Bargeldlos auf der Kieler Woche 2020

Ein Interview mit dem Leiter des Kieler Woche-Büros, Philipp Dornberger

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Bargeldlos auf der Kieler Woche

Die „kleine“ Kieler Woche ist zu Ende. Trotz der besonderen Rahmenbedingungen konnte in der Landeshauptstadt eine Veranstaltung mit Vorbildcharakter erfolgreich durchgeführt werden. Und auch in diesem kleinen Rahmen wurde die geplante flächendeckende Ausstattung mit der Infrastruktur für bargeldloses Bezahlen gemeinsam mit der Förde Sparkasse umgesetzt und unter realen Rahmenbedingungen getestet. Wie es funktioniert hat, erzählt uns der Leiter des Kieler Woche-Büros, Philipp Dornberger (rechts im Bild), im Interview:

Philipp, wie lautet dein persönliches Fazit der Kieler Woche?

Für mich war es ein ganz anderes Jahr: Ich habe spannende und positive Kieler-Woche-Momente erlebt, aber ganz andere als sonst. Für mich war es wichtig zu sehen, wie unsere Angebote funktionieren – besonders in einer solch schwierigen Zeit. Die Menschen haben sich natürlich auch verändert in so einer Krisensituation. Da war es für uns ganz spannend zu sehen, wie die Besucher auf die Angebote reagieren und sich verhalten. Ich persönlich war u.a. im Schlossgarten mit meiner Familie unterwegs – da habe ich viele glückliche Gesichter und strahlende Kinderaugen gesehen und Kinder, die Blumenkränze geflochten haben und auf den Trampolinen ihren Spaß hatten. Also einfach schöne Momente.

Hat das kontaktlose Bezahlen die Feuertaufe in diesem kleinen Rahmen bestanden?

Bargeldlos auf der Kieler Woche

Ich find’s total genial, ehrlich gesagt. Auch hier hatte ich einen besonderen Kieler Woche-Moment: Am Mittwochmorgen bin ich wie immer früh aufgestanden, um die ersten Besprechungen zu leiten. Auf dem Weg zur Arbeit, also zur Kieler Woche, fiel mir auf: Mist, ich muss noch Geld holen, wenn ich später etwas auf der KiWo essen möchte! In dem Moment ist mir dann aber eingefallen: Ne, brauche ich ja gar nicht, ich hab‘ ja meine Karte dabei. Das war für mich wirklich eine Bereicherung. Dadurch entsteht eine Spontanität, die die Kieler Woche einfach ausmacht. Ein solcher Service gestaltet das Besuchererlebnis noch flexibler. Mir ist auch aufgefallen, dass unterschiedliche Systeme genutzt werden. An den Ständen, bei denen ich wusste, dass die Geräte der Förde Sparkasse im Einsatz sind, funktionierte alles reibungslos, die Verbindung war immer superschnell.

Gab es Rückmeldungen von den Standbetreibern vor Ort?

Beispielsweise war ich an einem Gyrosstand und dort fragte eine Frau: „Hast du Geld dabei?“ Darauf sagte der Mann, der im Stand arbeitet: „Ne, brauchst du nicht, bei mir kannst du bargeldlos bezahlen.“ Es wird also proaktiv angeboten und soweit ich es feststellen konnte, wurde es auch gut genutzt. Wir haben es in diesem Jahr natürlich im Rahmen eines Mini-Konstruktes ausprobiert: Normalerweise sind 600 Stände aufgebaut, jetzt hatten wir rund 15. Aber ich finde gut, dass wir es ausprobieren konnten. Wir haben erstmals die komplette digitale Infrastruktur mit der Förde Sparkasse geschaffen, auf die wir dann nächstes Jahr zugreifen können. Für die Gewerbetreibenden gilt ja mit Blick auf den Kunden: Wenn ich kein Geld mehr dabeihabe, kann ich auch kein Geld mehr ausgeben. Von daher ist das Angebot eine deutliche Bereicherung der Kieler Woche.

Das Angebot beinhaltet ja auch die Infrastruktur mit dem #SH_WLAN und ein mobiles Support-Team vor Ort. Hat das alles reibungslos funktioniert oder gab es auch mal technische Schwierigkeiten?

Also wenn mein Telefon mal nicht klingelt zu einem Thema, dann funktioniert alles. Bei WLAN und Support war daher alles in Ordnung. Besonders die Anbindung an das #SH_WLAN ist super. Und das zeichnet dieses gemeinsame Projekt aus: Eigentlich wollten wir eine Lösung für die Kieler Woche schaffen und im Projekt stellt man dann gemeinsam mit dem Partner, also der Förde Sparkasse, fest: Wir bauen jetzt einmal die Infrastruktur und installieren diese fest; und im Ergebnis haben wir dann aber ein ganzjähriges besseres WLAN im gesamten Stadtgebiet. Das sind für mich perfekte Projekte.

Ist die Karte dein persönliches bevorzugtes Zahlungsmittel?

Ja, ich zahle immer mit Karte. Handy habe ich ehrlich gesagt noch nicht ausprobiert, das muss ich noch nachholen. Im Vergleich zu anderen Ländern habe ich das Gefühl, dass das Geldabheben in Deutschland ziemlich langsam ist. Ich zahle daher nur mit Karte, weil ich einfach diese Flexibilität genieße. Bargeld macht für mich überhaupt keinen Sinn mehr. Es ist außerdem sicherer, denn ich trage kein Bargeld mit mir herum, das ich verlieren kann. Ich möchte – egal ob ich auf der Kieler Woche bin oder beim Einkaufen – möglichst alles in einem Fluss haben. Ich möchte nicht vorher zum Bankautomaten gehen müssen, um Geld zu holen, das wäre für mich ein zusätzlicher Schritt, bei dem mir einfach Zeit verloren geht, die ich für andere, schönere Dinge nutzen kann. 

Kurz zusammengefasst: Was sind für dich die wesentlichen Argumente für das bargeldlose Bezahlen?

Bargeldloses Bezahlen ist einfach sehr schnell, wenn es mit einem schlauen System verbunden ist. Es ist sowohl für den Kunden als auch für den Gewerbetreibenden sicherer, weil beide kein Bargeld mit sich herumschleppen müssen – auch wenn die Veranstaltung zu Ende ist. Als Standbetreiber kriege ich die Kunden, die genau in dem Moment etwas kaufen wollen, aber kein Bargeld dabei haben. Bei der Kieler Woche ist es ja so: Wenn ich als Kunde feststelle, dass ich kein Bargeld mehr habe, muss ich das Eventareal ja verlassen. Die Chance, dass ich dann an genau den Stand zurückkomme, ist sehr gering, weil das Angebot so groß ist. In dem Moment verliert man den Kunden.

Wann beginnen die Planungen für die Kieler Woche 2021?

Die haben schon begonnen. Nach meinem Urlaub setze ich mich mit meinem Team zusammen und dann schauen wir: Wo geht es aktuell gesellschaftlich hin, welche Entscheidungen müssen wir treffen, welche Ausschreibungen müssen wir vornehmen usw.!

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