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So funktioniert die Frühstartrente

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Kind am Startblock

Mit der Frühstart-Rente zahlt der Staat künftig monatlich 10 Euro in ein Depot für jedes Kind ein. Damit soll die Altersvorsorge gestärkt werden. Das Kind muss eine Schule oder andere Bildungseinrichtung in Deutschland besuchen. Das Depot müssen die Eltern oder Erziehungsberechtigten anlegen. Da das Geld am Kapitalmarkt, also an der Börse, angelegt ist, soll es sich bis ins hohe Alter vermehren. Erst dann kann es ausgezahlt werden. So ergänzt das Geld später die Rente.

Eltern können Beträge aufstocken

Ziel ist es, Kinder frühzeitig an den Kapitalmarkt heranzuführen und langfristig Vermögen aufzubauen. Deswegen können Eltern, Großeltern oder andere das Depot mit eigenen Sparbeträgen aufstocken. Ab 18 Jahren kann auch das dann erwachsene Kind ergänzend Geld einzahlen.

Der entscheidende Vorteil liegt im langen Anlagehorizont. Geld, das früh investiert wird, hat Jahrzehnte Zeit zu wachsen. Über den Zinseszinseffekt funktioniert das exponentiell, also wie eine steil werdende Kurve: Erträge werden wieder angelegt und erwirtschaften ihrerseits neue Erträge.

Für welche Jahrgänge und Familien lohnt sich die Frühstart‑Rente?

Die Frühstart-Rente soll 2026 Jahrgang für Jahrgang eingeführt werden, beginnend mit den 6-Jährigen. Den aktuellen Plänen der Bundesregierung zufolge startet das Programm mit Kindern des Jahrgangs 2020. Jedes Jahr kommt der folgende Jahrgang hinzu. Das heißt, 2027 erhalten dann die Kinder das Geld, die 2021 geboren wurden. Ältere Kinder, die bislang nicht berücksichtigt wurden, sollen ab 2029 nachträglich aufgenommen werden.

Profitieren können grundsätzlich alle Familien, unabhängig von Einkommen oder Vermögen. Wer zusätzlich selbst einzahlt, kann den Effekt deutlich verstärken.

Wie funktioniert die Förderung genau?

Alle Kinder und Jugendliche in Deutschland zwischen 6 und 17 Jahren.

  • Gemäß der Haushaltsbeschlüsse soll die Einführung ab 2026 jedoch jahrgangsweise erfolgen, beginnend mit Kindern, die dann 6 Jahre alt werden – also 2020 geboren wurden.
  • Staatliche Förderung: Monatlich zahlt der Staat 10 Euro in das Depot ein.
  • Kapitalanlage: Das Geld fließt in ein individuelles Depot. Das Kapital soll am Aktienmarkt angelegt werden.
  • Eigene Einzahlungen: Eltern, Großeltern und andere können das Depot mit eigenen Sparbeträgen aufstocken. Ab dem 18. Lebensjahr
  • können auch die jungen Erwachsenen selbst einzahlen.
  • Staatliche Lösung für alle, die kein Depot anlegen: Für alle Kinder, deren Eltern kein Depot eröffnen, will die Bundesregierung das nicht abgerufene Geld anlegen und später an die Empfangsberechtigten übertragen.
  • Auszahlung: Voraussichtlich ist der Zugang zu dem Depot bis zum Renteneintritt gesperrt. Erst dann soll das Geld ausgezahlt werden. Bei der Auszahlung muss das Geld den Plänen zufolge versteuert werden.

Was bewirken 10 Euro monatlich praktisch?

