Die Regierung will, dass für Kinder Geld an der Börse angelegt wird. Dafür erhalten künftig alle Kinder, sobald sie 6 Jahre alt werden, 10 Euro im Monat vom Staat. Wann es losgeht und wie Sie an das Geld kommen.
Was bedeutet die Frühstartrente konkret für mein Kind?
Mit der Frühstartrente zahlt der Staat – wenn die Pläne Gesetz werden – künftig monatlich 10 Euro in ein Depot für jedes Kind ab 6 Jahren ein, das in Deutschland wohnt. Los geht’s allerdings erst mit den 2020 Geborenen. Damit soll die Altersvorsorge gestärkt werden. Das Depot können die Eltern oder Erziehungsberechtigten anlegen. Eröffnen sie kein Altersvorsorgedepot für ihr Kind, legt die Bundesbank das Geld an, welches dann später abgerufen werden kann.
Da das Geld am Kapitalmarkt, also an der Börse, angelegt ist, soll es sich bis ins hohe Alter vermehren. Erst dann kann es ausgezahlt werden. So ergänzt das Geld später die Rente.
Eltern können Beträge aufstocken
Ziel ist es, Kinder frühzeitig an den Kapitalmarkt heranzuführen und langfristig Vermögen aufzubauen. Deswegen können Eltern, Großeltern oder andere das Depot mit eigenen Sparbeträgen aufstocken. Ab 18 Jahren kann auch das dann erwachsene Kind ergänzend Geld einzahlen.
Der entscheidende Vorteil liegt im langen Anlagehorizont. Geld, das früh investiert wird, hat Jahrzehnte Zeit zu wachsen. Über den Zinseszinseffekt funktioniert das exponentiell, also wie eine steil werdende Kurve: Erträge werden wieder angelegt und erwirtschaften ihrerseits neue Erträge.
Für welche Jahrgänge und Familien lohnt sich die Frühstartrente?
Die Frühstartrente soll rückwirkend zum 1. Januar 2026 starten und ab Januar 2027 in die Depots eingezahlt werden. Zunächst profitieren Kinder, die 2020 geboren wurden und im Jahr 2026 ihren sechsten Geburtstag feiern.
Für diese Kinder ist eine Nachzahlung vorgesehen: Sie erhalten das Geld auch für die Monate zwischen ihrem sechsten Geburtstag und dem tatsächlichen Start des Programms.
Ab 2027 erhalten auch Kinder, die 2021 geboren wurden, die monatliche Unterstützung. Jedes Jahr kommt ein weiterer Jahrgang hinzu.
Grundsätzlich sollen alle Familien profitieren, unabhängig von Einkommen und Vermögen. Wer zusätzlich eigenes Geld einzahlt, kann die spätere Rente erhöhen. Laut Gesetzentwurf sind eigene Einzahlungen bis zu 6.840 Euro pro Jahr möglich.
Unsere Empfehlung: Legen Sie schon ab der Geburt Geld für Ihr Kind an. Denn je früher das Kapital arbeitet, desto stärker greift der Zinseszinseffekt. Hier lesen Sie eine Einschätzung unseres Wertpapier-Experten Richard Bartsch.
Wer ab wann Anspruch auf die Frühstartrente hat
| Jahrgang | Ab wann Frühstartrente |
|---|---|
| 2019 und früher | kein Anspruch |
| 2020 | 2026* |
| 2021 | 2027 |
| 2022 | 2028 |
| 2023 | 2029 |
| 2024 | 2030 |
| 2025 | 2031 |
| 2026 | 2032 |
| 2027 | 2033 |
| … | … |
Quelle: sparkasse.de | August 2026
Wie funktioniert die Förderung genau?
So läuft die Frühstartrente laut Plänen des Bundesfinanzministeriums in der Praxis:
- Zielgruppe: Alle Kinder und Jugendliche in Deutschland zwischen dem 6. und 18. Geburtstag, allerdings erst jene die 2020 oder später geboren wurden. Gemäß der Gesetzentwurf soll die Einführung ab 2026 jahrgangsweise erfolgen.
- Staatliche Förderung: Monatlich zahlt der Staat 10 Euro in das Depot ein.
- Auszahlungsrhythmus: Das Geld wird vierteljährlich rückwirkend an die Depotanbieter ausgezahlt.
