Das ändert sich 2021

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2021

2021 wird alles besser? Nunja, fest steht auf jeden Fall: Der Corona-Impfstoff ist da. Die ersten Impfungen fanden bereits Ende Dezember 2020 statt. Zudem treten viele neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Gut für Meere und Umwelt ist beispielsweise das Plastikverbot, mit dem die EU ab dem 3. Juli Einweg-Kunststoffprodukte wie To-go-Becher, Trinkhalme oder Wegwerf-Essensbehälter aus Styropor verbietet. Im Gesundheitssektor wird nun vieles digitaler, u.a. übermittelt Ihr Arzt oder Ihre Ärztin die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) direkt elektronisch an Ihre Versicherung. Und wenn Sie es wünschen, wird Ihre Patientenakte ab Januar ebenfalls elektronisch.

Die wichtigsten finanziellen Entlastungen sowie entstehende Mehrkosten zeigen wir Ihnen im Überblick:

Finanzielle Entlastungen 2021

1. Steuerentlastungen

Direkt ab dem 1. Januar 2021 greifen erhebliche Steuererleichterungen – der Umfang wird von Experten auf mehrere Hundert Euro geschätzt. Der Solidaritätszuschlag entfällt für rund 90 Prozent der Steuerzahler*innen: Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 61.717 Euro wird für Arbeitnehmer*innen kein Soli mehr fällig. Ein zusätzlicher Steuerfreibetrag (Entlastungsbetrag) bleibt auch 2021 für Alleinerziehende bei 4.008 Euro. Der Grundfreibetrag bei der Einkommensteuer wird um 288 Euro erhöht. Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift ab 2021 erst ab einem zu versteuernden Einkommen von 57.919 Euro. Zudem werden die Behinderten-Pauschbeträge ab dem kommenden Jahr verdoppelt.

2. Höherer Mindestlohn

Ebenfalls ab Januar gilt die Erhöhung des Mindestlohns von 9,35 Euro auf nun 9,50 Euro pro Stunde. Ab dem 1. Juli 2021 ist eine weitere Erhöhung auf 9,60 Euro geplant. Sonderregelungen gelten für Langzeitarbeitslose, Praktikantinnen und Praktikanten. Bis zum 1. Juli 2022 plant die Regierung zudem eine schrittweise Steigerung des Mindestlohns auf 10,45 Euro pro Stunde.

3. Mehr Kindergeld

Familien werden ab Januar 2021 durch eine Erhöhung des Kindergeldes finanziell besser unterstützt. Fortan gibt es 15 Euro mehr pro Kind. In Zahlen bedeutet das:

  • Für Kind eins und zwei: 219 Euro pro Monat
  • Für Kind drei: 225 Euro pro Monat
  • Für Kind vier: 250 Euro pro Monat

4. Grundrente wird eingeführt

Ab Januar kommt die Grundrente Rentner*innen, die mindestens 33 Jahre bei unterdurchschnittlichem Gehalt gearbeitet haben. Die Grundrente beträgt bis zu 418 Euro monatlich und ist kein Ersatz, sondern eine zusätzliche Zahlung zur bestehenden Rente. Sie müssen dafür keinen Antrag stellen, die Rentenversicherung prüft automatisch, ob Sie einen Anspruch auf die Leistung haben.

Voraussetzungen:

  • Sie haben min. 33 Jahre für max. 80 Prozent und min. 30 Prozent des Durchschnittsverdienstes gearbeitet und in die Rentenversicherung eingezahlt.
  • Lücken im Arbeitsleben kommen bei Ihnen nur aufgrund von Kindererziehung oder der Pflege von Angehörigen zustande.

Die Prüfung benötigt jedoch Zeit. Die Rentenversicherung plant, die Bescheide nach und nach bis Ende 2022 auszugeben. Die Zuschläge ab Januar 2021 erhalten Sie dann als Nachzahlung.

5. Mindestausbildungsvergütung steigt

Azubis verdienen ab Januar min. 550 Euro im Monat. Das wurde von der Regierung im Oktober 2019 beschlossen. Die erste Erhöhung des Mindestsatzes fand zum ersten Januar 2020 statt. Zum kommenden Jahr gibt es nun 35 Euro mehr. Die Bundesregierung erhöht die Ausbildungsvergütung bis 2023 schrittweise bis auf 620 Euro pro Monat.

