Wussten Sie eigentlich…? Derivate gibt es seit mindestens 4.000 Jahren

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Derivate sind keineswegs Erfindungen der Neuzeit. Ganz und gar nicht. Es gibt sie seit mindestens 4.000 Jahren. Damit ist dieses Finanzinstrument deutlich älter als die Aktie.

Erste Belege

Archäologen entdeckten im heutigen Irak massenweise Tontafeln mit Keilschrift-Inschriften. Darunter fand man auch eine vertragliche Absicherung zwischen einem Sesamhändler und seinem Geschäftspartner. Der Sesamhändler erhielt im Voraus eine bestimmte Summe Geld, um Sesam in fernen Landen einzukaufen. Die Ware sollte der Geschäftspartner sechs Monaten nach Vertragsschluss erhalten. Für den Preis, den die Ware zum Zeitpunkt der vertraglichen Vereinbarung Wert war. Eine revolutionäre Idee und der Beginn einer 4.000 Jahre langen Geschichte.

Was sind Derivate?

Derivate sind in diesem Beispiel die Erwartungen des Geschäftspartners in den Preis auf der einen Seite und das Versprechen des Sesamhändlers, die Ware zu liefern, auf der anderen Seite. Der Händler erhält vorher sein Geld und bemisst den Wert für diese Erwartung und das Versprechen anhand des Wertes, welchen der Sesam hat. Das Derivat nimmt Bezug auf den zugrundeliegenden Gegenstand (hier der Sesam) und der Wert leitet sich aufgrund vieler Faktoren von diesem ab.

Eine Erfolgsstory

Selbstverständlich entwickelte sich dieses Geschäft weiter. Zu Beginn der frühen Neuzeit handelte man ausschließlich Waren an Börsen. 1531 beginnt in Antwerpen das Geschäft mit der Vereinbarung, eine Ware zu einem vorher vereinbarten Preis zu kaufen oder gegen eine Gebühr dieses Kaufversprechen aufzulösen. Mit der Zeit wurden die Geschäfte standardisiert. Dieses ermöglichte den leichteren Handel mit Geschäftsvereinbarungen. Belegt wurde dies das erste Mal 1697 an der Dojima-Reisbörse im japanischen Osaka.

In der Gegenwart

Heutzutage geschieht dieser Handel fast voll elektronisch. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelten sich immer neue Varianten. Das Handelsvolumen mit abgeleiteten Finanzgeschäften nimmt kontinuierlich zu. Seit Ende des 20. Jahrhunderts steigen immer mehr Banken als Herausgeber von Derivaten als reine Anlagemöglichkeit ein.

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