balkone, Terrassentüren und Fenster stehen auf ihrer Liste. Besonders gefährdet sind zwar Erdgeschosswohnungen, wo Fenster und Balkontüren leicht zugänglich sind. Überraschenderweise werden aber auch oft die oberen Stockwerke ins Visier genommen, da dort das Risiko geringer ist, entdeckt zu werden.

Quelle: GDV / Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN)
So finanzieren Sie Ihre Sicherheitstechnik
- Staatliche Förderung: Für den Einbruchschutz steht Ihnen weiterhin das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen – Kredit (159)“ zur Verfügung. Damit sichern Sie sich einen zinsgünstigen Kredit von bis zu 50.000 Euro je Wohneinheit. Unter bestimmten technischen Voraussetzungen sind neue einbruchhemmende Türen, mechanische Nachrüstsysteme sowie ausgewählte Alarm- und Smart-Home-Lösungen förderfähig. Bitte beachten Sie, dass der frühere Investitionszuschuss „Einbruchschutz (455-E)“ nicht mehr existiert. Informieren Sie sich vorab über die genauen Bedingungen und beantragen Sie den Kredit rechtzeitig vor Arbeitsbeginn über Ihre Hausbank.
- Steuererleichterung nutzen: Wer Handwerker:innen für den Einbruchschutz beauftragt, kann bares Geld sparen. 20 Prozent der reinen Arbeits-, Fahrt- und Maschinenkosten (bis zu 1.200 Euro pro Jahr) lassen sich direkt von der Steuerschuld abziehen.
- Für Mieter:innen & Selbstnutzer:innen: Gilt für den eigenen Haushalt. Wichtig ist, dass die Arbeiten von einem Fachbetrieb ausgeführt, die Lohnkosten separat ausgewiesen und die Rechnung per Überweisung bezahlt wird (kein Bargeld!). Materialkosten sind nicht absetzbar.
- Für Vermieter:innen: Bei vermieteten Immobilien greift der Deckel von 1.200 Euro nicht. Hier können die gesamten Handwerkerkosten – inklusive des Materials – in voller Höhe als Werbungskosten steuerlich geltend gemacht werden.
- Die KfW-Förderung und die steuerliche Absetzbarkeit schließen sich gegenseitig aus. Schäden durch tatsächliche Einbrüche sind steuerlich nicht absetzbar.
Vorsicht ist besser als Nachsehen
Einbruchschutz ist nicht nur sicherer, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll: Er schützt Ihre Wertgegenstände und ermöglicht finanzielle Vorteile durch Förderung und Steuererleichterungen. In jedem Fall profitieren Sie in puncto Sicherheit am besten durch vorbeugende Maßnahmen – und das gleich doppelt: Denn wer vorsorgt, schont nicht nur die Nerven, sondern spart auch bares Geld.


















