Start Immobilien MIETEN & VERMIETEN Verkaufen vs. Vermieten: So treffen Sie die richtige Entscheidung für Ihre Immobilie

Verkaufen vs. Vermieten: So treffen Sie die richtige Entscheidung für Ihre Immobilie

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Stehen Sie auch vor der Frage, welche Option sich für Ihr Haus oder Ihre Eigentumswohnung am meisten lohnt: vermieten, verkaufen oder vielleicht sogar selbst einziehen? Was auf den ersten Blick wie eine reine Rechenaufgabe wirkt, hat oft mit Lebensplanung zu tun. Vielleicht verändert sich Ihre Familiensituation, vielleicht möchten Sie Ihr Kapital anders nutzen oder fragen sich, wie viel Rendite Vermieten wirklich bringt. In diesem Ratgeber nehmen wir alle Optionen unter die Lupe.

1. Option: Selbst in die Immobilie einziehen

Bevor wir Vermieten vs. Verkaufen näher betrachten, werfen wir kurz einen Blick auf den sogenannten Eigenbezug. Das ist ein etwas sperriger Begriff aus dem steuerlichen Kontext, der nichts anderes meint, als dass Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung selbst beziehen und bewohnen.

In diesem Fall verzichten Sie auf mögliche Mieteinnahmen oder eine lukrative Veräußerungssumme, aber es geht eben nicht immer nur ums Geld. Manchmal liegt der größte Wert eines Gebäudes darin, es als Eigentümer:in selbst zu nutzen, zum Beispiel wenn sich Ihre Lebensumstände entsprechend verändert haben.

Diese Option ist typischerweise interessant, wenn:

  • die Immobilie in einer Gegend liegt, in der Sie sich dauerhaft wohlfühlen,
  • Sie Unabhängigkeit von Mietverhältnissen und volle Kontrolle über das Gebäude oder die Wohnung möchten,
  • die laufenden Kosten zu Ihrer finanziellen Situation passen, auch unter Berücksichtigung eventuell notwendiger Investitionen (etwa für eine Modernisierung),
  • Sie nach dem Einzug in absehbarer Zeit keinen Wohnsitzwechsel vornehmen möchten.

Wenn selbst Einziehen für Sie infrage kommt, prüfen Sie neben der Lage auch die langfristige Nutzbarkeit. Wichtige Stichworte dazu sind altersgerechtes Wohnen, Barrierefreiheit und energetischer Zustand. Lassen Sie sich frühzeitig beraten und beachten Sie: Bei Eigentumswohnungen sollte auch die Eigentümergemeinschaft eine Rolle für Ihre Entscheidung spielen.

2. Option: Vermieten für regelmäßige Einnahmen

Ein Haus oder eine Wohnung zu vermieten, kann sich finanziell lohnen. Doch wer eine Immobilie unterhält und vermietet, übernimmt auch Verantwortung. Mieter:innensuche, Instandhaltung und Versicherungen (etwa Wohngebäudeversicherung, Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht) gehören dazu, manchmal darüber hinaus auch schwierige Mietverhältnisse. Entscheidend ist, wie gut die Immobilie zum Mietmarkt passt, und wie viel Engagement Sie persönlich investieren möchten.

Wann sich die Vermietung in der Regel lohnt:

  • Die Immobilie liegt in einer Gegend mit stabiler Nachfrage und guten Mietpreisen.
  • Sie möchten langfristig Einnahmen erzielen und Vermögen aufbauen.     
  • Sie sind bereit, sich um Verwaltung und Instandhaltung zu kümmern, oder diese Aufgaben kostenpflichtig an ein Unternehmen weiterzugeben. 
  • Sie betrachten die Immobilie als Teil Ihrer Altersvorsorge.

Wann Vermieten weniger sinnvoll ist:

  • Wenn der Verwaltungsaufwand Sie überfordert.
  • Wenn die Immobilie in einem Gebiet mit sinkender Nachfrage oder schlechter Infrastruktur liegt.
  • Wenn Sie bereits absehen können, dass Sie das Kapital bald anderweitig benötigen (zum Beispiel für eine andere Geldanlage).
  • Wenn hohe Sanierungskosten anstehen, die sich durch die zu erwartende Miete auch langfristig nicht ausgleichen lassen.