6. Höhere Hartz-IV-Sätze

Ab dem ersten Januar 2021 gelten höhere Regelsätze für ALG-II, Sozialhilfe oder die Grundsicherung. So erhalten Alleinstehende im kommenden Jahr 446 Euro im Monat, 14 Euro mehr als 2020. Bei Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren liegt der Satz bei 357 Euro, das sind 45 Euro mehr. Neben Kosten für Festnetz und Internet zahlt die Agentur für Arbeit ab 2021 auch die Kosten für Mobiltelefonie und die tatsächlichen Kosten für Wohnung und Heizung.

Bis zum 31. März 2021 gilt ein erleichterter Zugang zu Sozialleistungen, den die Bundesregierung aufgrund der Corona-Pandemie beschlossen hat.

7. Gelockerter Maßstab für Reform des Insolvenzrechts

2021 tritt die Insolvenzantragspflicht wieder in Kraft. Das reformierte Gesetz legt dafür jedoch einen lockereren Maßstab an. Unternehmen, die zwar gebeutelt, aber noch zahlungsfähig sind, sollen zukünftig die Chance auf eine vereinfachte Sanierung ihres Unternehmens erhalten.


Mehrkosten 2021

1. Mehrwertsteuer

Die reduzierte Mehrwertsteuer läuft zum Jahresende 2020 aus. Ab Januar gilt wieder ein Mehrwertsteuersatz von 19 anstatt 16 Prozent. Für Waren des täglichen Bedarfs bedeutet das sieben anstatt fünf Prozent.

2. Sprit und Heizöl

Ab 2021 gibt es einen national einheitlichen CO2-Preis bei Verkehr und Heizkosten. Eine Tonne CO2 kostet demnach 25 Euro. Diese Preise soll bis 2026 von der Regierung schrittweise auf 65 Euro pro Tonne gesteigert werden. Die CO2-Abgabe betrifft Unternehmen, die Heizöl, Erdgas, Benzin oder Diesel verkaufen. Diese können die Kosten an Ihre Kundinnen und Kunden weitergeben.

3. Neue KfZ-Steuer

Ab Januar gilt eine neue KfZ-Steuer, die alle Autofahrerinnen und Autofahrer trifft, die eine Neuzulassung für ein Fahrzeug beantragen. Je mehr Sprit ein Auto verbraucht und Stickstoff ausstößt, desto höher wird künftig auch die Kfz-Steuer –  das betrifft vor allem SUVs und Sportwagen. Ziel ist es, den Kauf von spritsparenden Pkw zu fördern – und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Der Kauf von E-Autos wird finanziell weiter gefördert.

4. Personalausweis

Die Gebühr für das Erstellen eines Personalausweises kostet künftig nicht mehr 28,80 Euro, sondern 37 Euro. Die Regierung begründet die Maßnahme mit gestiegenen Sach- und Personalkosten. Zusätzliche Funktionen sind nicht vorgesehen.

5. Krankenversicherungen

Die Regierung erhöht die Kosten sowohl für private als auch gesetzliche Krankenversicherungen.

  • Privat: Die Jahresarbeitsentgeltgrenze steigt von 62.550 Euro auf 64.350 Euro.
  • Gesetzlich: Die Beitragsbemessungsgrenze steigt von 56.250 auf 58.050 Euro.

6. Geplant: Erhöhung des Rundfunkbeitrags

Der Rundfunkbeitrag sollte ab Januar 2021 von 17,50 Euro auf 18,36 Euro im Monat erhöht werden. Die Regierung in Sachsen-Anhalt will die geplanten Änderungen allerdings nicht umsetzen. Die öffentlich-rechtlichen Sender ziehen deswegen vor Gericht. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

1 KOMMENTAR

  1. Als Fachunkundige sollten sie die Begriffe „Klimaschutz“ und „Corona-Impfung“ wohl lieber nicht benutzen: Das Klima läßt sich nicht schützen und der Impfstoff ist sehr fragwürdig (lt. BMJ, 4. 1. 2021).
    MfG

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