52% sagen NO zur EU und stimmen für einen Brexit

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Brexit
Brexit

Brexit – die Entscheidung in Großbritannien ist gefallen: Mit 51,9% setzten sich die Befürworter eines Austritts aus der Europäischen Union knapp gegen die Gegner durch. Die Märkte weltweit reagierten sofort: Der DAX stürzte anfangs sogar um 10 % ab, konnte sich aber im Tagesverlauf von seinen Tiefständen erholen, das britische Pfund fiel auf den tiefsten Stand seit 30 Jahren und viele – vor allem britische – Aktien brachen ein. Doch welche Auswirkungen hat das Ergebnis der Briten nun eigentlich auf Europa, auf Deutschland und vor allem auf unsere Region?

Europa

Gespaltene EU
Gespaltene EU

Die Abspaltung des Vereinigten Königreichs ist politisch sowie wirtschaftlch ein harter Schlag für die EU. Vor dieser liegt, genau wie vor Großbritannien, ein mühseliger Weg und Neugestaltungsprozess. Es beginnt ein neues Kapitel in der Geschichte, von dem niemand weiß, wie es aussieht. Aus dem Austritt resultieren viele Aufgaben, die es zu lösen gilt. Viele davon werden jahrelang Zeit benötigen. In welche Richtung sich die EU bewegen wird, bleibt offen.

Das Vertrauen der Bürger in die EU muss zurückgewonnen werden. Außerdem ist die Wirkung des Brexit auf den Rest der Welt ein großes Risiko. Was ist bloß mit dieser großen Gemeinschaft, in der jeder für jeden einsteht, passiert? Wankt dieses vor vielen Jahren gegründete Konstrukt? Der gewählte Weg der Briten wird in den kommenden Jahren auch in anderen Mitgliedsstaaten diskutiert werden und ständig präsent sein. Großbritannien ist eines von fünf permanenten Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates und ein bedeutendes Nato-Mitglied – mit dem Brexit sitzt somit ein wichtiger Akteur nicht mehr mit am Tisch.

Da Großbritannien kein Euro-Land ist, ist die europäische Währungsunion indirekt von möglichen Turbulenzen an den Finanzmärkten betroffen. Dazu gehören fallende Aktienkurse, sinkende Zinsen und abbröckelnde Wechselkurse. Durch diese Talfahrt wird auch der Euro in Mitleidenschaft gezogen, vor allem gegenüber dem US-Dollar.

Deutschland

Auch hier bei uns in Deutschland sind besonders Regierung, Tourismus und Wirtschaft betroffen – es herrscht vor allem eine große Ungewissheit.

In der Wirtschaft können die Auswirkungen für einzelne Branchen oder gar auf Unternehmensebene heftig bis extrem sein, je nach Abhängigkeit der Handelsverflechtung mit Großbritannien. Über 2500 deutsche Unternehmen haben eine Niederlassung im Vereinigten Königreich. Dieses war im vergangenen Jahr der drittwichtigste Exportmarkt für Deutschland. Hier hängen etwa 750.000 Arbeitsplätze von den Exporten auf die Insel ab.

Der Kurs des Pfund sinkt
Der Kurs des Pfund sinkt

Der Brexit trifft außerdem gerade deutsche Studenten. Die Unis in Großbritannien sind seit jeher bevorzugte Ziele für einen Auslandsaufenthalt. Der könnte nach dem EU-Austritt der Briten komplizierter zu organisieren sein und sehr viel teurer werden.
Für deutsche Urlauber wird der Urlaub auf der großen Insel aufgrund des Wertverlustes des Pfund allerdings günstiger.

Region

Auch in S-H gibt es Auswirkungen
Auch in S-H gibt es Auswirkungen

Nahezu alle Branchen in Schleswig-Holstein handeln mit britischen Geschäftspartnern. Am meisten die Bereiche Futter- und Nahrungsmittel sowie Chemie- und Pharmaindustrie. Großbritannien gehört dort zu den wichtigsten Handelspartnern. Es werden nun neue Logistikhürden oder höhere Zölle befürchtet.
Aus Schleswig-Holstein gehen insgesamt circa sieben Prozent der Ausfuhren in das Vereinigte Königreich.

Geldanlage

Laut der DekaBank muss sich die Wirtschaft angesichts der Erwartung neu finden. Da die Konjunkturreaktionen zeitlich begrenzt sein werden, sollte sich zumindest ein Teil der Marktreaktionen in den kommenden Wochen wieder zurückbilden. Wenngleich in Gestalt der US-Präsidentschaftswahlen im Herbst weitere politische Unsicherheit ansteht, ist ein zu hektisches Handeln rund um politische Ereignisse nicht zu empfehlen.

Für die Aktienquote privater Haushalte gilt, dass politische Ereignisse wie eine Brexit-Entscheidung oder ein Regierungswechsel in den Vereinigten Staaten keine Auswirkungen auf die langfristigen Anlageziele haben, denn in einem breit gestreuten Portfolio zählt nur die durchschnittliche Aktienrendite über viele Jahre.

Details finden Sie auf der Homepage der DekaBank.

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