- Kapitalanlage: Das Geld fließt in ein individuelles, zertifiziertes Altersvorsorgedepot. Das Kapital soll am Aktienmarkt angelegt werden.
- Eigene Einzahlungen: Eltern, Großeltern und andere können das Depot mit eigenen Sparbeträgen aufstocken mit maximal 6.840 Euro pro Jahr. Ab dem 18. Lebensjahr können auch die jungen Erwachsenen selbst einzahlen.
- Staatliche Lösung für alle, die kein Depot anlegen: Für alle Kinder, deren Eltern bis zum 8. Geburtstag kein Depot eröffnen, soll die Bundesbank nicht abgerufenes Geld kollektiv anlegen. Das Geld kann später für die Empfangsberechtigten abgerufen werden.
- Depotwechsel: Ein Wechsel in andere zertifizierte Altersvorsorgeverträge ist ab dem 18. Lebensjahr möglich, sodass ein direkter Übergang in die geförderte private Altersvorsorge gewährleistet wird. Innerhalb dieses Rahmens sind dann auch Anlagen abseits des Aktienmarkts möglich.
- Auszahlung: Voraussichtlich ist der Zugang zu dem Depot bis zum 66. Geburtstag gesperrt. Erst dann soll das Geld ausgezahlt werden. Bei der Auszahlung muss das Geld den Plänen zufolge versteuert werden, während der Einzahl- und Haltephase aber nicht.
Was bewirken 10 Euro monatlich praktisch?
Aus 10 Euro monatlich können mehr als Hunderttausend Euro bis zum Renteneintritt werden. Das verdeutlicht ein konkretes Rechenbeispiel.
Ein Kind erhält vom 6. bis zum 18. Lebensjahr jeden Monat 10 Euro staatliche Förderung. Das sind insgesamt 1.440 Euro eingezahltes Kapital vom Staat. Wie stark das Geld wächst, hängt davon ab, wie das Geld angelegt wurde. Denkbar sind vor allem Fonds und ETFs, Finanzprodukte also, die mehrere Aktienunternehmen bündeln. Als hilfreiche Orientierung für die Renditeaussichten kann der Dax dienen, dem die größten deutschen Börsenunternehmen angehören. Dieser legte in den vergangenen 10 Jahren durchschnittlich um 8,7 Prozent pro Jahr zu.
Mit dieser Rendite würde das Depot durch die monatlich eingezahlten 10 Euro bis zum 18. Geburtstag auf rund 2.542 Euro anwachsen.
Mehr als 100.000 Euro bis zum Rentenbeginn?
Variante A: Kein weiteres Geld wird angespart. Bei einem Renteneintritt mit 67 Jahren wächst der Wert des Depots auf rund 151.000 Euro. Voraussetzung: Die jährliche Rendite beträgt durchschnittlich 8,7 Prozent.
Variante B: Es werden weiterhin 10 Euro pro Monat angespart (nach Abzug etwaiger Gebühren). Mit 67 Jahren wurden dann 7.320 Euro eingezahlt, der Wert des Depots betrüge bei einer Rendite von jährlich 8,7 Prozent dann jedoch rund 274.000 Euro.
Variante C: Schon vom 6. Geburtstag an zahlen die Eltern 25 Euro zusätzlich ein. Ab dem 18. Geburtstag übernehmen sie oder das Kind die 10 Euro, die es bis dahin vom Staat gab, sodass jeden Monat 35 Euro ins Depot fließen. Bei einer jährlichen Rendite von 8,7 Prozent ergäbe sich ein Wert von etwa 957.000 Euro.
Bei allen Beispielen ist der Kaufkraftverlust durch die Inflation nicht berücksichtigt.
Wichtig: Die Renditen, die in der Vergangenheit erzielt wurden, lassen keine Rückschlüsse auf die künftige Rendite zu. Aufgrund der langen Laufzeit ist der Effekt, den die Rendite hat, sehr groß. Zwei andere Beispiele verdeutlichen das. Werden wie in Variante B 10 Euro pro Monat über 61 Jahre gespart, ergibt sich bei einer Rendite von 6 Prozent ein Depotwert von etwa 75.500 Euro. Mit einer Rendite von 2 Prozent liegt der Wert bei 14.300 Euro.