Vermietung: Vorteile und Nachteile im Vergleich

VorteilNachteilWas das für Sie bedeutet
regelmäßige EinnahmenMietausfälle oder LeerstandDie Miete bringt Monat für Monat Geld, aber nur bei stabilen Mietverhältnissen.
langfristiger Vermögensaufbau durch Wertsteigerunglaufende Kosten für Instandhaltung und VerwaltungSie profitieren von steigenden Immobilienwerten, müssen aber Rücklagen bilden und regelmäßig investieren. Denn als Eigentümer:in müssen Sie für die Verkehrssicherheit sorgen und technische Mängel zügig beheben.
steuerlich absetzbare Ausgabenmehr Aufwand bei Steuererklärung und NachweisenViele Kosten können Sie geltend machen, müssen aber alles korrekt erfassen und angeben.
späterer Verkauf bleibt möglichVermietung erschwert oft einen schnellen VerkaufEin Verkauf bleibt offen, doch Mietverhältnisse können Kaufinteressierte abschrecken.
Kapital bleibt investiertwenig Flexibilität bei plötzlichem GeldbedarfSie lassen Ihr Geld „arbeiten“, können aber nicht jederzeit darauf zugreifen.
Flexibilität bei der OrganisationZeit- und VerwaltungsaufwandOhne Hausverwaltung kostet die Organisation Zeit, mit Dienstleister entsprechend Geld.
sichere, gesetzliche Rahmenbedingungeneingeschränkte Handlungsfreiheit, rechtliche RisikenDas deutsche Mietrecht schützt Mietende stark. Sie dürfen die Miete nicht beliebig erhöhen, sondern müssen Fristen und gesetzliche Obergrenzen einhalten. Kündigungen sind nur unter bestimmten Bedingungen möglich, zum Beispiel bei Eigenbedarf oder Vertragsverstößen.

Mietrendite richtig einschätzen

Wenn Sie prüfen möchten, ob sich die Vermietung finanziell für Sie lohnt, hilft eine einfache Faustformel für die Bruttomietrendite:

Mietrendite = (Jahresnettokaltmiete / Kaufpreis) × 100

Ab etwa 4 Prozent spricht man bei Wohnimmobilien von einer wirtschaftlich tragfähigen Vermietung. Je nach Lage, Zustand und Marktumfeld kann dieser Wert aber schwanken. Wenn hohe Instandhaltungskosten oder Verwaltungskosten dazukommen, sinkt zudem Ihre tatsächliche Nettorendite.

Steuerliche Aspekte bei der Vermietung

Bei vermieteten Immobilien spielt das Finanzamt immer mit. Die Einnahmen zählen steuerlich als Einkommen. Wenn Sie den Überblick behalten, können Sie gleichzeitig viele Ausgaben rund um Ihre Immobilie geltend machen.

  • Mieteinnahmen versteuern
    Ihre Mieteinnahmen erhöhen Ihr zu versteuerndes Einkommen. Je nach Steuersatz fällt dadurch mehr Steuer an.
  • Werbungskosten abziehen
    Viele Kosten rund um die Immobilie dürfen Sie gegenrechnen. Dazu zählen unter Umständen Zinsen für Kredite, Reparaturen, Maklergebühren, Fahrtkosten oder die Hausverwaltung.
  • AfA nutzen
    Die sogenannte Abschreibung (AfA) erlaubt es Ihnen, Jahr für Jahr einen Teil der Anschaffungs- oder Herstellungskosten steuerlich geltend zu machen. So sinkt Ihre Steuerlast dauerhaft.
  • Verluste verrechnen
    Wenn Ihre Ausgaben in einem Jahr höher ausfallen als die Mieteinnahmen, entsteht ein Verlust. Den können Sie mit anderen Einkünften verrechnen, oft lohnt sich das steuerlich besonders in den ersten Jahren.
  • Anlage V in der Steuererklärung ausfüllen
    Alle Einnahmen und Ausgaben müssen Sie genau angeben. Dafür gibt es das Formular „Anlage V“ für Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung.

