Ferienjobs – hol das Beste aus deinem Sommer raus!

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Nebenjobs

Der Sommer ist da – und damit auch die Schul- und Semesterferien von Schüler:innen und Student:innen im ganzen Land. Diese freien Tage verbringen viele am Strand oder fahren in den Urlaub. Jedoch bieten die Ferien auch die perfekte Gelegenheit, durch Ferienjobs Berufserfahrung zu sammeln und das Taschengeld aufzustocken. Dafür kannst du dir einen oder mehrere Nebenjobs suchen. Wir zeigen dir, was zu beachten ist, welche Tätigkeit gut geeignet ist und warum es sich insbesondere in den Ferien lohnt zu arbeiten.

Ferienjobs – Was gilt es zu beachten?

Wenn die Ferienzeit beginnt, gehen viele Beschäftigte gleichzeitig in den Urlaub. Dies führt dazu, dass Unternehmen in dieser Zeit kurzfristige Arbeitskräfte beschäftigen können. Schüler:innen und Student:innen können dann besonders gut die Arbeitswelt hineinschnuppern, um erste Ideen für die berufliche Perspektive zu bekommen und Geld zu verdienen. Hierbei gibt es einige Unterschiede zu beachten, wie z. B. Altersgrenze, die Art der Arbeit und die Arbeitszeiten.

Das Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) unterscheidet zwischen Kindern (bis 15 Jahre) und Jugendlichen (15 bis 18 Jahre). Nach dem Gesetz sind aber auch „Jugendliche“, die zur (Pflicht-)Schule gehen, noch „Kinder“. Grundsätzlich gilt in Deutschland das Verbot der Kinderarbeit.

Kinder (unter 13 Jahren) …dürfen aus Jugendschutzgründen nicht arbeiten. Sie dürfen jedoch für das Mitwirken bei Theater- und Musikveranstaltungen, Filmaufnahmen, Fernseh- und Hörfunkproduktionen sowie den dazugehörigen Proben finanziell entlohnt werden. Die Arbeitgeber:innen müssen hierfür aber eine Genehmigung bei der zuständigen Aufsichtsbehörde einholen.
Kinder (13-15 Jahre) …dürfen mit Einwilligung der Eltern leichte Aushilfstätigkeiten ausführen. Jedoch dürfen diese Nebenjobs weder deine Gesundheit gefährden noch deinen schulischen Werdegang beeinträchtigen.
  • bis zu 2 Stunden täglich
  • an maximal 5 Wochentagen (nicht am Wochenende)
  • nicht vor/während des Schulunterrichts
  • nur zwischen 8 und 18 Uhr
  • leichte Tätigkeiten wie Babysitten, Zeitungen austragen oder Gartenarbeit

In den Ferien darfst du auch nach 18 Uhr arbeiten, doch auch dann gilt die Zwei-Stunden-Grenze.

Jugendliche (15-18 Jahre) …dürfen bis zu 40 Stunden in der Woche arbeiten. Wer noch zur Schule geht, braucht für den Ferienjob die Erlaubnis der Eltern.
  • bis zu 8 Stunden täglich
  • an maximal 5 Wochentagen (nicht am Wochenende)
  • nicht vor/während des Schulunterrichts
  • nur zwischen 6 und 20 Uhr
  • Verboten sind Nachtschichten, Überstunden und das Arbeiten an Feiertagen
  • Größe Auswahl an Tätigkeiten: Kellnern, Verkaufen, Regale auffüllen oder beim Liefern helfen

Good To Know: Bei Schülerjobs ab 16 Jahren, die im Gaststättengewerbe tätig sind, gibt es eine Arbeitsdauer bis 22 Uhr.

Samstags und sonntags gilt ein generelles Arbeitsverbot, jedoch gibt es einige Ausnahmen an Samstagen, wie z. B. in Krankenhäusern, in Bäckereien oder im Supermarkt. An Sonntagen ist nur die Arbeit in Krankenhäusern und im Gaststättengewerbe erlaubt.

Schüler:innen und Student:innen (ab 18 Jahren) …dürfen 26 Wochen pro Jahr und max. 20 Stunden pro Woche arbeiten.
  • Schüler:innen dürfen in den Ferien 50 Tage im Jahr arbeiten
  • Student:innen können in den Semesterferien zwei Monate lang einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen
  • Beliebte Tätigkeiten für Student:innen sind z. B. Nachhilfe oder Verkauf im Einzelhandel

Wie viel darf ich verdienen?

