Sparen in Corona-Zeiten: Wohin mit dem Geld?

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Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not. Dieser Leitsatz scheint sich bei uns Deutschen eingebrannt zu haben für die Ewigkeit. Und wie wir sparen – mehr denn je. 16,6 Prozent des Nettoeinkommens beträgt aktuell die durchschnittliche Sparquote der Bundesbüger*Innen. Vor der Corona-Pandemie lag diese Quote noch bei 10,9 %. Corona macht also auch in Geldfragen etwas mit uns. Zu ungewiss erscheint die Zukunft. Absichern heißt die Devise. Die Frage ist nur, wie?

Investieren in Sachwerte ist das neue Sparen

Wer Vermögen aufbauen möchte, sollte sich zunächst mit der aktuellen Lage der Finanzmärkte vertraut machen. Und die hat es in sich: „Wir befinden uns in einer Finanzrepression. Die Notenbanken halten den Leitzins absichtlich niedrig, damit das Geld billig bleibt und der Schuldner – allen voran der Staat – weniger Zinsen zahlen muss. Alle Anlageprodukte, die auf Zinsen beruhen, sind mittelfristig bis langfristig wenig attraktiv“, sagt Wertpapierexperte Martin Gosch, Wertpapier-Produktmanager der Förde Sparkasse.Gosch schätzt, dass diese Niedrigzinsphase mindestens noch zehn Jahre anhalten wird, wahrscheinlich sogar deutlich länger. „Gleichzeitig versuchen die Staaten die Inflation in die Höhe zu treiben. So wollen sie eine weiche Entschuldung ihrer Staatshaushalte bewirken“, ergänzt Gosch. Damit ist klar: Geld auf dem Giro- oder Kapitalkonto zu parken, ist für die Vermögensbildung die denkbar schlechteste Idee, weil es keine Zinsen dafür gibt und die steigende Inflation das Geld zusätzlich entwertet. „Nur Anlagen in Sachwerte schützen das Geld aktuell vor einer steigenden Inflation“, meint Gosch.

Immobilen

Zu den Sachwerten gehören klassischerweise Edelmetalle, Wertpapiere wie Aktien und natürlich Immobilien. Eine Investition in ein Eigenheim zur Eigennutzung ist fast immer eine gute Idee, gerade wenn die Zinsen, wie jetzt, niedrig sind. Anders sieht es bei Wohnimmobilien als reine Geldanlage aus. „Wohnimmobilien sind werterhaltend, im historischen Kontext aber derzeit regional sehr hoch bewertet. Das heißt nicht, dass keine weitere Wertsteigerung möglich ist, allerdings schmälert die hohe Bewertung die Renditeerwartung“, so der Experte. Und wer weiß, ob der Staat nicht zukünftig Fremd-Immobilen besteuern wird. „Bereits zweimal kam es in Deutschland dazu, dass der Staat per Lastenausgleich den Eigentümern von Immobilien in die Tasche griff – und das rückwirkend.“ In Anbetracht der hohen Corona-Staatsschulden ist dies also kein abwegiges Szenario.

Gold & Silber

Edelmetalle und hier allen voran Gold und Silber dienen gemeinhin als Absicherung anderer Geldanlagen und werden immer dann besonders für den Sparer interessant, wenn es an der Börse scheppert und Währungen rapide an Kaufkraft verlieren. Doch allen Unkenrufen zum Trotz haben sich Dow Jones, Dax und Co sehr gut vom Corona-Crash im März 2020 erholt und neue Bestmarken erreicht. Sind Edelmetalle wie Gold damit als Sparinstrument zu vernachlässigen? „Ganz im Gegenteil. Gold ist die klassische Absicherung gegen negative Realzinsen und zudem nach einem Jahr steuerfrei. Aus meiner Sicht ist Gold aktuell ein gutes Instrument gegen die Finanzrepression.“ Der Sparer muss das Gold übrigens nicht physisch besitzen. Über börsengehandelte Gold-Zertifikate wie Xetra-Gold hat der Inhaber einen Anspruch auf Aushändigung des Edelmetalls.  

Währungen und Krypto-Währungen

Krypto-Währungen wie der Bitcoin haben in den letzten Jahren exorbitante Wertentwicklungen mit großen Schwankungen hingelegt. Doch sind sie bis heute weder ein allgemein anerkanntes Zahlungs-, noch ein geeignetes Wertaufbewahrungsmittel. „Für mich sind Krypto-Währungen reinste Zockerprodukte und aufgrund dieser Risiken nicht zu empfehlen, schon gar nicht, wenn der Anleger mit den Sparaktivitäten auf einen langfristigen Vermögensaufbau abzielt“, sagt der Wertpapierexperte. Gosch ist sich sicher: „Irgendwann wird es Krypto-Währungen geben, die von den Staaten kontrolliert und ausgegeben werden. Bis es soweit ist, sollte man aber besser die Finger davon lassen“. 

Auch exotische Fremdwährungen wie der chinesische Yuan sind laut dem Wertpapier-Experten aktuell noch keine Option für den deutschen Sparmichel: „Dollar, Euro und Yen sind die Leitwährungen hinter den die größten Handelsvolumina stehen. Der Schweizer Franken ist zu teuer und der chinesische Yuan ist immer noch nicht vollständig frei handelbar, sein Wechselkurs ist von Staatswegen stark reguliert, was ihn als Anlageprodukt noch unattraktiv macht.“

Aktien

Ganz anders verhält es sich mit Aktien. Der Vorteil von Aktien liegt in den Rendite-Chancen, der Nachteil im Risiko höhere Verluste hinzunehmen. Dennoch führt für den Sparer an Aktien und Investmentfonds.

eigentlich kein Weg vorbei. Wertpapieranlagen erscheinen nahezu alternativlos. „In einer Finanzrepression sind Aktien die Gewinner, auch wenn es kurzfristig immer wieder holpert“, sagt Gosch. Vor allem mit Fonds-Sparplänen können Sparfüchse schon mit kleinen monatlichen Sparsummen erfreuliche Ergebnisse erzielen. Bei allen Risiken, die tatsächlich bei Aktien bestehen: betrachtet man die Aktienmärkte über 15 Jahre hinaus, konnten die großen Börsen-Indizes über lange Zeiträume im Schnitt ein deutliches Plus verzeichnen. „Darum ist es so wichtig, Wertpapiere als langfristiges Anlageinstrument zu verstehen. Es gibt an den Märkten immer Rückschläge wie nun durch Corona oder davor durch die Euro- und Finanzkrise. Hier ist ein langer Atem gefragt.“ Gosch betont die regionalen Unterschiede, die bei einer Gewichtung berücksichtigt werden sollte. So sieht er viele europäischen Aktien aktuell unterbewertet während US-Aktien eher „teuer“ seien. „Träge Value-Werte sind in den USA wieder interessanter geworden. Zudem zeigen Unternehmen, die Themen wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung verfolgen, größeres Potenzial. Sein Tipp im Bereich Growth-Aktien: „Ganz Asien ist die Wachstumsregion der nächsten 10-15 Jahre und hat daher für Anleger*Innen einiges an Potenzial zu bieten.“

Wichtiger Hinweis

Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung dar. Er dient ausschließlich der allgemeinen Informationsweitergabe zu den aktuellen Entwicklungen an den Finanzmärkten. Diese Informationen können und sollen eine individuelle Beratung durch hierfür qualifizierte Personen nicht ersetzen. Falls bei Ihnen aufgrund dieses Artikels Interesse auf ein Beratungsgespräch besteht, kommen Sie gern auf unsere Beraterinnen und Berater zu. Wir freuen uns auf Sie!

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