Unser Blick auf die Märkte Ende März

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konjunktur

Ab dem zweiten Quartal dürfte es am Konjunkturhimmel mit steigenden Impfquoten sukzessive heller werden – das Ende des Tunnels wird sichtbar. Getrieben von ausgefeilten Konjunkturpaketen der Fiskalpolitik beiderseits des Atlantiks sowie flankiert von immensen Stützungsmaßnahmen der Geldpolitik, scheint die Weltwirtschaft auf einen Wachstumspfad zurückgefunden zu haben, zumal mit China ein mächtiges „Zugpferd“ bereitsteht.

Das Thema Corona-Krise wurde an den Finanzmärkten zunehmend vom Renditeanstieg an den Anleihemärkten und gestiegenen Inflationserwartungen abgelöst. Zuletzt kam es zu einem regelrechten Ausverkauf an den US-Anleihemärkten, welcher die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen in Richtung 1,60 Prozent steigen ließ. Die Bewegung an den Anleihemärkten führte auch zu einer Korrektur in Teilbereichen der Aktienmärkte, da mit steigenden Langfristzinsen eine alternative Anlagemöglichkeit am Horizont erscheinen könnte. 

Vorboten einer verbessernden Konjunktur

In Phasen stark steigender Anleiherenditen führte es auch in der Vergangenheit zu kurzfristigen Rückschlägen am Aktienmarkt, allerdings schnitten die Aktienmärkte vielfach besser ab als ihr Ruf. Dabei fällt auf, dass sich die Aktienmärkte in Phasen stark steigender Anleiherenditen in der jüngeren Historie zudem besser machten als in früheren Jahren. Auf tiefem Renditeniveau scheint vielmehr zu gelten, dass steigende Anleiherenditen als Vorboten einer sich verbessernden Konjunktur und damit wieder steigender Gewinne und in der Konsequenz auch steigender Aktienkurse gesehen werden. Trotz des jüngsten Anstiegs liegen die Renditen in der EU und USA weiterhin nur unweit oberhalb ihrer historischen Tiefs.

Übertriebene Inflationserwartungen 

Weil sich die Inflationserwartungen weit vom tatsächlichen Inflationsgeschehen entkoppelt haben, vermuten unsere LBBW-Analysten, dass der Renditeanstieg bereits über das Ziel hinaus geschossen sein könnte und zuletzt eine Übertreibung stattgefunden hat. Während die langfristigen Inflationserwartungen in der USA mit in der Spitze 2,4 % jüngst den höchsten Stand seit Sommer 2014 erreichten, gab die tatsächliche US-Kerninflationsrate zuletzt sogar deutlich nach und lag bei nur noch 1,4 %.

Aktienbewertungen sind begründbar

Die Bewertungen an den Aktienmärkten sind im historischen Vergleich durchaus hoch. Im Vergleich zu den Quasi-Null-Renditen an den Anleihemärkten relativiert sich dies jedoch. Die Geldflut der Notenbanken führte im Ergebnis zu einer „rationalen Blase“ – also zu sehr hohen Bewertungen an den Aktienmärkten, die sich jedoch objektiv begründen lassen. Damit unterscheidet sich das derzeitige Umfeld von demjenigen in den späten 90er-Jahren, als 10-jährige amerikanische Staatsanleihen mit über 5 % rentierten. 

Florian Unrau

Über den Autor: Florian Unrau ist bei der Förde Sparkasse Leiter der Aktiven Depotbetreuung. Er berät mit seinem fünfköpfigen Team Kunden individuell bei der Suche nach der optimalen Anlagestrategie.

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