NebenjobsSchülerarbeiten sind versicherungsfrei und gefährden auch nicht die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Bei Minijobs liegt die Grenze bei 538 Euro. Auch mehrere Minijobs sind möglich, solange man die 538 Euro Grenze nicht überschreitet. Jugendliche ab 18 Jahren haben den Anspruch auf den Mindestlohn von 12,41 Euro pro Stunde seit Januar 2024. Für Student:innen: Bei einem Minijob auf 538 Euro fallen keine Steuern an.

In den Ferien dürfen Schüler:innen kurzfristig und ohne Begrenzung „nach oben“ mehr verdienen. Die kurzfristige Beschäftigung darf nicht mehr als 3 Monate bzw. nicht länger als 70 Arbeitstage innerhalb eines Kalenderjahres erfolgen.

Vorteile von Ferienjobs

Nebenjobs bieten eine Vielzahl von Vorteilen, besonders während der Ferien.

  • Finanzielle Unabhängigkeit: Durch einen Nebenjob kannst du dein eigenes Geld verdienen.
  • Berufserfahrung sammeln: Du kannst praktische Erfahrungen in verschiedenen Berufsfeldern sammeln, die dir später bei der Berufswahl helfen können.
  • Netzwerk aufbauen: Du lernst neue Leute kennen und knüpfst wertvolle Kontakte, die dir später im Berufsleben nützlich sein können.
  • Soft Skills entwickeln: Nebenjobs helfen dir, wichtige Fähigkeiten wie Teamarbeit, Kommunikation und Zeitmanagement zu entwickeln.

Viele Möglichkeiten – Viele Fragen

Habe ich Anspruch auf Urlaub?

Alle Ferienjobber:innen, die mind. einen vollen Monat arbeiten, haben einen Anspruch auf Urlaub. Wer weniger beschäftigt ist, hat keinen Urlaubsanspruch. Nach dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) muss nach einem sechsmonatigen Bestehen des Arbeitsverhältnisses der Urlaubsanspruch gewährt werden.

Gibt es eine Probezeit bei Ferienjobs?

In der Regel gibt es keine Probezeit.

Brauche ich eine Versicherung?

Nein. Da es sich um eine kurzfristige und versicherungsfreie Beschäftigung handelt, benötigst du keine Versicherung. Über die Firma sind Ferienjobber:innen darüber hinaus gesetzliche unfallversichert ─ dies gilt auch für den Arbeitsweg (Hin- und Rückweg).

Die 10 besten Neben- und Ferienjobs

1Zeitungen/Zeitschriften austragen

Zeitungen und Zeitschriften müssen täglich ausgeliefert werden – sowohl in Groß­städten, als auch in kleinen Gemeinden. Im Normalfall hast du festgelegte Tage und Uhrzeiten, an denen du arbeiten musst.

  • Besonders gut geeignet für: Schüler:innen (bereits ab 13 Jahren)
  • Vorteile: Bewegung an der frischen Luft – zu Fuß, mit dem Hund, mit Fahrrad, mit Skate- oder Longboard
  • Verdienst: Bezahlung meist pro ausgetragenes Exemplar (ca. 15 Cent), also z.B. 7,50 Euro Stundenlohn für 100 Exemplare, die innerhalb von 2 Stunden ausgetragen werden

2Nachhilfe geben

Die besten Chancen hat man, wenn man Nachhilfe im Bekanntenkreis oder in der Schule/Universität anbietet. Man sollte natürlich nur Nachhilfe für Fächer anbieten, die man auch wirklich drauf hat!

  • Besonders gut geeignet für: Student:innen (vor allem Lehramt), Schüler:innen (Oberstufe)
  • Vorteile: ständiges Auffrischen des eigenen Wissens
  • Verdienst: zwischen 7 und 10 Euro pro Stunde (Schüler:innen) / bis zu 15 Euro (Student:innen)

Tipp: Nachhilfe für mehrere Schüler:innen/Student:innen geben, z.B. als Vorbereitung für eine Klassenarbeit/Prüfung. Dann kann pro Person ein Stundenlohn von 5 Euro genommen werden.

3Babysitten

Als Babysitter:in passt man ab und an auf die Kinder von Bekannten oder Nachbarn auf und bekommt dafür ein gutes Extra-Taschengeld.

  • Besonders gut geeignet für: Schüler:innen
  • Vorteile: lässt sich sehr gut mit anderen Nebenjobs kombinieren
  • Verdienst: meistens zwischen 5 bis 8 Euro pro Stunde

4Online-Umfragen beantworten

Online-Umfragen werden von Umfrage-Instituten angeboten, die im Zuge der Marktforschung repräsentative Meinungsumfragen durchführen. Die Themen und Zielgruppen können sehr unterschiedlich sein. Das Mindestalter liegt meist bei 14 Jahren.

