Unser Blick auf die Märkte

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Letztendlich ist es so gekommen, wie es unsere Analysten erhofft und erwartet haben: Seit Jahresbeginn gab es eine deutliche Erholung der Aktienmärkte. So hat der DAX seit Jahresbeginn 9%, der europäische Aktienindex STOXX Europe 50 Index 13% und der amerikanische S&P 500 Index sogar um 15% (in USD) zugelegt.

Ein positiver Faktor für die Aktienmärkte war die Aussicht auf eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik der amerikanischen Notenbank. Die US-Notenbank hat die geplanten Zinsanhebungen für dieses Jahr vorerst ausgesetzt und wird den Plan zum Abschmelzen der Bilanzsumme per Ende September stoppen. Die amerikanische Notenbank möchte abwarten, wie sich das verlangsamte Weltwirtschaftswachstum und die Finanzmarkt-Turbulenzen auf die US-Wirtschaft auswirken werden. Der amerikanische Notenbankchef Jerome Powell erwartet in diesem Jahr ein zwar geringeres, aber weiterhin solides Wachstum der US-Wirtschaft. Die Marktteilnehmer gehen sogar mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von 40% davon aus, dass bis Ende 2019 eine erste Zinssenkung in den USA erfolgen wird.

Washington und Peking kurz vor Einigung?

Auch die europäische Zentralbank EZB hat Geschenke an die Aktienmärkte verteilt. Die EZB hält im Jahr 2019 wegen des gedämpften Konjunktur- und Inflationsausblicks komplett still und verschiebt die Zinswende mindestens bis ins Jahr 2020. Zuvor hatte die EZB dieses Versprechen nur bis über den Sommer 2019 gegeben. Unser Research Partner der LBBW geht davon aus, dass eine erste Anhebung des Einlagesatzes im Frühjahr 2020 erfolgen könnte.

Zusätzlich scheint es wesentliche Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China zu geben. Wie mit den Vorgängen vertraute Personen berichten, stehen Washington und Peking kurz vor einer Einigung. Obwohl noch einige Hürden bestünden, könnte eine formale Vereinbarung bei einem Treffen der beiden Präsidenten Xi Jinping und Donald Trump erreicht werden. Peking bietet an, die Zölle und andere Handelsbeschränkungen auf amerikanische Agrar-, Chemie-, Auto- und andere Produkte zu senken. Washington erwägt, die meisten der seit vergangenem Jahr geltenden Sanktionen gegen chinesische Produkte aufzuheben. Zudem erklärt sich China als Teil eines Deals bereit, Wettbewerbshemmnisse zu reduzieren. So geht es etwa darum, die Zölle auf Importautos unter die derzeit gültigen 15 Prozent zu senken. Peking würde zudem mehr US-Waren kaufen. Damit käme Chinas Präsident Trump entgegen, der das bilaterale Handelsdefizit reduzieren will. Ein Anreiz wäre der Kauf von Erdgas für 18 Milliarden US-Dollar durch China. Derzeit verhandeln die beiden Seiten noch über die Industriepolitik Pekings, die chinesischen Firmen, vor allem den staatlichen, nach Ansicht der USA einen Wettbewerbsvorteil verschafft.

Deutschland rückt in den Fokus

Eine Einigung zwischen den Amerikanern und Chinesen könnte jedoch für Deutschland zum Problem werden, weil sich Trumps Aufmerksamkeit dann vor allem gegen deutsche Autohersteller richten könnte. Noch hat Trump jedoch keine konkreten Entscheidungen getroffen wie genau die deutsche Automobilindustrie mit Strafzöllen belegt werden soll. Es scheint aber nur eine Frage der Zeit zu sein. US-Präsident Donald Trump hat bis zum 17. Mai Zeit, um auf den Bericht des US-Handelsministeriums zu reagieren, ob Autoimporte aus der EU die nationale Sicherheit bedrohen. Hiervon wäre der deutsche Aktienmarkt besonders betroffen, da der DAX durch BMW, Daimler, Volkswagen und Continental mit ca. 15% eine sehr hohe Gewichtung aufweist.

Automobilindustrie muss sich ranhalten

Aber nicht nur der eskalierende Handelsstreit ist das Problem, insgesamt schwächelt die deutsche Automobilindustrie. Die deutschen Automobilhersteller sind weiterhin in einer sehr schwierigen Phase. In den kommenden Jahren werden die Milliardengewinne der drei großen deutschen Hersteller aus der Vergangenheit nicht zu halten sein. Die Autobauer werden massive Investitionen vornehmen müssen, um neue Antriebsformen wie die Elektromobilität, Wasserstoff- und Erdgasautos im immer stärker werdenden Wettbewerb (u.a. Tesla und chinesische Automobilhersteller wie BYD) zu entwickeln. Zudem belasten Vertrauensverluste, sinkende Dieselquoten und Kartellvorwürfe. Von anderen Themen wie die Entwicklung des autonomen Fahrens, Mobilitätsdiensten wie dem Carsharing oder drohenden Strafzahlungen bei Nichterfüllung von CO2-Zielen ab 2021 gar nicht erst zu sprechen.

Breiter aufstellen!

Das alles birgt für Kunden entsprechende Risiken, soweit in dem Depot ein spürbarer Bestand an Aktienfonds mit Fokus auf Deutschland vorhanden ist. Auch wenn deutsche Aktien fundamental nicht teuer sind, empfehlen wir aus den vorgenannten Gründen deutsche Aktienfonds in Kundendepots zu reduzieren und stattdessen mit internationalen Werten aus automobilunabhängigen Branchen wie IT oder Gesundheit breiter aufzustellen. Mit international ausgerichteten Aktienfonds – wie beispielsweise dem DEKA-GlobalChampions CF – kann ein Kundendepot besser vor lokalen Krisen in Deutschland geschützt werden. Nur 4% des DEKA-GlobalChampions sind deutsche Titel, das Gros besteht aus amerikanischen und anderen internationalen Aktienwerten.

Falls Sie mehr zu unseren internationalen Aktienfonds erfahren möchten und wissen wollen, wie Sie sich mit Ihren Anlagen breiter aufstellen können, vereinbaren Sie doch einfach hier einen Termin mit Ihrem Berater.


Florian Unrau

Zum Autor: Florian Unrau ist bei der Förde Sparkasse Leiter der Aktiven Depotbetreuung und berät mit seinem fünfköpfigen Team Kunden individuell bei der Suche nach der optimalen Anlagestrategie.

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