Tanken ist deutlich teurer geworden. Aber was heißt das für Heizöl, Erdgas und Pellets? Ein Blick auf die wichtigsten Energieträger.
Fernwärme am teuersten
Mit Beginn der Heizsaison 2026/27 sollten Haushalte ihre Abschläge und Rücklagen noch einmal kritisch prüfen. Die Kosten entwickeln sich je nach Heizart sehr unterschiedlich. Besonders deutlich trifft es Haushalte mit Heizöl oder Holzpellets. Wer mit Gas heizt, kann im Jahresdurchschnitt zwar mit einer leichten Entlastung rechnen – sollte sich darauf aber nicht dauerhaft verlassen.
Der aktuelle Heizspiegel 2026 von co2online, dem Deutschen Mieterbund und dem Bauherren-Schutzbund liefert dafür einen sinnvollen Orientierungswert. Für eine durchschnittliche 70-Quadratmeter-Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, inklusive Heiznebenkosten, ist demnach ungefähr mit folgenden Kosten im Abrechnungsjahr 2026 zu rechnen:
Heizkostenvergleich für eine 70-qm-Wohnung

Quelle: co2online | Sept. 2026
Heizkosten sehr individuell
Die oben genannten Werte bieten nur eine grobe Orientierung. Um die eigenen Heizkosten zu bestimmen, kommt es unter anderem darauf an, wie gut ein Gebäude gedämmt ist, wie viele Personen dort wohnen, das eigene Heizverhalten und ob der Winter mild oder kalt wird. In einem unsanierten Altbau kann der Verbrauch deutlich über dem Vergleichswert liegen. Hilfreich können diese Heiztipps sein.
Heizöl auf 5-Jahres-Hoch
Noch deutlich dramatischer sieht der Blick auf die aktuellen Heizöl-Preise aus. Laut Heizoel24.de liegen diese Anfang Oktober 2026 mit 170 Euro pro 100 Liter (inklusive Mehrwertsteuer) ungefähr doppelt so hoch wie 2025 und ähnlich hoch wie 2022.
Hauptgrund ist der Iran-Krieg und die darauffolgenden Verwerfungen der Lieferwege. Immerhin gibt es hier einen Hoffnungsschimmer: Laut Analysen des Wirtschaftsportals Bloomberg sind die Ölmengen, die aus dem Nahen Osten exportiert werden, zuletzt stark gestiegen und fast wieder auf Vorkriegsniveau.
Gas etwas günstiger
Die leichte Entlastung bei Erdgas hat mehrere Gründe. Seit Januar 2026 entfällt die Gasspeicherumlage; der Bund übernimmt die Kosten. Zuvor betrug sie 0,289 Cent je Kilowattstunde. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden entsprach das rund 58 Euro. Dennoch bleibt Gas ein unsicher kalkulierbarer Energieträger.
Die deutschen Gasspeicher waren zum Start der Heizperiode vergleichsweise niedrig gefüllt. Nach Angaben der Bundesnetzagentur lag der Füllstand Anfang Oktober bei rund 58 Prozent. Die Behörde bewertet die Versorgung zwar als stabil. Gleichzeitig hat der Bund das Unternehmen SEFE angewiesen, zusätzlich Gas einzukaufen und einzuspeichern. Das stärkt die Vorsorge, kann bei ohnehin hohen Großhandelspreisen aber die Preislage belasten. Haushalte sollten deshalb einen Tarifvergleich nicht aufschieben, Preisänderungen ihres Anbieters genau lesen und nicht allein auf sinkende Gaspreise setzen.
CO₂-Preis steigt leicht
Für Erdgas und Heizöl fällt 2026 weiterhin ein CO₂-Preis an. Er wird nicht mehr als fixer Betrag festgesetzt, sondern innerhalb eines Korridors von 55 bis 65 Euro je Tonne CO₂ versteigert. Damit verteuern sich fossile Brennstoffe zusätzlich etwas. Denn 2025 lag der CO₂-Preis noch fest bei 55 Euro je Tonne.
Für Mieter:innen gilt: Die CO₂-Kosten dürfen bei zentralen Öl- und Gasheizungen nicht grundsätzlich vollständig weitergegeben werden. Sie werden nach dem CO₂-Ausstoß des Gebäudes aufgeteilt. Je schlechter die Energiebilanz, desto höher ist der Anteil, den Vermieter:innen tragen müssen. Ein Blick in die nächste Nebenkostenabrechnung lohnt sich daher besonders.
Wärmepumpe im Heizkostenvergleich günstiger
Eigentümer:innen sollten die langfristigen Kosten durchrechnen. co2online erwartet auf längere Sicht, dass der Preisvorteil von Wärmepumpen größer wird, während Erdgas auf Biomethan-Basis bis 2045 am teuersten werden könnte. Auch Fernwärme sollte im Vergleich zu Heizöl und Erdgas weniger stark steigen. Ob das aber so kommt, hängt von vielen Faktoren ab.


