Beachten Sie: Auch Verluste sind bei börsenbezogenen Produkten möglich.
So viel werden aus einer Sparrate von 10 € monatlich

Quelle: sparkasse.de | August 2026
Welche Kosten, Risiken und Grenzen sollten Familien kennen?
Laut Gesetzentwurf dürfen für die Depots der Frühstartrente keine Kosten erhoben werden. Familien sollten sich bewusst sein, dass das angelegte Geld auch an Wert verlieren kann.
Wie bei jedem Kapitalmarktprodukt gibt es keine Garantie. Der Wert eines Depots kann steigen – aber auch fallen. Deshalb ist eine breite Streuung über viele Unternehmen und Länder wichtig, zum Beispiel über ETFs oder Fonds.
Außerdem ist das Geld langfristig gebunden: Wer das Depot als Notfall-Reserve betrachtet, ist hier falsch. Und: Bei Auszahlung im Rentenalter fällt Einkommensteuer an.
Was kostet die Frühstartrente den Staat?
Der Staat plant mit Ausgaben von 198 Millionen Euro im ersten Jahr. Diese steigen, wenn weitere Jahrgänge hinzukommen. Wenn ab 2038 die maximale Zahl an Jahrgängen die Förderung erhält, soll etwa 1 Milliarde pro Jahr in die Frühstartrente fließen.
Welche Alternativen zur Frühstartrente gibt es – und wann sind sie besser?
Auch mit anderen Spar- und Anlagemöglichkeiten können Sie Ihr Kind finanziell absichern. Es gibt auch Alternativen dazu, zusätzlich in das Depot mit der Frühstartrente einzuzahlen:
- Junior-Depot (privat, beispielsweise bei der Sparkasse): Flexibel, sofort verfügbar, keine Sperrfrist. Ideal für alle, die jetzt schon starten möchten, ohne auf den Staat zu warten.
- Tagesgeld oder Sparbuch: Sicher und ohne Verlustrisiko, aber auch mit geringeren Renditeaussichten. Gut geeignet für kurzfristige Sparziele.
- ETF-Sparplan: Kosteneffizient und breit gestreut, besonders für den langfristigen Vermögensaufbau empfehlenswert.
- Kinderzusatzversicherung: Kombiniert Schutz und Sparen – sinnvoll, wenn die Absicherung im Vordergrund steht.
Ein Junior-Depot der Sparkassen ist eine gute Option, um schon heute zu starten, unabhängig davon, wann die Frühstartrente offiziell eingeführt wird.
Sie müssen kein Depot für Ihr Kind anlegen, da dann der Staat die Frühstartrente anderweitig anspart. Wie genau das umgesetzt wird, steht weder im Regierungsentwurf noch im Koalitionsvertrag. Klar ist, dass Sie dadurch nicht entscheiden können, wie das Geld investiert wird.
Wie eröffne ich jetzt ein Junior‑Depot? (Schritt‑für‑Schritt)
- Informieren: Sprechen Sie mit Ihrer Sparkasse oder informieren Sie sich online über das Junior-Depot.
- Unterlagen bereitlegen: Bringen Sie den Personalausweis der Eltern und die Geburtsurkunde des Kindes mit.
- Depot eröffnen: Das geht je nach Sparkasse in der Filiale oder digital.
- Sparplan einrichten: Legen Sie einen monatlichen Betrag fest, z. B. 10, 25 oder 50 Euro.
- Regelmäßig prüfen: Schauen Sie gelegentlich in das Depot und prüfen Sie gegebenenfalls, ob andere Wertpapiere mittlerweile besser passen.
Kurz‑Check: Ist die Frühstartrente die richtige Wahl für unsere Familie?
Die Frühstartrente sollten Sie nicht verpassen, wenn …
- Ihr Kind zum anspruchsberechtigten Jahrgang gehört.
- Sie langfristig denken und das Geld nicht vor dem Rentenalter brauchen.
- Sie den Grundstein für die Altersvorsorge Ihres Kindes früh legen möchten.
Ob Sie den staatlichen Betrag aufstocken wollen und können, müssen Sie mit Blick auf Ihre Finanzen abwägen. Das Geld wird erst im Rentenalter des Kindes verfügbar sein. Ihre Sparkasse berät Sie gern.
