Hinweis: Diese Hinweise ersetzen keine steuerliche Beratung. Klären Sie Ihre individuelle Situation am besten mit einem Steuerbüro.

3. Option: Verkaufen und Erlös freisetzen

Wer seine Immobilie verkauft, löst sich aus allen Verpflichtungen. Sie müssen sich dann nicht (mehr) um Verwaltung oder Instandhaltung kümmern, und erhalten den Verkaufspreis auf einen Schlag. Das verschafft Ihnen finanziellen Spielraum. Ein Verkauf kann sich besonders dann lohnen, wenn Sie den richtigen Zeitpunkt erwischen, in der eine hohe Nachfrage auf dem Markt herrscht.

Achtung: Wenn Sie vermietet verkaufen, bleibt das Mietverhältnis bestehen. Der Grundsatz „Kauf bricht nicht Miete“ schützt die Mietenden. Eine Kündigung wegen Eigenbedarfs durch die Käuferseite ist erst nach Eigentumswechsel und gesetzlicher Frist möglich. 

Wann ein Verkauf sinnvoll ist:

  • Sie möchten das Kapital neu investieren, zum Beispiel in eine andere Immobilie, in Ihre Altersvorsorge, in Wertpapiere oder eine andere Geldanlage.
  • Sie haben keine Zeit oder kein Interesse daran, sich langfristig um eine Vermietung zu kümmern.
  • Die Immobilie passt nicht (mehr) zu Ihrer Lebenssituation, etwa weil sie zu weit entfernt liegt oder zu viel Pflege braucht.
  • Sie haben den Eindruck, dass der Immobilienwert sein Hoch erreicht hat und möchten kein Risiko eingehen, sondern von dieser guten Marktlage profitieren.

Tipp: Lassen Sie vor Vertragsabschluss prüfen, ob Ihre Immobilie durch Eintragungen wie Erbbaurechte, Wegerechte oder alte Verträge belastet ist. Auch der energetische Zustand kann den Wert steigern oder mindern. Das hat am Ende Einfluss auf den Verkaufspreis oder die Verkaufbarkeit generell.

Welche Kosten beim Verkauf entstehen:

Ein Immobilienverkauf ist fast nie kostenlos. Die notarielle Beurkundung ist beispielsweise Pflicht und sie müssen spätestens beim Verkauf einen gültigen Energieausweis vorlegen. Rechnen Sie daher mit folgenden Ausgaben:

  • Maklerprovision (sofern beauftragt, oft hälftig mit Käuferseite geteilt)
  • Notarkosten und Grundbuch
  • Kosten für Energieausweis, Exposé oder kleinere Aufwertungen (wie Schönheitsreparaturen)
  • Vorfälligkeitsentschädigung, wenn Sie ein laufendes Immobiliendarlehen vorzeitig ablösen
  • eventuelle Steuerzahlung, wenn Spekulationssteuer anfällt

Verkauf: Vorteile und Nachteile im Vergleich

VorteilNachteilWas das für Sie bedeutet
einfacher Übergang beim VerkaufZeitdruck oder ungünstige MarktlageUnvermietete Objekte lassen sich oft leichter verkaufen, aber nicht immer zum Wunschpreis.
geringeres RisikoSteuern auf VerkaufsgewinnKein Mietausfall, keine Instandhaltung, aber bei kurzer Haltedauer kann Steuer anfallen.
keine laufenden Verpflichtungenemotionaler AbschiedSie entlasten sich von allen Aufgaben, der Abschied kann jedoch persönlich schwerfallen.
sofortiger ErlösVerlust zukünftiger WertsteigerungSie erhalten sofort eine große Summe, verzichten aber auf mögliche Gewinne in den Folgejahren.