  • Besonders gut geeignet für: Student:innen, Schüler:innen
  • Vorteile: geringer Aufwand; hohe Flexibilität; kann von Zuhause erledigt werden
  • Verdienst: bis zu 15 Euro pro Umfrage

Wenn du eine Umfrage erfolgreich beendet hast, wird dein Verdienst auf deinem Mitgliedskonto gutgeschrieben. Das gesammelte Guthaben kann dann je nach Umfrage-Plattform in Form von Gutscheinen ausgestellt oder aufs Bankkonto ausgezahlt werden.

5Saisonjob in der Eisdiele

In kurzfristigen bzw. Saisonbeschäftigungen kann über den vertraglich festgeschriebenen Zeitraum so viel verdient werden wie möglich. Allerdings darf das durchschnittliche Gehalt nicht über 12 Euro pro Stunde (und 62 Euro je Arbeitstag) liegen, da ansonsten eine pauschale Versteuerung fällig werden kann. Saisonjobs, zum Beispiel als Eisverkäufer:in, sind eine gute Möglichkeit, um in den Ferien etwas mehr zu arbeiten und dadurch jede Menge Geld für die nachfolgenden Monate zu sparen.

  • Besonders gut geeignet für: Schüler:innen, Student:innen
  • Vorteile: Eis probieren; ggf. Trinkgeld
  • Verdienst: etwa 7,50 Euro pro Stunde, ab 18 Jahren gilt der Mindestlohn (8,84 Euro pro Stunde)

6Kellnern

Die Arbeitszeiten beschränken sich auf Nachmittage und Abende unter der Woche sowie das Wochenende.

  • Besonders gut geeignet für: Schüler, Studenten
  • Vorteile: regelmäßiger Verdienst; feste Arbeitszeiten; Trinkgeld
  • Verdienst: etwa 8 Euro pro Stunde, ab 18 Jahren gilt der Mindestlohn (12,41 Euro brutto pro Stunde)

Wichtig: Für diese Variante wird meist ein Mindestalter vorausgesetzt, das etwa bei 16 Jahren liegt. Wer abends in einer Bar arbeiten will, der muss oftmals auch schon volljährig sein.

7Promoter:in

Als Promoter:in musst du offen und gut gelaunt auf fremde Menschen zugehen, um Flyer und Werbematerial zu verteilen oder Kund:innen zu werben. Du wirst je nach Auftrag zum Beispiel bei Partys, Konzerten, Messen, Festivals oder Stadtfesten eingesetzt.

  • Besonders gut geeignet für: Student:innen
  • Vorteile: du triffst coole Leute, arbeitest in jungen Teams, bist viel unterwegs
  • Verdienst: zwischen 10 bis 15 Euro pro Stunde

8Aushilfe im Supermarkt

In vielen Supermärkten wird permanent nach neuen Aushilfskräften gesucht – für die Kasse, im Lager oder um die Regale aufzufüllen. Häufig werden die Positionen auch mehrmals durchgewechselt.

  • Besonders gut geeignet für: Schüler:innen, Student:innen
  • Vorteile: regelmäßiger Verdienst; feste Arbeitszeiten; Kennenlernen des Arbeitslebens
  • Verdienst: etwa 7 bis 8 Euro pro Stunde, ab 18 Jahren gilt der Mindestlohn (12,41 Euro brutto pro Stunde)

9Küchenhilfe in Restaurants

Viele Restaurants beschäftigen Aushilfspersonal in der Küche zur Unterstützung der Küchenchef:innen und der Köch:innen. In Fastfood-Restaurants sind die Küchenhilfen sogar unverzichtbar, denn sie sorgen dafür, dass der Laden läuft und die Gäste ihre Bestellungen schnell erhalten.

  • Besonders gut geeignet für: Schüler:innen, Student:innen
  • Vorteile: regelmäßiger Verdienst; feste Arbeitszeiten
  • Verdienst: etwa 7 bis 8 Euro pro Stunde, ab 18 Jahren gilt der Mindestlohn (12,41 Euro brutto pro Stunde)

10(Kurier-)Fahrer:in

Als Fahrer:in bist du ständig unterwegs. Was du transportierst, ist abhängig von deinem/deiner jeweiligen Arbeitgeber:in: Pakete, Pizza, Medikamente, oder Personen (z.B. Taxifahrer:in / Chauffeur:in).

  • Besonders gut geeignet für: Student:innen (Führerschein erforderlich)
  • Vorteile: Trinkgeld
  • Verdienst: meist 9 bis 12 Euro pro Stunde (auf Stundenbasis als Minijob), Fahrzeug wird gestellt

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