Aus 10 Euro monatlich können Hunderttausend Euro bis zum Renteneintritt werden. Das verdeutlicht ein konkretes Rechenbeispiel:

Ein Kind erhält vom 6. bis zum 18. Lebensjahr jeden Monat 10 Euro staatliche Förderung. Das sind insgesamt 1.440 Euro eingezahltes Kapital vom Staat. Wie stark das Geld wächst, hängt davon ab, wie das Geld angelegt wurde. Denkbar sind vor allem Fonds und ETFs, Finanzprodukte also, die mehrere Aktienunternehmen bündeln. Als hilfreiche Orientierung für die Renditeaussichten kann der DAX dienen, dem die größten deutschen Börsenunternehmen angehören. Dieser legte in den vergangenen Jahrzehnten durchschnittlich um 8 Prozent pro Jahr zu.

Mit dieser Rendite würde das Depot durch die monatlich eingezahlten 10 Euro bis zum 18. Geburtstag auf rund 2.459 Euro anwachsen.

Mehr als 100.000 Euro bis zum Rentenbeginn?

Wird das Geld zum Renteneintrittsalter ausgezahlt, ergeben sich zwei Beispiel-Varianten:

Variante A: Kein weiteres Geld wird angespart. Bei einem Renteneintritt mit 67 Jahren wächst der Wert des Depots auf rund 107.000 Euro.

Variante B: Es werden weiterhin 10 Euro pro Monat angespart (nach Abzug etwaiger Gebühren). Mit 67 Jahren wurden dann 7.320 Euro eingezahlt, der Wert des Depots betrüge dann jedoch rund 175.000 Euro.

Alternatives Beispiel mit geringerer Rendite

Wie hoch die Rendite ausfällt, lässt sich nicht vorhersagen. Sollten die Börsenkurse nicht so stark steigen, fällt auch angespartes Vermögen entsprechend geringer aus. Bei einer durchschnittlichen Rendite von beispielsweise 2 Prozent ist das Depot zum 18. Geburtstag 1.642 Euro wert. Mit Variante A ergäben sich dann 4.333 Euro. Bei Variante B wüchse das Depot auf 14.362 Euro. Und bitte beachten Sie: Auch Verluste sind bei börsenbezogenen Produkten möglich.

Wann sollten Eltern zusätzliches Geld einzahlen?

Wenn Eltern langfristig Geld übrighaben, kann es sich lohnen, zusätzlich in das Depot einzuzahlen. Denn die staatlichen 10 Euro sind ein guter Startpunkt, aber kein Ersatz für eigene Vorsorge. Überlegen Sie, ob zusätzliches Einzahlen für Ihre Familie sinnvoll ist:

Welche Alternativen zur Frühstart‑Rente gibt es – und wann sind sie besser?

Auch mit anderen Spar- und Anlagemöglichkeiten können Sie Ihr Kind finanziell absichern. Es gibt auch Alternativen dazu, zusätzlich in das Depot mit der Frühstart-Rente einzuzahlen:

  • Junior-Depot (privat, beispielsweise bei der Sparkasse): Flexibel, sofort verfügbar, keine Sperrfrist. Ideal für alle, die jetzt schon starten möchten, ohne auf den Staat zu warten.
  • Tagesgeld oder Sparbuch: Sicher und ohne Verlustrisiko, aber auch mit geringeren Renditeaussichten. Gut geeignet für kurzfristige Sparziele.
  • ETF-Sparplan: Kosteneffizient und breit gestreut, besonders für den langfristigen Vermögensaufbau empfehlenswert.
  • Kinderzusatzversicherung: Kombiniert Schutz und Sparen – sinnvoll, wenn die Absicherung im Vordergrund steht.

Ein Junior-Depot der Sparkassen ist eine gute Option, um schon heute zu starten, unabhängig davon, wann die Frühstart-Rente offiziell eingeführt wird.

Sie müssen kein Depot für Ihr Kind anlegen, da dann der Staat die Frühstart-Rente anderweitig anspart. Wie genau das umgesetzt wird, steht weder im Regierungsentwurf noch im Koalitionsvertrag. Klar ist, dass Sie dadurch nicht entscheiden können, wie das Geld investiert wird.

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