Steuerliche Aspekte beim Immobilienverkauf

Auch beim Verkauf stellt sich die Frage nach der Steuer: Wie müssen Sie den Verkaufserlös versteuern? Die Antwort hängt von der Nutzung und vom Zeitpunkt ab.

  • Spekulationsfrist beachten
    Wenn Sie die Immobilie nicht selbst genutzt haben und innerhalb von 10 Jahren verkaufen, kann Spekulationssteuer anfallen.
  • Eigennutzung sichert Steuerfreiheit
    Wenn Sie das Objekt im Verkaufsjahr und in den beiden Vorjahren selbst bewohnt haben, und zwar durchgehend, kann der Gewinn steuerfrei bleiben.
  • Teilweise Nutzung zählt mit
    Bei gemischter Nutzung (zum Beispiel Wohnung teils vermietet, teils selbst genutzt) wird der Anteil genau geprüft.
  • Verkauf vermieteter Immobilien
    Auch hier kann Steuer anfallen. Lassen Sie sich dazu in jedem Fall von einem Steuerbüro beraten.

Hinweis: Lassen Sie vor dem Verkauf von Steuerprofis prüfen, wie lange Sie die Immobilie besitzen, ob und wie lange Sie sie selbst genutzt haben und welche Kosten angerechnet werden dürfen.

4. Entscheidungsradar – Ihr Weg zur richtigen Lösung

Unser Optionsüberblick zeigt: Wenn Sie regelmäßig Einnahmen erzielen möchten und Zeit für die Vermietung mitbringen, kann sich das Vermieten lohnen. Wenn Sie sich lieber entlasten und Kapital freisetzen möchten, passt der Verkauf besser zu Ihnen. Die folgenden Fragen können Ihnen helfen, Klarheit zu gewinnen und Ihre persönlichen Tendenzen richtig einzuschätzen:

1) Wie ist Ihre finanzielle Situation?

    • Benötigen Sie kurzfristig Kapital?
    • Möchten Sie auf regelmäßige Einnahmen setzen?
    • Können Sie laufende Kosten auch bei Leerstand tragen?

    2) Wie viel Zeit und Verantwortung wollen Sie übernehmen?

      • Möchten Sie Verwaltung und Instandhaltung selbst organisieren?
      • Haben Sie Kapazitäten, sich um Mietangelegenheiten zu kümmern?
      • Oder wünschen Sie möglichst wenig Aufwand?

      3) Wie entwickelt sich der Immobilienmarkt in Ihrer Region?

      • Steigt die Nachfrage und damit auch der Wert Ihrer Immobilie?
      • Gibt es klare Hinweise auf eine günstige Gelegenheit zum Verkauf?
      • Wie stabil ist der Mietmarkt vor Ort?

      4) Welche Ziele verfolgen Sie langfristig?

      • Planen Sie eine Reinvestition in ein anderes Objekt oder in eine andere Geldanlage?
      • Möchten Sie flexibel bleiben, zum Beispiel wegen familiärer Veränderungen?
      • Spielen persönliche Motive eine Rolle (wie emotionale Bindung oder Nähe zur Immobilie)?

      Mit den individuellen Antworten auf diese Fragen werden Sie feststellen: Ob Sie vermieten oder verkaufen, hängt nicht nur vom Markt ab, sondern vor allem von Ihnen. Ihre Ziele, Ihre Lebenssituation und Ihr Umgang mit Verantwortung (Zeit, Aufwand, Risiko) geben die Richtung vor. Langfristig selbst einzuziehen, kann dabei natürlich auch eine sinnvolle Alternative sein.

      Eigentum richtig nutzen

      Eine Immobilie kann ein starker Vermögensbaustein sein, aber sie bindet. Daher lohnt es sich, ehrlich hinzusehen: Was passt zu Ihrem Alltag, Ihrer Finanzplanung, Ihrem Lebensentwurf? Je klarer Sie sich über Ihre Rolle als Vermieterin, Verkäufer oder Selbstnutzende werden, desto länger können Sie mit dieser Entscheidung glücklich sein. Denn am Ende zählt nicht nur, was sich rechnet, sondern auch, was sich für Sie richtig anfühlt.

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